Oxybenzon: Definition, Vor- und Nachteile sowie Gründe für ein Verbot

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Oxybenzon: Definition, Vor- und Nachteile sowie Gründe für ein Verbot

Der Wirkstoff Oxybenzon hat in den letzten Jahren immer wieder für Diskussionen gesorgt und steht häufig im Fokus der Kritik. Trotz seiner umstrittenen Reputation ist Oxybenzon noch nicht gänzlich verboten und findet insbesondere in der Herstellung von Sonnenschutzmitteln Verwendung. Als Breitbandfilter bietet dieser Wirkstoff effektiven Schutz vor den schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlung. Doch gleichzeitig bestehen erhebliche Bedenken hinsichtlich seiner Verträglichkeit für die menschliche Gesundheit und seine möglichen Auswirkungen auf die Umwelt.
Diese ambivalente Situation hat zu kontroversen Diskussionen geführt, in denen die Vor- und Nachteile von Oxybenzon abgewogen werden. In dieser Übersicht werden wir genauer auf die Verwendung von Oxybenzon in Sonnenschutzmitteln eingehen, seine Effektivität bei der Hautschutzwirkung beleuchten und die Bedenken im Hinblick auf mögliche Risiken und Auswirkungen erörtern. Es ist wichtig, sich mit den verschiedenen Aspekten dieses umstrittenen Wirkstoffs auseinanderzusetzen, um informierte Entscheidungen beim Kauf von Sonnenschutzprodukten treffen zu können und ein besseres Verständnis für seine Rolle in der Hautpflege zu entwickeln.
Oxybenzon: DefinitionDie Gefahr für Korallen: Oxybenzon im FokusSonnencremes: Verantwortungsbewusster Schutz für Gesundheit und UmweltDas unscheinbare Gift im Ozean: OxybenzonEin Hoffnungsschimmer am Horizont: Umweltfreundliche Sonnenschutzlösungen

Oxybenzon: Definition

Oxybenzon ist ein Feststoff, der durch Synthese chemisch hergestellt wird. Er ist in der Lage, die UV-Strahlen zu absorbieren, die als besonders schädlich gelten. Sie werden für die schnellere Alterung der Haut sowie für das Entstehen von Hautkrebs verantwortlich gemacht. Angesichts der hervorragenden Wirkung der chemischen Verbindung wird sie aber immer noch weiter verwendet.

Der Wirkstoff gilt als schwer brennbar und schwer entzündbar. Er ist geruchlos, fest und hat eine gelbliche Farbe. In Wasser ist er praktisch unlöslich. Oxybenzon ist in der Lage, UV-Strahlen zu absorbieren und stellt eine organische Verbindung aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff dar, die durch Synthese entstanden ist.

Die in Sonnenschutzmitteln übliche Konzentration zur Abwehr von UV-A- und UV-B-Strahlen beträgt sechs Prozent. Damit wird die Haut gut vor Verbrennungen geschützt. Vor allem bei einem Aufenthalt am Meer ist die fehlende Wasserlöslichkeit ein Vorteil, denn so muss die Sonnenlotion nicht nach jedem Baden erneut aufgetragen werden. Allerdings löst sich doch ein Teil des Mittels ab und gelangt ins Wasser, weshalb bestimmte Sonnenschutzmittel, die Oxybenzon-haltig sind, an einigen Stränden der Welt schon verboten sind.

Der Wirkstoff Oxybenzon steht immer wieder in der Kritik. (Foto: AdobeStock - kittyfly)

Der Wirkstoff Oxybenzon steht immer wieder in der Kritik. (Foto: AdobeStock – kittyfly)


Vorteile von Oxybenzon
  • hohe Lichtstabilität
  • lange Wirkdauer
  • Absorption von UV-A- und UV-B-Strahlen
  • Schutz vor Sonnenbrand
  • Schutz vor schneller Hautalterung

Nachteile von Oxybenzon

Viele Wissenschaftler schreiben dem Wirkstoff eine schädigende Wirkung zu. Er gilt als Photoallergen und wurde als solches von mehreren Wissenschaftlern in Fachzeitschriften beschrieben. Der Grund dafür ist, dass der Wirkstoff bei Kontakt mit der Haut die Immunabwehr auf den Plan ruft. Diese reagiert mit Rötungen und der Bildung von Bläschen. Allerdings gibt es auch gegensätzliche Studien, deren Ergebnisse die eben genannten Photoallergien widerlegen. Ein Meeresbiologie vom Leibniz-Zentrum, Sebastian Ferse, ist hingegen der Meinung, dass der Stoff Einfluss auf den Hormonhaushalt des Menschen nehme können und bei Babys eine Unterentwicklung hervorrufe. Forscher aus den USA gehen sogar von einer krebsfördernden Wirkung aus.


