Neurodermitis im Gesicht: Ursachen, Symptome & Behandlung

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Das atopische Ekzem, auch als Neurodermitis oder atopische Dermatitis bekannt, ist eine chronische, nicht ansteckende Hauterkrankung, die zu den atopischen Erkrankungen gehört. Es ist auch unter weiteren Bezeichnungen wie endogenes Ekzem oder chronisch konstitutionelles Ekzem bekannt. Die Bezeichnung „Neurodermitis“ stammt aus dem 19. Jahrhundert, als man glaubte, dass eine Nervenentzündung die Ursache der Krankheit sei, obwohl diese Ansicht später widerlegt wurde. Trotzdem bleibt der Begriff „Neurodermitis“ gebräuchlich.

Aktuelles

2023-08-22 – Die gereizte Augenpartie pflegen

Kaufe in der Drogerie: Anti-Falten- oder Tränensackcreme. In der Apotheke: Unterschiedliche Augenprobleme erfordern spezifische Pflege. Bei Juckreiz, häufig bei Pollenallergien, bieten Apothekenkosmetik wie La Roche-Posay’s Toleriane Dermallergo Augencreme oder Allergika’s Augenlidcreme Med Lösungen an. Dermasence empfiehlt Vitop forte Augenpflege für Allergiker, da nicht nur Schleimhäute, sondern auch die Haut auf Pollen reagieren kann. Beratung in der Apotheke ist entscheidend, um das richtige Produkt für individuelle Augenbeschwerden zu finden.

2023-06-12 – Neurodermitis an Händen, Füßen und Gesicht: Neue Biologika Lebrikizumab und Dupilumab zeigen deutliche Verbesserungen.

Lebrikizumab, ein Interleukin-13-Inhibitor, zeigt in Phase-3-Studien Wirksamkeit bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis im Gesicht und an den Händen. Unter anderem berichtet Dr. Jenny E. Murase von Verbesserungen bei über 58% der Behandelten. Ein weiteres Biologikum, Dupilumab, wirkt schnell und signifikant bei Neurodermitis der Hände und Füße. Die ADvocate-1- und ADvocate-2-Studien untersuchten Lebrikizumab als Monotherapie, wobei sich eine Verbesserung bei mindestens 62% der Patienten zeigte. Dr. Jonathan I. Silverberg präsentierte ebenfalls positive Ergebnisse zu Dupilumab auf der RAD-Konferenz.

Neurodermitis: Eine der häufigsten Hautkrankheiten mit chronischem Verlauf

Neurodermitis zählt zu den verbreitetsten Hauterkrankungen und verläuft in der Regel schubweise. Bei dieser chronischen Erkrankung ist die Haut entzündet und verliert ihre natürliche Schutzfunktion, was sie anfällig für äußere Einflüsse macht. Die resultierenden Entzündungen erleichtern das Eindringen von Keimen und reizenden Substanzen, was zu schweren Infektionen führen kann.

Die Krankheit ist Teil eines Spektrums atopischer Erkrankungen, bei denen das Immunsystem überempfindlich auf normale Umwelteinflüsse reagiert. Hierzu gehören neben Neurodermitis auch Heuschnupfen, Asthma und Nahrungsmittelallergien. Oft treten diese Krankheiten simultan oder zeitlich nacheinander auf.

Der Juckreiz bei Neurodermitis kann für Betroffene unerträglich sein. Das Kratzen bietet oft nur kurzfristige Linderung und belastet die gereizte Haut zusätzlich, da aufgekratzte Stellen den Weg für Keime öffnen. Es entsteht ein Teufelskreis, der die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann.

Fakten über Neurodermitis

  • Auswirkungen auf die Lebensqualität:

    Die Erkrankung kann nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belastend sein. Betroffene leiden oft unter Schlafstörungen, Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls und sozialer Isolation.

  • Schubweise Verläufe:

    Die Symptome der Neurodermitis können in Schüben auftreten und kehren immer wieder zurück. Diese Schübe können durch verschiedene Triggerfaktoren ausgelöst werden, wie z.B. Stress, bestimmte Lebensmittel oder Umweltbelastungen.

  • Behandelbar, aber nicht heilbar:

    Neurodermitis gilt als nicht heilbar, aber die Symptome können durch eine sorgfältige Hautpflege, Vermeidung von Triggerfaktoren und geeignete medizinische Behandlungen gelindert werden.

