Neurodermitis an den Augen: Ursachen, Symptome & Behandlung

Neurodermitis an den Augen quält die Betroffenen oftmals am meisten. Sie ist deutlich sichtbar und die Haut in dieser Region ist sehr dünn und empfindlich. Was steckt hinter der Hautkrankheit, wie sie sich äußert und welche fünf Tipps können Linderung verschaffen.

Wie entsteht eine Neurodermitis an den Augen und warum ist sie besonders unangenehm?

Eine atopische Dermatitis an den Augen ist, wie jede andere Form der Erkrankung, auf einen Mangel des Proteins Fillagrin oder einen gestörten Fettstoffwechsel der Haut zurückzuführen. Dadurch ist die Epidermis trocken, empfindlich und schlechter vor Infektionen und Verletzungen geschützt, da ihr durch den Proteinmangel Stabilität fehlt. Die Ursache der beiden Auslöser ist bisher unbekannt. Man weiß jedoch, dass sie vererbbar sind. Neurodermitis gilt als häufigste chronische Hautkrankheit, ist nicht ansteckend und verläuft in zwei Phasen. Den Schüben und den inaktiven Phasen dazwischen.

In den inaktiven Phasen ist die Haut sehr trocken und neigt oftmals zu Schuppen. Tritt ein Schub auf, bilden sich starke Ekzeme, Rötungen und Verkrustungen, die einen quälenden Juckreiz mit sich bringen. Diesen ertragen die Betroffenen meist kaum bis gar nicht und beginnen zu kratzen. Durch das Kratzen wird die Haut jedoch noch weiter beschädigt und Keime, Erreger und Pilze haben besonders leichtes Spiel, in die Hautschicht einzudringen. Das Immunsystem schlägt dann erst recht Alarm und es kommt zu weiteren Ekzemen oder die bestehenden verschlimmern sich. Dadurch nimmt auch der Juckreiz weiter zu und die Heilung wird verzögert. Es beginnt ein Teufelskreis.

Da die Haut an den Augen ganz besonders empfindlich ist, ist ein Ausbruch der Erkrankung in besagter Region meist am schlimmsten für die Patienten. Ein atopisches Ekzem an den Augen kann sehr schmerzhaft sein und die ständige Bewegung durch das Blinzeln kann, insbesondere bei Rissen und Verkrustungen, zu einem langsamen Abheilen führen. Auf Grund der Tatsache, dass die chronische Entzündung der Haut immer wieder auftritt und starke Symptome mit sich bringt, leiden Betroffene sowohl körperlich als auch psychisch.

Körperliche Symptome einer Neurodermitis: geschwollene Augenlider

Körperliche Symptome einer Neurodermitis: geschwollene Augenlider (#01)

Welche Symptome hat eine Neurodermitis an den Augen?

Neben dem Schmerz, der mit jedem Blinzeln spürbar ist, hat die Hauterkrankung in der Augenregion noch weitere, typische Merkmale.

Körperliche Symptome einer Neurodermitis:

  • geschwollene Augenlider
  • starke Rötungen und Ekzeme
  • quälender Juckreiz
  • Verkrustungen und Verhornungen
  • Risse, die nässen können
  • Pusteln
  • in Extremfällen sogar schmerzende Knötchen

Psychische Symptome einer Neurodermitis:

  • Schamgefühle auf Grund der Ekzeme
  • schlechtes Selbstwertgefühl und Depressionen
  • Isolation
  • Stress
  • Mobbing durch Mitmenschen
  • Schlafmangel, da das Jucken nachts am schlimmsten wird
  • Beziehungsprobleme, da sich die Betroffenen oft unattraktiv fühlen

Tritt ein Schub das erste Mal auf, sollte umgehend ein Hautarzt aufgesucht werden. Wird die Hauterkrankung auch zur psychischen Last, ist es wichtig, sich auch um die Seele zu kümmern. Selbsthilfegruppen, eine Psychotherapie oder ein Austausch mit anderen Nerodermitikern in Foren können Erleichterung bringen und dafür sorgen, dass Betroffene besser mit den Symptomen umgehen können.