Die Gefahr für Korallen: Oxybenzon im Fokus

Der Wirkstoff kann viele negative Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben.

Außerdem gehen Umweltforscher davon aus, dass der Wirkstoff mitverantwortlich ist für das vermehrte Korallensterben.

Grundlage für die Annahme ist eine Studie aus dem Jahr 2017, bei der die Korallenriffe im Südchinesischen Meer untersucht wurden.

In mehr als 20 Prozent aller Korallen wurde der Wirkstoff nachgewiesen. Sie entwickelten darauf unter anderem die Korallenbleiche sowie andere Entwicklungsschäden, viele Korallen starben sogar ab.

Inzwischen gibt es Strände, an denen Oxybenzon-haltige Sonnenschutzmittel verboten sind, um die Korallen zu schützen.

Derzeit gehen die Untersuchungen also vor allem in Richtung einer potenziellen Umweltschädlichkeit. Dass auch der Mensch davon direkt beeinflusst wird, ist klar und in Zeiten des Kampfs gegen den Klimawandel nicht zu tolerieren.

In den warmen Sommermonaten greifen viele Menschen zur Sonnencreme, um ihre Haut vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen.

Doch was den meisten nicht bewusst ist: Ein Großteil der aufgetragenen Sonnencreme gelangt ins Wasser, insbesondere wenn wir uns am Strand oder am See aufhalten.

Dabei spielt der Stoff Oxybenzon eine problematische Rolle, da er nicht im Wasser löslich ist und sich aufgrund seiner hohen Dichte auf den Korallen absetzt.

 Grundlage für die Annahme ist eine Studie aus dem Jahr 2017, bei der die Korallenriffe im Südchinesischen Meer untersucht wurden. (Foto: AdobeStock - 093603  LuckyStep)

Grundlage für die Annahme ist eine Studie aus dem Jahr 2017, bei der die Korallenriffe im Südchinesischen Meer untersucht wurden. (Foto: AdobeStock – 093603 LuckyStep)

Sonnencremes: Verantwortungsbewusster Schutz für Gesundheit und Umwelt
Angesichts dieser alarmierenden Erkenntnisse ist es wichtig, verantwortungsbewusst mit Sonnencremes umzugehen, um sowohl die Umwelt als auch unsere Gesundheit zu schützen. Hier sind einige Schlüsselvorteile, die du beachten solltest:

Prüfe die Vorschriften an deinem Reiseziel

Bevor du in den Sommerurlaub aufbrichst, solltest du unbedingt überprüfen, ob Sonnencremes mit Oxybenzon an deinem Reiseziel überhaupt erlaubt sind. Einige beliebte Reiseziele wie Hawaii und der Pazifikstaat Palau haben bereits Maßnahmen ergriffen und die Nutzung sowie Herstellung von Produkten, die Oxybenzon enthalten, verboten. Durch die Beachtung solcher Vorschriften kannst du dazu beitragen, den schädlichen Einfluss auf die empfindlichen Korallenriffe zu reduzieren.

Bewusste Entscheidung für Sonnencreme ohne Oxybenzon

Da sich die Meinungen von Experten über die Wirkung von Oxybenzon uneinig sind, solltest du darüber nachdenken, ob du das Risiko einer Sonnencreme mit diesem Stoff eingehen möchtest. In Anbetracht der potenziell schädlichen Auswirkungen auf Meeresorganismen, insbesondere auf die Korallen, kann die bewusste Wahl von Sonnencremes ohne Oxybenzon einen positiven Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Schutz vor Sonnenbrand und Spätfolgen

Trotz der Bedenken bezüglich Oxybenzon ist es entscheidend, den Einsatz eines geeigneten Sonnenschutzmittels nicht zu vernachlässigen. Ein Sonnenbrand kann nicht nur äußerst schmerzhaft sein, sondern auch langfristige Schäden für die Haut verursachen. Die Verwendung von Sonnencremes mit anderen effektiven und weniger umstrittenen Inhaltsstoffen hilft dir dabei, dich vor den schädlichen Auswirkungen der Sonnenstrahlen zu schützen.

