Waschmittelallergie: Ursachen, Symptome & Behandlung

Eine Waschmittelallergie betrifft viele Menschen. Deshalb hier die wichtigsten Hinweise, wie man diese erkennt, und welche funktionierenden Alternativen es für Allergiker gibt.

Wie entsteht eine Waschmittelallergie?

Um die Kleidung hygienisch zu reinigen, beinhalten Waschmittel meist starke Chemikalien.

Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Tenside
  • Phosphate
  • Weichmacher
  • Farb- und Duftstoffe
  • Seifenbestandteile

Der Hautkontakt mit ihnen ist für uns in der Regel ungefährlich. Das Immunsystem mancher Menschen interpretiert gewisse Inhaltsstoffe jedoch als Gefahr. Das Tragen der Kleidung, in der sich kleine Partikel des Waschmittels befinden, kann so zu einer Überreaktion des Körpers führen. Hierbei produziert das Immunsystem Abwehrzellen gegen die allergieauslösenden Stoffe, was zu Irritationen der Haut und anderen Symptomen führen kann.

Diese Abwehrzellen schütten den Botenstoff Interleukin aus, der Entzündungen im Körper auslöst. Antikörper werden gebildet und Histamin freigesetzt, was die unangenehmen Symptome einer Waschmittelallergie hervorruft. Jedes mal, wenn die Haut nun mit den allergieauslösenden Stoffen in Kontakt kommt, treten die Irritationen auf. Deshalb nennt man diese Form der Allergie auch Kontaktallergie. Besonders Kinder sind empfindlich gegenüber chemischen Stoffen, weshalb in einem Haushalt mit Nachwuchs vermehrt auf Anzeichen einer Überempfindlichkeit geachtet werden sollte.

Eine wirkliche Behandlung für eine Allergie gegen Waschpulver, Weichspüler und Co. gibt es leider nicht.

Eine wirkliche Behandlung für eine Allergie gegen Waschpulver, Weichspüler und Co. gibt es leider nicht.(#01)

Welche Symptome können bei einer Waschmittelallergie auftreten?

Wichtig zu wissen ist, dass eine allergische Reaktion meist nicht sofort ausbricht, sondern bis zu 72 Stunden nach dem Kontakt auftreten kann. Dadurch, und da es keine typischen Symptome für eine Waschmittelallergie gibt, kann die Diagnose teilweise schwierig werden. Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie, sei sie durch Waschmittel oder etwas anderes ausgelöst, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Ganz besonders dann, wenn eine sehr starke Reaktion auftritt, da diese zu einem sogenannten anaphylaktischen Schock führen kann. Dieser kann lebensbedrohlich werden, da Atemnot, Herzrasen, sehr niedriger Blutdruck und im schlimmsten Falle sogar Kreislaufstillstand auftreten können. Bei starken Symptomen sollte deshalb umgehend ein Notarzt gerufen werden.

Weniger gefährliche, dafür jedoch äußerst unangenehme Symptome einer Waschmittelalergie:

  • Rötungen der Haut und starker Juckreiz
  • Bläschen, Pickel und Quaddeln
  • Die Haut reißt auf, nässt und bildet Krusten
  • Entzündungen und Kontaktekzeme
  • Schuppen
  • Trockene oder sogar verhornte Haut
  • Kratzen im Hals und Heiserkeit
  • Fließschnupfen, Reizhusten und Anschwellen der Schleimhäute
  • Tränende Augen und Bindehautentzündungen
  • Asthma
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit

Umso Häufiger die Haut mit den allergieauslösenden Stoffen in Berührung kommt, umso stärker können die Symptome werden. Wird eine Allergie vermutet, sollte das verwendete Mittel sofort abgesetzt und ein Hautarzt konsultiert werden.

Um einen erneuten Allergieausbruch jedoch zu verhindern, müssen entsprechende Inhaltsstoffe konsequent gemieden werden.