  • Ursachenkomplex:

    Die genauen Ursachen für Neurodermitis sind noch nicht vollständig verstanden, aber genetische Faktoren sowie Umwelt- und Immunreaktionen spielen eine Rolle.

  • Häufige Hauterkrankung:

    Neurodermitis, auch atopische Dermatitis genannt, ist eine weit verbreitete chronische Hauterkrankung, die durch Entzündungen und Juckreiz gekennzeichnet ist.

  • Video: Neurodermitis I SWR rundum gesund

Neurodermitis im Gesicht: Ursachen und Symptome im Überblick

Neurodermitis im Gesicht ist für Betroffene eine große Belastung. Diese chronische Hauterkrankung, auch als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis bekannt, ist gekennzeichnet durch Entzündungen und Juckreiz, die zu Schüben führen können. Typische Symptome sind rote, schuppende Hautstellen, Ekzeme und ein starkes Jucken, insbesondere in den Bereichen um die Augen, Mund und Wangen sowie hinter den Ohren.

Die genauen Ursachen für Neurodermitis sind noch nicht vollständig verstanden, jedoch spielen genetische Faktoren sowie Umwelt- und Immunreaktionen eine Rolle. Trockene Haut, allergische Reaktionen auf bestimmte Stoffe oder Lebensmittel, Stress und Klimafaktoren können die Symptome verschlimmern.

Um mit Neurodermitis im Gesicht umzugehen, ist eine sorgfältige Hautpflege besonders wichtig. Das Vermeiden von Auslösern, die Anwendung von feuchtigkeitsspendenden Cremes und die Vermeidung von Kratzern sind wichtige Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden. Bei schweren Fällen kann eine ärztliche Behandlung erforderlich sein, die von topischen Steroiden bis hin zu immunmodulierenden Medikamenten reichen kann.

Leider gibt es noch keine nachgewiesene Ursache für Neurodermitis. Wie sich die Haut jedoch entzündet, ist bekannt:

  • Oftmals steckt ein vererbter Fillagrinmangel hinter einer Neurodermitis im Gesicht. Fillagrin ist ein Protein, das der Haut Struktur und Widerstandskraft verleiht. Ist dieses nicht ausreichend vorhanden, ist die Haut anfälliger für Keime, Bakterien und Entzündungen.
  • Auch ein unzureichender epidermaler Lipidstoffwechsel, also Fettstoffwechsel der Haut, begünstigt das Eindringen von Erregern und Mikroorganismen und somit Entzündungen und Ekzeme.

Da die Haut bei Neurodermitis stark juckt, entsteht schnell ein Teufelskreis. Die Barriere der Haut ist ohnehin schon geschwächt und es kommt zu Infektionen und juckenden Ekzemen auf Grund einer Immunreaktion.

Der Patient kratzt, was die Hautbarriere weiter schädigt, neue Infektionen begünstigt und die Heilung verzögert. Und so geht alles von vorne los. Um dieser Spirale zu entkommen und den Schub schneller zu überstehen, sollte man die Symptome gut kennen und diese nach bester Möglichkeit lindern.

Anzeichen und Symptome von Neurodermitis im Gesicht

Der Verlauf ist bei Erwachsenen in der Regel schwerer als bei Kindern. Kinder hingegen können jedoch schon als Säuglinge betroffen sein. Die meisten Erstausbrüche treten vor dem zweiten Lebensjahr auf. Doch ob und wann ein Schub das erste Mal auftritt, kann niemand sagen. Auch im Erwachsenenalter kann ein Erstausbruch stattfinden.

Zum Beispiel, wenn der Patient einen Beruf ausübt, in dem er viel mit Schadstoffen oder trockener und heißer Luft zu tun hat. Auch kann sich eine Neurodermitis, besonders bei Kindern, im Laufe der Jahre wieder zurückbilden.

Die Art und Stärke der Symptome kann je nach Person, Situation, Jahreszeit und auch Schub variieren. Wie der nächste Ausbruch genau verlaufen wird, weiß der Neurodermitiker erst, wenn es soweit ist. Auch ist es wichtig zu beachten, dass besonders bei Verdacht auf einen Erstausbruch der Hautkrankheit ein Arzt zurate gezogen wird.