Diese Adressen und Webseiten helfen, entsprechende Anlaufstellen zu finden:

Video: Neurodermitis der Augen – GANZMEDIZIN Naturheilpraxis

Ursachen, die einen Schub der Neurodermitis an den Augen triggern können

Jeder Mensch ist anders und so hat auch jeder unterschiedliche Trigger, die einen Schub begünstigen können. Diese herauszufinden ist sehr hilfreich, denn wer sie vermeidet, kann die inaktiven Phasen länger genießen und Schübe herauszögern. Das steigert die Lebensqualität erheblich und schont Körper und Seele.

Folgende Auslöser können zu einem Schub führen:

  • Stress
  • Schlafmangel
  • Kosmetika und Pflegeprodukte mit starken Duft- und Farbstoffen
  • Alkohol
  • Tabak
  • bestimmte Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Nüsse und Schalentiere
  • trockene Luft (zum Beispiel durch Heizen)
  • raues Klima
  • ständiges Augenreiben, besonders mit schmutzigen Händen
  • Schweiß
  • Schadstoffe und Umweltbelastungen

Ein Tagebuch zu führen, in das alles eingetragen wird, was gegessen, an Pflegeprodukten verwendet und gemacht wurde, kann helfen, die Triggerfaktoren herauszufinden.

Video: Neurodermitis Gesicht – 6 Tipps zur Behandlung

Behandlungsmöglichkeiten einer Neurodermitis an den Augen

Da die Haut an den Augen besonders dünn und ein Schub daher besonders heftig ist, ist eine gute Pflege und Behandlung sehr wichtig. Sowohl der Dermatologe als auch der Patient selbst haben einige Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und die Dauer des Ausbruchs zu verkürzen. Eine dauerhafte Heilung gibt es bis heute leider noch nicht. Doch das Bekämpfen der Ekzeme und des Juckreizes sind schon eine große Erleichterung für Betroffene.

Kortison

Der Dermatologe kann kortisonhaltige Präparate wie Tabletten und Salben verschreiben. Diese sollten jedoch genau nach Absprache und nur im Notfall angewendet werden, da sie auf Dauer schädlich für den Körper werden können. Sie sind daher eher eine Notlösung. Bei extremen Schüben kann so schnell Abhilfe geschaffen werden und der Patient fühlt sich besser. Ist der Schub nicht so stark, sollten allerdings erst andere Methoden ausprobiert werden.

Kortikosteroide

Dasselbe gilt auch für Kortikosteroide. Sie hemmen Entzündungen, sind jedoch ungesund für den Körper und verlieren auf Dauer an Wirkung. Daher sollten auch sie nur als Notlösung angesehen und alternative Behandlungen bevorzugt werden.

Bei einer sogenannten Lichttherapie werden die betroffenen Körperpartien mit einem UV-Licht in bestimmter Wellenlänge bestrahlt.

Bei einer sogenannten Lichttherapie werden die betroffenen Körperpartien mit einem UV-Licht in bestimmter Wellenlänge bestrahlt.(#02)

Lichttherapie

Bei einer sogenannten Lichttherapie werden die betroffenen Körperpartien mit einem UV-Licht in bestimmter Wellenlänge bestrahlt. Das Licht hemmt Entzündungen und fördert die Heilung der Haut. Eine Sitzung dauert meist nur eine bis wenige Minuten. Die Lichttherapie wird etwa zwei- bis sechsmal in der Woche durchgeführt, bis die Symptome abgeklungen oder zumindest deutlich besser geworden sind.

