Skabies: Verbreitung, Symptome und Behandlung der Krätze

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Skabies: Verbreitung, Symptome und Behandlung der Krätze

Die Scabies ist eine weltweit verbreitete Erkrankung, die Menschen jeden Alters, jedes Geschlechts, jeder ethnische Zugehörigkeit betrifft. In kühleren Regionen gibt es tendenziell mehr Fälle während der kalten Jahreszeit, möglicherweise aufgrund verstärkten Körperkontakts im Winter und der längeren Überlebenszeit der Milben auf Textilien bei niedrigen Temperaturen.
In Ländern mit tropischem Klima ist Scabies endemisch und betrifft bis zu 15% der Gesamtbevölkerung, wobei Kinder besonders häufig betroffen sind. In bestimmten Gruppen wie Waisenkindern, Straßenkindern und Gefängnisinsassen kann die Prävalenz sogar über 70% liegen. Aufgrund des hohen Anteils von Kindern unter 15 Jahren in diesen Ländern ist Scabies eine der häufigsten infektiösen Erkrankungen.
Epidemiologie der SkabiesSymptome bei SkabiesTherapie der Skabies

Epidemiologie der Skabies

Skabies gehört zu den sogenannten Ektoparasitosen, die alle Menschen betreffen kann. Sie wird im Volksmund als Krätze bezeichnet und wird durch die gleichnamige Milbe verursacht. Diese ist nur rund 0,3 bis 0,5 mm groß und mit dem bloßen Auge kaum erkennbar. Skabiesmilben graben sich in die Haut des Menschen ein, dort legen die Weibchen täglich mehrere Eier und das über einen Zeitraum von bis zu acht Wochen. Der entstehende Juckreiz wird durch die Ausscheidungen der Milben verursacht.

Weltweit sind rund 300 Millionen Menschen mit der Krätze infiziert, die häufig dort auftritt, wo viele Menschen dicht beisammen leben. Vor allem in Pflege- und Gemeinschaftseinrichtungen kann Skabies auftreten. Gerade in der kalten Jahreszeit tritt Skabies in kühlen Klimazonen gehäuft auf, was mit einer längeren Lebensdauer der Milben auf Textilien bei niedrigen Temperaturen erklärt wird. Zudem ist der Körperkontakt bei Kälte oft enger. Während Skabies in vielen südlichen Ländern zunehmend auftritt, findet sie sich in Mitteleuropa nur sporadisch wieder.

Symptome bei Skabies
Mediziner sprechen von einem „multimorphologischen Exanthem“ und einem stark ausgeprägten Pruritus: Das bedeutet nicht weiter, als dass Skabies Hautausschläge und Juckreiz verursacht, wobei Letzterer nachts zunehmen kann. Der Juckreiz ist sehr stark und wurde daher auch als Namensgeber für die Krankheit gewählt (lat. scabere = kratzen).
Mediziner sprechen von einem „multimorphologischen Exanthem“ und einem stark ausgeprägten Pruritus. (Foto: AdobeStock - 369022519 fauzi) Mediziner sprechen von einem „multimorphologischen Exanthem“ und einem stark ausgeprägten Pruritus. (Foto: AdobeStock – 369022519 fauzi)
Auch die folgenden Symptome sind typisch für die Krätze:
  • kommaförmige Kanäle in der Haut (Milbengänge)
  • längliche Papeln am Penisschaft
  • Befall des Rückens (selten)
  • Befall von Kopf und Gesicht bei Kindern
Besonders häufig sind die Milbengänge an den Streckseiten der Ellenbogen, im Bereich der Mamillen, an der Taille, in der Knöchelregion sowie in weiteren Körperregionen, in denen die Haut dünn und weich ist, zu erkennen. Durch das Aufkratzen der juckenden Körperstellen entstehen oft dicke Krusten und teils nässende Bereiche.

Therapie der Skabies

Unterschieden werden muss zwischen der Scabies crustosa, die hochinfektiös ist und stationär behandelt wird, und der gewöhnlichen Skabies.

Letztere kann zu Hause mit den geeigneten Medikamenten wirksam therapiert werden.

Das Ziel der Therapie besteht in einer Linderung der Symptome und in einer Abtötung der Milben, ihrer Eier und Larven. Verwendet werden dafür sogenannte topische Antiscabiosa, die Permethrin enthalten. Auch Crotamiton und Benzylbenzoat werden als Wirkstoffe gegen Skabies verwendet.

Seit 2016 ist zudem Ivermectin als Mittel zur Skabies-Therapie zugelassen. Es wird im Gegensatz zu Permethrin, welches in Form von Salben und Tinkturen angewendet wird, oral verabreicht.

Bei der Festlegung der geeigneten Therapie muss auf weitere vorliegende Erkrankungen, das Alter des Patienten sowie die epidemiologische Situation Bezug genommen werden.

Somit kommt ein Einsatz oraler Medikamente mit dem Wirkstoff Ivermectin bei bestimmten Vorerkrankungen nicht infrage und es muss auf äußerlich anwendbare Mittel zurückgegriffen werden.

Video: Skabies: Quälender Juckreiz am ganzen Körper durch die Krätzmilbe

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