Denn trockene Haut und Entzündungen alleine müssen noch keine Neurodermitis sein. Es gibt jedoch einige typische Symptome atopischer Ekzeme, die bei Bestätigung des Verdachts eine besondere Behandlung erfordern.

Körperliche Symptome von Neurodermitis

sehr trockene bis hin zu extrem trockener Haut
starke Rötungen und Ekzeme, die sich hartnäckig halten
heftiger Juckreiz
schuppende Haut
Verdickung und Einreisen der Haut
Symptome verlaufen in Schüben und kehren immer wieder
in akuten Fällen können leichte Blutungen der Haut auftreten
geschwollene, unebene Gesichtshaut
selten kommt es auch zur sogenannten Purigoform, bei der die Neurodermitiker unter stark juckenden und quälenden Purigoknötchen leiden

Psychische Symptome von Neurodermitis

Schlafmangel aufgrund des verstärkten nächtlichen Juckreizes
Verringertes Selbstwertgefühl bis hin zu Depressionen
Isolation und Rückzug aufgrund von Schamgefühlen
Stress
Mobbing
Beziehungsprobleme aufgrund des Gefühls der Unattraktivität

Unterstützung bei schweren Symptomen von Neurodermitis im Gesicht

Wenn die Symptome einer Neurodermitis im Gesicht schwerwiegend sind, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ein offenes Gespräch mit einem Arzt oder eine therapeutische Unterstützung können dazu beitragen, das Selbstwertgefühl zu steigern und den sozialen Rückzug zu überwinden.

Isolation kann die Symptome verschlimmern und die Lebensqualität beeinträchtigen, daher ist es wichtig, aktiv am Leben teilzunehmen und sich nicht zurückzuziehen.

Video: #hautstark – Neurodermitis im Gesicht

Gemeinsam gegen Neurodermitis: Austausch und Hilfe

Das Gefühl, mit der Krankheit nicht allein zu sein, kann enorm helfen. Neurodermitiker finden auf folgender Seite zahlreiche interessante Informationen und können sich mit anderen Betroffenen im Forum austauschen:

Der Bundesverband Neurodermitis e.V. mit etwa 5500 Mitgliedern regt ebenfalls zu offenen Gesprächen und dem Kennenlernen anderer Neurodermitiker an:

Wer spannende Informationen zur Selbsthilfe sucht oder sich mehr mit dem eigenen Krankheitsbild vertraut machen möchte, wird auf der Webseite des Deutschen Neurodermitis Bundes fündig:

Selbsthilfegruppen können sehr unterstützend wirken. Eine Liste mit Gruppen und Verbänden gibt es hier:

Neurodermitis: Auslöser und Einflussfaktoren

Viele Faktoren können einen Schub auslösen oder die Symptome verschlimmern. Es ist wichtig, diese Triggerfaktoren zu erkennen und zu vermeiden, um die Ruhephasen zu verlängern. Auch wenn der genaue Auslöser individuell verschieden ist, gibt es bekannte Ursachen, die sich nachteilig auf Neurodermitis im Gesicht auswirken können.

Die Triggerfaktoren variieren von Person zu Person, daher ist Selbstbeobachtung entscheidend, um die persönlichen Auslöser genau zu identifizieren. Durch diese Maßnahme können Schübe abgeschwächt und die Lebensqualität verbessert werden.

Video: Was hilft bei Neurodermitis? 5 Fakten zur Ursache

Mögliche Auslöser für einen Schub

Stress
Schlafmangel
Bestimmte Nahrungsmittel (Milchprodukte, Nüsse, Schalentiere)
Alkohol
Tabak
Waschmittel
Shampoo und Hautpflegeprodukte mit Duft- und Farbstoffen
Schweiß
Formaldehyd
Berufliche Tätigkeiten, die die Haut belasten (Giftstoffe, heiße Luft, starkes Schwitzen)
Raue Umgebungen
Trockene Heizungsluft
Umweltverschmutzung
Kratzige oder raue Kleidung (z.B. Wolle)
Allergene Stoffe und Triggerfaktoren (duftende Cremes, Pollen, Tierhaare, Staub)

Behandlungsmöglichkeiten für Neurodermitis im Gesicht

Obwohl Neurodermitis nicht heilbar ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und Schübe zu verhindern. Sowohl Ärzte als auch Betroffene selbst können dazu beitragen, atopische Ekzeme zu behandeln und ihnen gezielt vorzubeugen.

