Chlamydien-Infektion: Symptome, Langzeitfolgen und wie die Krankheit behandelt wird

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Chlamydien-Infektion: Symptome, Langzeitfolgen und wie die Krankheit behandelt wird

Vor allem junge Erwachsene und Jugendliche gehören zu den Bevölkerungsgruppen, die besonders häufig von Chlamydien-Infektionen betroffen sind. Dies liegt oft daran, dass in dieser Altersgruppe das sexuelle Aktivitätsniveau höher ist und der Gebrauch von Schutzmaßnahmen wie Kondomen möglicherweise nicht konsequent praktiziert wird. Eine besonders alarmierende Tatsache ist jedoch, dass Chlamydien-Infektionen oft keine erkennbaren Symptome verursachen.
Daher sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen von entscheidender Bedeutung, insbesondere für junge Menschen, die sexuell aktiv sind oder neue Sexualpartner haben. Diese Untersuchungen ermöglichen es, eine Chlamydien-Infektion frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln, bevor schwerwiegende Komplikationen auftreten können.
Unbehandelte Chlamydien-Infektionen können schwerwiegende Folgen haben, insbesondere für die reproduktive Gesundheit von Frauen. Die Infektion kann sich auf die Fortpflanzungsorgane ausbreiten und zu Entzündungen der Gebärmutter, der Eileiter und der Eierstöcke führen. Diese Entzündungen können Narbenbildung verursachen, die wiederum zu Unfruchtbarkeit oder zu Schwangerschaftskomplikationen wie Eileiterschwangerschaften führen können.
Chlamydien-Infektion: Typische SymptomeMögliche Folgen der Chlamydien-InfektionSo wird die Chlamydien-Infektion behandelt

Chlamydien-Infektion: Typische Symptome

Weltweit gehört die Chlamydien-Infektion zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Verursacher der Erkrankung ist das Bakterium Chlamydia trachomatis, das direkt über die Schleimhäute weitergegeben wird. Daher ist ungeschützter Geschlechtsverkehr die Hauptursache für die Übertragung von Chlamydien. Jugendliche und junge Erwachsene sind besonders häufig davon betroffen.

Häufig zeigen sich nur leichte oder gar keine Symptome einer Infektion, daher bemerken viele Menschen nicht einmal, dass sie erkrankt sind. Somit geben sie die Erreger weiter und stecken unwissentlich weitere Menschen an. Zeigen sich Symptome der Chlamydien-Infektion, sind es meist diese:

  • Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen
  • Ausfluss aus Scheide, Penis oder After
  • Zwischenblutungen
  • Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
  • Juckreiz im Intimbereich

Die Symptome zeigen sich meist rund eine bis drei Wochen nach der Infektion. Teilweise verschwinden sie von selbst wieder, was jedoch keine Garantie dafür ist, dass die Erreger aus dem Körper verschwunden sind. Eine lebenslange Immunität gegen die Chlamydien-Infektion gibt es zudem nicht.

Mögliche Folgen der Chlamydien-Infektion

Video: Vorsicht, Chlamydien I Dr. Johannes Wimmer

Werden die Symptome ignoriert oder treten gar nicht auf, kann eine unbehandelte Chlamydien-Infektion schwere Folgen haben. Die Geschlechtsorgane können sich entzünden, eine Unfruchtbarkeit ist möglich.

Teilweise siedeln sich die Bakterien in den Gelenken der Erkrankten ein und sorgen dort für Entzündungen. Sie können dabei auch mit dazu beitragen, dass sich langfristig Probleme mit entzündeten Gelenken zeigen.

Darüber hinaus steigt bei einer Chlamydien-Infektion das Risiko einer HIV-Ansteckung. Eine vorliegende Unfruchtbarkeit kann ebenfalls auf eine Infektion mit Chlamydien zurückzuführen sein.

Video: Basiswissen Chlamydien

So wird die Chlamydien-Infektion behandelt
Am wichtigsten ist der Schutz vor Chlamydien, um gar nicht erst etwas behandeln zu müssen. Kondome sind daher unbedingt empfehlenswert, sie senken das Risiko einer Ansteckung enorm. Auch bei der gemeinsamen Nutzung von Sexspielzeug ist Vorsicht geboten: Neue Kondome oder Femidome sind wichtig, ehe das Spielzeug von einem anderen Partner benutzt wird. Wichtig zu wissen: Chlamydien werden auch beim Oralsex weitergegeben, daher sollten hierbei ebenfalls Kondome verwendet werden.
Die Infektion mit Chlamydien wird mithilfe bestimmter Tests nachgewiesen. Teilweise ist eine Urinuntersuchung ausreichend, in der Regel wird jedoch ein Abstrich von der verdächtigen Schleimhaut genommen. Die Probe wird im Labor untersucht. Die Tests, die zur Untersuchung auf eine mögliche Chlamydien-Infektion für zu Hause angeboten werden, sind jedoch unzuverlässig und daher nicht empfehlenswert. Sie zeigen oft falsch-positive Ergebnisse, die doch den Gang zum Arzt nötig machen.
Werden Chlamydien festgestellt, wird eine Therapie eingeleitet. Diese findet mit Antibiotika statt, die regelmäßig eingenommen werden. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Wichtig ist, dass auch der Sexualpartner mitbehandelt wird, um eine neuerliche Ansteckung zu vermeiden (bitte auch die Sexualpartner der letzten sechs Monate informieren). Es ist zu beachten, dass sich die Symptome der Chlamydien-Infektion meist rasch bessern. Die Ansteckungsgefahr ist aber auch in dieser Phase noch sehr groß. Daher sollte erst wieder Geschlechtsverkehr stattfinden, wenn die Behandlung abgeschlossen ist und der behandelnde Arzt grünes Licht gibt.

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