Immuntherapie mit Dupilumab

Seit dem Jahr 2017 ist das Immuntherapeutikum Dupilumab für Erwachsene mit mittelstarken bis sehr starken Neurodermitisschüben zugelassen. Dabei handelt es sich um sogenannte monoklonale Antikörper, die vom Dermatologen gespritzt werden. Diese hemmen entzündungsfördernde Botenstoffe und können Betroffenen schnell Linderung verschaffen.

Emolliens

Emolliens sind Pflegeprodukte und Präparate, die der Haut Feuchtigkeit spenden. Diese anzuwenden macht auch in den inaktiven Phasen Sinn, da die Haut von Neurodermitikern prinzipiell zu trocken ist und so effektiv einem Schub vorgebeugt werden kann. Während eines Ausbruchs wird die Haut durch Emolliens geschmeidig und ein Einreißen kann verhindert werden. Salben und Cremes, die diese Wirkstoffe enthalten, sind also äußerst ratsam und entlasten die gereizte und kaputte Hautschicht gezielt. So kann schneller Heilung stattfinden und das Jucken und die Schmerzen lassen nach.

Video: Neurodermitis: Die 6 besten Ernährungstipps nach TCM für schönere Haut

Die richtige Ernährung

Gewisse Lebensmittel, wie zum Beispiel Milchprodukte, Nüsse, Schalentiere und Alkohol können Schübe fördern. Der Arzt kann Auskunft darüber geben, welche Nahrungsmittel von Neurodermitikern gemieden werden sollten und welche den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können. So kann durch die tägliche Ernährung die Heilung gefördert werden.

Hausmittel

Auch Hausmittel können gegen die trockene Haut und die Ekzeme helfen. Kalter Schwarztee auf Wattepads oder kühles Aloe Vera Gel aus dem Kühlschrank lindern zum Beispiel den Juckreiz. Eine Gesichtsspülung mit Meersalz wirkt desinfizierend und fördert die Wundheilung. Kokosöl hat antibakterielle Eigenschaften und fettet die trockene Haut.

Video: Neurodermitis ist heilbar OHNE Medikamente

Fünf Tipps bei Neurodermitis an den Augen

  1. Versuchen Sie das Kratzen zu vermeiden und massieren Sie die Haut lieber sanft mit einer Feuchtigkeitscreme oder einem pflegenden Öl, um dieser etwas Gutes zu tun, anstatt sie weiter zu schädigen.
  2. Bewahren Sie die Pflegeprodukte für die atopischen Ekzeme im Kühlschrank auf. So wirken sie dem Jucken besonders gut entgegen.
  3. Nutzen Sie natürliche und sehr sanfte Make-ups. Im besten Falle verzichten Sie ganz darauf, da jede Reizung der Haut die Gefahr eines Schubes in sich birgt.
  4. Tragen Sie bei starker Sonneneinstrahlung eine Sonnenbrille, um die empfindliche und gereizte Haut zu schützen.
  5. Können Sie das Kratzen nicht zurückhalten, dann achten Sie darauf, die Fingernägel kurz und die Hände hygienisch sauber zu halten. Ansonsten drohen Risse und Verletzungen in der empfindlichen Haut um die Augen und es können gefährliche Infektionen entstehen.

5 Fakten über die Hauterkrankung

  1. In Deutschland leiden etwa 10 bis 20 % der Kinder und etwa 5 % der Erwachsenen an Neurodermitis.
  2.  Sind beide Elternteile betroffen, besteht eine Chance von 60 bis 80 %, dass das Kind ebenfalls an Neurodermitis leidet.
  3. Frauen sind etwas häufiger von Neurodermitis betroffen, als Männer.
  4. Eine atopische Dermatitis ist meist genetisch bedingt. Seltener auch durch Reizungen und Belastungen der Haut.
  5. Umso älter die Mutter bei der Entbindung ist, umso höher ist das Risiko für das Baby, Neurodermitis zu bekommen.

Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Photographee.eu  -#01: lavizzara -#02: JPC-PROD

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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