Verzichte auf DIY-Kosmetik für Sonnencremes

Falls du ein Fan von selbstgemachter Kosmetik bist, solltest du beim Sonnenschutz dennoch darauf verzichten. Die Herstellung von Sonnencremes in Eigenregie kann dazu führen, dass der Sonnenschutzfaktor nicht ausreichend ist und somit ein erhöhtes Risiko für Sonnenbrand besteht. Verlass dich stattdessen auf geprüfte und zertifizierte Sonnencremes, um sowohl deine Haut als auch die Umwelt bestmöglich zu schützen.

Video: Sonnencreme – von Nivea bis Naturkosmetik: Welche schützt Haut und Umwelt? I Ökochecker SWR

Das unscheinbare Gift im Ozean: Oxybenzon

Jährlich gelangen schätzungsweise 14.000 Tonnen dieser Produkte in das Meerwasser, eine Verschmutzung, die schwerwiegende Folgen für die marine Tierwelt haben kann. Besonders betroffen sind Korallen, Seeanemonen, Seeigel und viele andere Lebewesen. Untersuchungen auf den US-Jungferninseln haben bereits auf alarmierende Zusammenhänge hingewiesen: Wo Schwimmer vermehrt im Wasser sind, siedeln sich weniger Korallenlarven an, während erwachsene Tiere Verletzungen erleiden.

Ein Hauptverursacher dieses Problems ist der organische UV-Filter Oxybenzon. In Laborexperimenten wurden Seeanemonen und Korallen hohen Konzentrationen von Oxybenzon ausgesetzt, die den höchsten Werten in der Karibik entsprachen: zwei Milligramm pro Liter Meerwasser. Das erschreckende Ergebnis: Innerhalb von nur 17 Tagen starben alle Korallen und Seeanemonen, wobei die empfindlichsten Exemplare bereits nach vier Tagen zugrunde gingen.

Die verheerenden Auswirkungen auf Korallen und Co.

Die Auswirkungen auf das marine Ökosystem sind verheerend. Korallenriffe sind nicht nur atemberaubende Unterwasserlandschaften, sondern auch Lebensgrundlage für unzählige Arten. Sie bieten Nahrung, Schutz und Lebensraum. Wenn diese Ökosysteme durch Verschmutzung und schädliche Substanzen wie Oxybenzon geschädigt werden, geraten ganze Arten in Gefahr. Die Fähigkeit der Korallen, sich zu regenerieren, wird stark beeinträchtigt, was langfristige Folgen für die Biodiversität und die Fischereiindustrie haben kann.

Ein Hoffnungsschimmer am Horizont: Umweltfreundliche Sonnenschutzlösungen

Doch es gibt Hoffnung. Die Forschung hat alternative Sonnenschutzmittel hervorgebracht, die weniger schädliche Auswirkungen auf die Meeresumwelt haben.

Die Entwicklung von UV-Filtern auf mineralischer Basis, wie etwa Zinkoxid oder Titandioxid, bietet eine umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichen chemischen Filtern.

Diese mineralischen Substanzen bleiben auf der Hautoberfläche und verursachen somit keinen direkten Kontakt mit dem Meerwasser.

Wenn diese Ökosysteme durch Verschmutzung und schädliche Substanzen wie Oxybenzon geschädigt werden, geraten ganze Arten in Gefahr.  (Foto: AdobeStock - 487905363 drew)

Wenn diese Ökosysteme durch Verschmutzung und schädliche Substanzen wie Oxybenzon geschädigt werden, geraten ganze Arten in Gefahr. (Foto: AdobeStock – 487905363 drew)

 

Schützen und bewahren: Warum die Wahl des richtigen Sonnenschutzes zählt

Die Bedeutung der richtigen Wahl des Sonnenschutzes darf nicht unterschätzt werden.