  • Hydrocortison

    Ein Hautarzt kann Hydrocortison verschreiben, um Entzündungen und Juckreiz schnell und effektiv zu lindern. Jedoch ist es keine langfristige Lösung aufgrund möglicher Nebenwirkungen.

  • Kortikosteroide

    Kortikosteroide sind ebenfalls hilfreich bei heftigen Schüben, aber auch sie sind nicht für eine Langzeittherapie geeignet und können auf Dauer der Gesundheit schaden.

  • Immuntherapeutikum Dupilumab

    Dupilumab, ein monoklonaler Antikörper, kann in extremen Fällen schnell Entlastung durch eine Linderung der Symptome bieten, indem es entzündungsfördernde Botenstoffe hemmt.

  • Lichttherapie

    Die Bestrahlung der betroffenen Stellen mit UV-Licht in speziellen Kabinen kann Entzündungen hemmen und die Zellteilung beeinflussen, was zu einer Linderung der Symptome führt.

  • Emolliens

    Feuchtigkeitsspendende Mittel wie Emolliens, die Omega-6-Fettsäuren und entzündungshemmende Wirkstoffe enthalten, stärken die Schutzbarriere der Haut und lindern Trockenheit, Risse und Entzündungen.

  • Bade- und Duschzusätze

    Die Verwendung von feuchtigkeitsspendenden Zusätzen und Pflegeprodukten beim Baden und Duschen kann dazu beitragen, die Haut zu schonen und Schübe zu verhindern, indem sie Feuchtigkeit spenden und die Haut pflegen.

Die richtige Pflege und Behandlung kann dazu beitragen, Neurodermitis-Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

10 Tipps für Neurodermitis im Gesicht

  • Erholung in der Natur: Ein Aufenthalt am Meer oder in den Bergen kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und Stress reduzieren.
  • Tagebuch führen: Notieren Sie alle potenziellen Trigger wie Essen, Waschmittel, Kosmetika und Ausflüge, um sie besser zu vermeiden.
  • Weiche Kleidung und Handtücher: Verwenden Sie sanfte Materialien, um Reizungen zu minimieren.
  • Kühl halten: Ein kühles Raumklima während des Schlafs kann den nächtlichen Juckreiz lindern.
  • Sanftes Abtupfen: Vermeiden Sie Kratzen und tupfen Sie juckende Stellen mit einem kühlen Lappen ab.
  • Natürliches Make-up: Verwenden Sie Make-up mit wenigen Duftstoffen und Chemikalien und lassen Sie sich von einem Fachmann beraten.
  • Stressbewältigung: Lernen Sie Entspannungstechniken wie Meditation, autogenes Training oder Yoga, um Stress zu reduzieren.
    Bewahren Sie Salben und Cremes im Kühlschrank auf, um den Juckreiz effektiv zu bekämpfen. (Foto: AdobeStock - buritora)

    Bewahren Sie Salben und Cremes im Kühlschrank auf, um den Juckreiz effektiv zu bekämpfen. (Foto: AdobeStock – buritora)

  • Kühlende Pflegeprodukte: Bewahren Sie Salben und Cremes im Kühlschrank auf, um den Juckreiz effektiv zu bekämpfen.
  • Ernährungsplan: Fragen Sie Ihren Arzt nach einer geeigneten Ernährung und vermeiden Sie potenzielle Trigger wie Milchprodukte und Alkohol.
  • Richtige Körperpflege: Verwenden Sie nach dem Baden und Duschen sanfte Produkte und halten Sie Ihre Fingernägel kurz, um Hautschäden zu vermeiden.

Mit diesen Tipps können Sie die Symptome von Neurodermitis im Gesicht besser kontrollieren und Ihre Lebensqualität verbessern.

Fazit

Neurodermitis im Gesicht ist für Betroffene mehr als nur trockenen Haut und das nicht nur weil es um eine chronische Entzündung hat und starker Juckreiz mit einhergeht. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig verstanden, aber genetische Faktoren, Umwelteinflüsse und Immunreaktionen spielen eine Rolle. Die Symptome können von trockener Haut über Ekzeme bis hin zu starkem Juckreiz variieren und in Schüben auftreten. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von topischen Cremes bis hin zu Immuntherapien wie Dupilumab. Eine sorgfältige Hautpflege, Vermeidung von Triggerfaktoren und eine positive Lebensführung können dazu beitragen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

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