Um einen erneuten Allergieausbruch jedoch zu verhindern, müssen entsprechende Inhaltsstoffe konsequent gemieden werden.(#02)

Behandlung einer Waschmittelallergie

Eine wirkliche Behandlung für eine Allergie gegen Waschpulver, Weichspüler und Co. gibt es leider nicht. Lediglich die Folgen der Waschmittelallergie können gelindert werden. Um einen erneuten Allergieausbruch jedoch zu verhindern, müssen entsprechende Inhaltsstoffe konsequent gemieden werden. Da jeder auf andere Bestandteile allergisch sein kann und es keine typischen Allergene gibt, könnte jede Chemikalie der Auslöser sein.

Um den Übeltäter zu finden, kann der Hautarzt einen umfangreichen Allergietest durchführen. Dieser wird auch Epikutantest genannt. Der Arzt trägt rasterförmig alle in Frage kommenden Stoffe auf dem Rücken auf und klebt die Stellen mit Pflastern ab. Diese bleiben für zwei bis drei Tage auf der Haut. Anschließend begutachtet der Hautarzt das Ergebnis. Haben sich Rötungen, Pusteln oder Bläschen gebildet, ist der Patient gegen die entsprechende Substanz allergisch und es besteht eine Waschmittelallergie.

Sind die Auslöser der Überreaktion gefunden, sollte strikt darauf geachtet werden, nur noch Waschmittel ohne die besagten Inhaltsstoffe zu verwenden. Auf Weichspüler sollte im besten Falle ganz verzichtet werden, da diese meist viele reizende Chemikalien enthalten, die eine Allergie auslösen können. Wenn also eine Waschmittelallergie diagnostiziert wurde, ist es besser, so wenig Reinigungsprodukte zu verwenden, wie möglich. Das senkt das Risiko eines Ausbruchs und schont die sensible Haut.

Eventuell verschreibt der Arzt auch Medikamente, die den Histaminausstoß reduzieren. So können Betroffene im Falle einer allergischen Reaktion sofort handeln und den schlimmsten Symptomen vorbeugen. Ist die Haut sehr strapaziert, entzündet oder anderweitig gereizt, können pflegende Cremes und heilende Salben helfen. Dieses sollten jedoch stets vom Arzt verordnet und mit ihm abgesprochen werden.

Sollte noch kein geeigneter Hautarzt vorhanden sein, kann über die Webseite des AeDA (Ärzteverband Deutscher Allergologen e.V.) nach einem Allergologen gesucht werden:

Weitere interessante Informationen rund um das Thema Allergie finden Betroffene auf der Webseite des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V:

Auch persönlicher Kontakt ist möglich:

Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
An der Eickesmühle 15-19
41238 Mönchengladbach
Telefon (0 21 66) 64 78 820
Fax (0 21 66) 64 78 880
E-Mail: info@daab.de

Einige Hersteller bieten Waschpulver, Flüssigwaschmittel und Weichspüler an, die auf allergieauslösende Inhaltsstoffe verzichten

Einige Hersteller bieten Waschpulver, Flüssigwaschmittel und Weichspüler an, die auf allergieauslösende Inhaltsstoffe verzichten (#03)

Waschmittelallergie: Welche Alternativen gibt es für Betroffene?

Auch wer unter einer Waschmittelallergie leidet, muss seine Wäsche regelmäßig waschen. Wasser alleine macht die Kleidung nicht richtig sauber und ist auf Dauer unhygienisch. Eine geeignete, allergiefreie Lösung muss also her. Zum Glück ist die Industrie schon längst darauf aufmerksam geworden, dass viele Menschen sensibel auf herkömmliche Waschpulver und Weichspüler reagieren und haben dementsprechende Produkte für Allergiker auf den Markt gebracht.

Besonders sanfte Allergikerwaschmittel

Einige Hersteller bieten Waschpulver, Flüssigwaschmittel und Weichspüler an, die auf allergieauslösende Inhaltsstoffe verzichten. Diese sind besonders schonend zur Haut und oftmals sogar umweltfreundlicher, da teilweise auf aggressive Chemikalien verzichtet wird. Man erkennt diese Produkte oftmals an Aufschriften wie „sensitiv“ oder „allergikerfreundlich“.

