Diagnose Krebs: Richtiger Umfang für Betroffene und Familie

Auch wenn sich die Behandlungen verbessert haben, löst die Diagnose Krebs Unsicherheit und Angst aus. Wie geht das Leben weiter? Welche Hilfe gibt es? Welche Informationen? Fragen und Antworten.

Änderungen durch die Diagnose Krebs

Gleich nach der Diagnose ändert sich durch diese Krankheit alles: In welcher Form auch immer, der Krebs steuert von dem Moment, in dem Menschen diese Diagnose erhalten, das ganze Leben in eine andere Richtung wie bisher. Gerade am Anfang haben sowohl die Patienten als auch deren Familien das Gefühl, dass plötzlich das ganze Leben, im Privaten als auch im Beruflichen, infrage gestellt wird.

Anstelle von bisherigen Dingen wie Einkaufen, zur Arbeit gehen, Sport machen usw., sind es nun vor allem die notwendigen Termine bei Ärzten und die Planung der zukünftigen Behandlung.

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Umgang mit der Diagnose Krebs

So eine durchdachte Struktur in der Behandlung ist dann besonders notwendig, wenn aus dem ersten Verdacht auf Krebs, die Diagnose Krebs geworden ist.

Folgendes gilt es dann zu klären:

  • Der gefundene Tumor ist ein gutartiger oder ein bösartiger Krebs.
  • Die Erkrankung des Patienten befindet sich am Anfang oder ist bereits fortgeschritten.
  • Zur Bekräftigung der Diagnose stehen einzelne Methoden an, also Röntgen, Computertomographie oder die Magnetresonanztomographie sowie Gewebeproben und Laborwerte.

Vor allem wenn sich der Patient für alle diese Untersuchungen in ein Krankenhaus begibt, wird er in der Klinik mit Ärzten und Assistenten unterschiedlicher Fachbereiche zu tun haben. Und auch an der Auswertung der Ergebnisse mit dem Patienten sind dann meistens verschiedene Spezialisten beteiligt. Gemeinsam besprechen sie die Ergebnisse der gesamten Untersuchung und klären den Patienten über erste Möglichkeiten seiner Behandlung auf.

Im Rahmen dieser Gespräche sollte sich der Patient über das Folgende bewusst werden: Auch wenn die Diagnose Krebs erst einmal schrecklich erscheint und von einer gewissen Angst vor der Behandlung, vor allem der Chemotherapie, begleitet ist, sind Panik und Eile die falschen Wege im Umgang mit dem Krebs.

Planung der Behandlung von Krebs

Die Krankheit, die im Körper des Patienten ja auch nicht adhoc aufgetreten ist, lässt sich genauso in wenigen Momenten oder ein, zwei Behandlungen in den Griff bekommen. Auf einige Tage kommt es von daher bei der Planung der Behandlung normalerweise nicht an, so dass sich der Patient in Ruhe mit seiner Familie oder anderen Vertrauten austauschen kann.

Das gilt vor allem für Brustkrebs, Prostata- oder Hautkrebs, die nicht als Notfall gelten. Anders sieht es aus, wenn die Diagnose einer akuten Leukämie erfolgt ist, oder wenn der Krebs mit lebensbedrohlichen Symptomen wie Blutungen oder Atemnot oder starke Schmerzen einhergeht. Dann ist sofortige Hilfe angesagt.

Die meisten Krebspatienten müssen im Verlauf der Erkrankung einmal oder mehrfach in eine Klinik. Für die Wahl des richtigen Krankenhauses sind mehrere Kriterien ausschlaggebend. (#01)

Die meisten Krebspatienten müssen im Verlauf der Erkrankung einmal oder mehrfach in eine Klinik. Für die Wahl des richtigen Krankenhauses sind mehrere Kriterien ausschlaggebend. (#01)

Wahl eines Krankenhaus bei Krebs

Die meisten Krebspatienten müssen im Verlauf der Erkrankung einmal oder mehrfach in eine Klinik. Für die Wahl des richtigen Krankenhauses sind mehrere Kriterien ausschlaggebend:

  • Die Erfahrung, die die Klinik mit der jeweiligen Krebserkrankung hat.
  • Die medizinische Leitlinie, die für die jeweilige Krebsart gültig ist, sollte auch umgesetzt werden.
  • Das Krankenhaus ist “interdisziplinär” tätig, das heißt dass an der Diagnose und Behandlung Ärzte und weitere Spezialisten aus verschiedenen Fachrichtungen beteiligt sind.
  • In dem Krankenhaus gibt es Kooperationen mit Therapeuten und Forschungsverbänden.
  • Das Krankenhaus führt klinische Studien zu neuen Verfahren in der Krebsmedizin durch.
  • Vor dem Beginn der Behandlung berät einen das Krankenhaus als spezialisiertes Krebszentrum zu sozialrechtlichen und psychoonkologischen Fragen.
Bevor eine mögliche Operation oder eine andere Behandlung eingeleitet werden, haben Patienten oft den Wunsch, eine zweite Meinung eines anderen Arztes einzuholen. (#02)

Bevor eine mögliche Operation oder eine andere Behandlung eingeleitet werden, haben Patienten oft den Wunsch, eine zweite Meinung eines anderen Arztes einzuholen. (#02)

Zweite Meinung zur Krebs-Erkrankung

Bevor eine mögliche Operation oder eine andere Behandlung eingeleitet werden, haben Patienten oft den Wunsch, eine zweite Meinung eines anderen Arztes einzuholen. Das ist nicht mehr das Problem, denn mittlerweile haben viele Krankenkassen Angebote, die diesen Wunsch unterstützen. Um sicher zu gehen und am Ende nicht auf Kosten für die zweite ärztliche Meinung sitzen zu bleiben, sollte sich der Patient jedoch in jedem Fall bei der Krankenkasse rückversichern, ob diese die Kosten übernimmt.