Indem wir uns für umweltfreundliche Sonnenschutzmittel entscheiden, tragen wir aktiv dazu bei, die Gesundheit unserer Meere zu bewahren.

Die Vielfalt des marinen Lebens ist von unschätzbarem Wert – nicht nur für die Ökosysteme, sondern auch für die wissenschaftliche Forschung, den Tourismus und das Wohlbefinden zukünftiger Generationen.


Hautkrebs: Steigende UV-Strahlung durch den Klimawandel erfordert verstärkte Vorsorge

Der Klimawandel hat erheblichen Einfluss auf die UV-Strahlung, was zu einer Verdoppelung der Hautkrebsfälle bis 2030 führen kann. Die KNAPPSCHAFT empfiehlt daher dringend regelmäßige Hautkrebsscreenings. Durch den Klimawandel steigt die weltweite Temperatur, die Anzahl der warmen Tage und die tägliche Sonnenscheindauer nimmt zu. Dies führt auch zu einer verstärkten UV-Strahlung.

Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz steigt die sonnenbrandwirksame UV-Bestrahlungsstärke im Winter und Frühling um etwa 7 Prozent und im Sommer und Herbst um etwa 4 Prozent aufgrund des Abbaus der stratosphärischen Ozonschicht. Ein angemessener Sonnenschutz ist daher ganzjährig von großer Bedeutung, da viele Menschen bei schönem Wetter mehr Zeit im Freien verbringen und somit vermehrt der UV-Strahlung ausgesetzt sind.

Prof. Dr. Rolf-Markus Szeimies, Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Vest, betont: „Studien zeigen, dass die Hautkrebsfälle bis 2030 aufgrund des Klimawandels möglicherweise verdoppeln könnten. Der richtige Umgang mit der Sonne ist daher wichtiger denn je. Die Verwendung von Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, auch im Winter, ist mittlerweile unerlässlich. Darüber hinaus sollten Sie sich häufiger im Schatten aufhalten und die Sonne am Nachmittag meiden.“

Zusätzlich zu einem ausreichenden Sonnenschutz werden Früherkennungsuntersuchungen, wie regelmäßige Hautkrebsscreenings, immer wichtiger. Diese Untersuchungen helfen dabei, das individuelle Hautkrebsrisiko zu ermitteln und geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

„Die frühzeitige Erkennung von Hautkrebs ermöglicht in den meisten Fällen eine Heilung. Vorsorgeuntersuchungen wie das Hautkrebsscreening sind daher von großer Bedeutung. Es ist auch wichtig, die Haut selbst regelmäßig auf mögliche Veränderungen zu überprüfen“, erklärt Prof. Dr. Szeimies.

Laut einer Auswertung der KNAPPSCHAFT ist die Anzahl der Versicherten, die ein Hautkrebsscreening in Anspruch nehmen, in den letzten Jahren gesunken. Im Jahr 2019 ließen sich noch knapp über 37 Prozent der Versicherten verdachtsunabhängig von geschulten Haut- oder Hausärzten den gesamten Körper untersuchen, während es 2021 nur noch knapp über 33 Prozent waren.

„Das Hautkrebsscreening ist schmerzlos und ungefährlich. Es handelt sich um eine unkomplizierte Untersuchung mit erheblichem Nutzen. Hautärzte untersuchen jede Hautveränderung sorgfältig und können sofort feststellen, ob es sich um eine Krebsvorstufe oder ein harmloses Muttermal handelt. Entsprechend kann vor Ort entschieden werden, ob eine Therapie, wie die Entfernung des Muttermals, erforderlich ist“, erläutert Prof. Dr. Szeimies, ein Experte im medizinischen Kompetenznetz der KNAPPSCHAFT.

Der Gesetzgeber sieht kostenlose Screenings ab dem 35. Lebensjahr vor. Die KNAPPSCHAFT empfiehlt jedoch dringend, sich frühzeitig regelmäßig untersuchen zu lassen, und bietet alle zwei Jahre ein kostenloses Hautkrebsscreening für alle Altersgruppen an. Mit dieser Sonderleistung möchte die KNAPPSCHAFT insbesondere junge Menschen sensibilisieren und sie für die Gefahren von Hautkrebs sensibilisieren.“

Video: Weißer Hautkrebs: Vorstufen erkennen und behandeln | Doc Fischer SWR


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