Waschnüsse

Besonders umweltschonend sind Waschnüsse. Diese wachsen am Waschnussbaum, der auch Seifenbaum genannt wird. Beheimatet ist die Pflanze in den tropischen Regionen Asiens. Die Früchte, die schon seit hunderten von Jahren zum Reinigen und Wäschewaschen verwendet werden, enthalten Saponine, natürliche Seifenstoffe. Bis zu 15 % Saponin können die Schalen enthalten.

Waschnüsse können für alle Textilarten, selbst Wolle und Seide, verwendet werden. Sie sind für Temperaturen zwischen 30 und 90 Grad geeignet und bleichen die Wäsche nicht aus. Auch sind sie geruchsneutral und sowohl zur Haut, als auch zum Abwasser schonend. Eine Packung mit 250 Gramm reicht für bis zu 50 Waschladungen, da die Nüsse auch mehrfach verwendet werden können.

Video: Fair Natur Waschnüsse bei Galileo

Waschmittel selbst herstellen

Aus Waschsoda, Kernseife, Wasser und ein paar Tropfen ätherischem Öl kann Flüssigwaschmittel ganz einfach selbst hergestellt werden. Das Internet ist voller Tipps und Rezepte für nachhaltige und allergikerfreundliche Alternativen zu herkömmlichen Produkten. Eines der am besten bewerteten Rezepte findet man hier:

Es wird wie ganz normales Flüssigwaschmittel in die Waschmaschine gegeben. Der Vorteil: Es ist nicht nur sehr schonend zu Haut und Umwelt, sondern kann dank der Zugabe von ätherischen Ölen auch den Duft bekommen, der einem am besten gefällt.

Aus Kastanien oder Efeu kann ebenfalls ein Sud hergestellt werden, der herkömmliches Flüssigwaschmittel auf natürliche Art ersetzt. Das ist sehr einfach und gleichzeitig sehr effektiv. So wird es gemacht:

Kastanien-Waschmittel

Das wird benötigt:

  • 5 – 10 Kastanien
  • 300 ml Wasser

Die Kastanien in Stücke schneiden und in einem geschlossenen Behälter für mindestens 8 Stunden im Wasser ziehen lassen. Noch besser ist es, die Kastanien über Nacht einzuweichen. Muss es schnell gehen, können die Kastanien auch für etwa 15 Minuten gekocht werden. Der Sud kann anschließend wie Flüssigwaschmittel verwendet werden.

Video: Waschmittel selber machen + Weichspüler | Zero Waste | DIY Waschmittel

Efeu-Waschmittel

Das wird benötigt:

  • 50 – 60 g Efeublätter
  • 1 Teelöffel Waschsoda
  • 500 ml Wasser

Die Efeublätter zerkleinern und mit dem Waschnatron in einen Topf geben. Mit kochendem Wasser übergießen und etwa 5 Minuten ziehen lassen. Anschließend den Sud in ein Schraubglas oder in eine Flasche füllen. Vor dem Gebrauch immer gut schütteln.

Sowohl vom Kastanien-, als auch vom Efeu-Waschmittel werden etwa 150 bis 200 ml pro Waschladung verwendet. Die Menge kann jedoch je nach Trommelgröße und Verschmutzungsgrad der Wäsche variieren.

Waschmaschinen für Allergiker

Mittlerweile gibt es sogar Waschmaschinen, die Allergikern das Leben leichter machen. Diese haben spezielle Programme, wie zum Beispiel einen zweiten Waschgang, die dafür sorgen, dass Waschpulver und Weichspüler besonders gründlich aus den Textilien heraus gespült werden. Waschen wird so zur Wohltat für die Haut und verringert die Gefahr, die unliebsamen Folgen der Waschmittelallergie zu spüren zu bekommen. Da fast 25 % der Menschen sensibel auf die Chemikalien in der gewaschenen Wäsche reagieren, ist die Anschaffung einer solchen Waschmaschine eine Überlegung durchaus wert.


Bildnachweis: ©Shutterstock-Titelbild: FamVeld_-#01: TanyaRozhnovskaya  -#02: TierneyMJ -#03: www.hollandfoto.net

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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