Ein Tipp für das Gespräch mit einem anderen Arzt: Um belastende Doppeluntersuchungen nicht über sich ergehen lassen zu müssen, sollte der Patient zu einem zweiten Beratungsgespräch alle bisherigen Untersuchungsergebnisse mitbringen.

Außerdem haben auch Ärzte Fragen an den Patienten:

  • Wann sind welche Symptome erstmalig aufgetreten?
  • Wie hat sich die Symptomatik im Laufe der Zeit verändert?
  • Welche anderen Erkrankungen liegen beim Patienten vor?
  • War er in der Vergangenheit bereits im Krankenhaus und warum?
  • Welche Krankheiten sind in der Familie bereits aufgetreten?
  • Zu Eltern, Großeltern, Geschwistern oder Kindern eines Patienten: Sind sie schon einmal an Krebs erkrankt oder sogar daran gestorben?

Darüber hinaus ist es für die behandelnden Ärzte wichtig, dass ihr Patient Auskunft darüber geben kann, welche Medikamente er wie oft einnimmt. Am besten der betroffene Patient bringt Packungen oder Beipackzettel der regelmäßig eingenommenen Medikamente zum ambulanten Arztgespräch oder ins Krankenhaus mit. Auch Nahrungsergänzungsmittel, wie etwa Vitamine, oder andere Produkte, die ein Mensch ansonsten selbst gekauft hat, gehören als Medikamente dazu.

Ist dieser Bereich geklärt, dann steht der nächste Schritt an: die Planung der möglichen Behandlung. (#03)

Ist dieser Bereich geklärt, dann steht der nächste Schritt an: die Planung der möglichen Behandlung. (#03)

Behandlung und ambulante Krebs-Nachsorge

Ist dieser Bereich geklärt, dann steht der nächste Schritt an: Die Planung der möglichen Behandlung. Dabei stellt sich vor allem die Frage, welche Therapie helfen kann und worin die Vorteile in einem Behandlungsverfahren gegenüber allen anderen Methoden bestehen. Auch Aspekte, wie die Art der Beschwerden, die mit der Krankheit einhergehen, die Linderung dieser Beschwerden und die immer wieder auftretende Frage, wie lange man denn wohl krank sein werde, stehen zur Besprechung an.

Immer häufiger kann die Behandlung bei Krebs heute ambulant, also im häuslichen Bereich des Patienten, vorgenommen werden. Das bedeutet, dass der Patient immer dann, wenn seine Behandlung ansteht, in die ärztliche Praxis oder die Ambulanz eines Krankenhauses geht, aber ansonsten bei sich zuhause bleiben kann. Vorausgesetzt, es sind keine Untersuchungen oder Behandlungen geplant, die einen Krankenhausaufenthalt unumgänglich machen.

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Darüber hinaus gilt es die folgenden Punkte zu klären, wenn der Patient sich für die ambulante Behandlung entscheidet:

  • Akuter Gesundheitszustand: Wenn dieser schlecht ist, spricht das gegen eine ambulante Behandlung.
  • Kontrolluntersuchungen: Für die Nachsorge nach einer Therapie muss es in der Nähe des Patienten einen niedergelassenen Arzt oder eine Klinikambulanz geben.
  • Therapieführender Arzt: Welcher Arzt ist der Hauptansprechpartner, wenn es um den Patienten geht.
  • Wer stellt Rezepte, Überweisungen oder andere Bescheinigungen aus.
  • Fahrtkosten: Ob die Krankenkasse des Patienten die Kosten für Fahrten zu den Untersuchungs- und Behandlungsterminen erstattet, das sollte der Patient dort vorab abklären. Ebenso die Frage, wie es mit den Fahrtkosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder gar einem Taxi aussieht.
  • Hilfe für zuhause: Wenn kleine Kinder im Haushalt des Betroffenen sind oder der Patient sich bisher um pflegebedürftige Angehörige gekümmert hat, dann ist mit der Krebs-Diagnose zu klären, wer sich nun um diese Personen kümmern kann. Dazu gehören auch Fragen, wann und in welchem Umfang der Patient eine Haushaltshilfe beantragen kann.
  • Pflege im ambulanten Bereich: Was ist, wenn die Krankheit zwar ambulant behandelt werden kann, man zu Hause aber pflegende Hilfe benötigt? Entsprechende Pflegedienste sollten schon möglichs frühzeitig recherchiert und kontaktiert werden, damit sie ggf. auch kurzfristig da sein können.
  • Vorgang in einem Notfall: Verschlechterungen treten meistens akut, oftmals am Wochenende oder nachts auf. Was alles zu bedenken und zu regeln ist, wenn der Patient dann ins Krankenhaus muss, das sollte man vorab einmal durchspielen. Auch Telefonnummern, welche Personen in einem Notfall zu kontaktieren sind, werden am besten für alle sichtbar platziert.

Natürlich ist es in dem Fall, dass der Patient in ein Krankenhaus muss, auch von Bedeutung, ob er oder sie eine Patientenverfügung hat. Wenn das der Fall ist, dann richtet sich alles weitere danach.

Erst ein Schock, dann der rationale Umgang mit dem Krebs. Je ruhiger der Patient mit seiner Krankheit umgeht, desto besser ist es für die Heilung.

Arztwahl, Medikamente, Krankenhaus oder ambulante Versorgung: Es gibt vieles zu organisieren, wenn ein Mensch plötzlich die Diagnose Krebs gestellt bekommt.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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