Mittel gegen Milben: Ratgeber und Tipps

Milben sind überall und niemand kann sich vor ihnen schützen. Sie lieben uns Menschen und haben unsere Hautschuppen wahrhaft zum Fressen gern. Leider sind Sie ein Problem für Allergiker.

Mittel gegen Milben: Das Problem mit den Tieren

Milbentiere sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar und tummeln sich in der ganzen Wohnung. Bis zu 1,5 Millionen Krabbeltiere nächtigen im Sommer in unserem Bett und fressen sich hier genüsslich durch die kleinen Schuppen, die von der Haut abfallen. Die Tiere selbst sind auch kein Problem, sondern es ist ihr Kot, der bis zu 10 Prozent der deutschen Bürger den Stempel „Allergiker“ aufdrückt. Die Folge ist eine verstopfte oder laufende Nase, juckende und tränende Augen sowie Rötungen der Haut.

Unbehandelt kann ein Allergiker sogar zum Asthmatiker werden! Besonders schlimm sind die Anfälle am Morgen, wenn unser Körper wieder in Gang kommt und ihm bewusst wird, welcher Sache er die ganze Nacht über ausgesetzt war.

Die Lösung für das Problem sind Mittel gegen Milben, denn weniger Tiere bringen auch weniger Kot und damit eine geringere Belastung für die Gesundheit mit. Wichtig ist, jedes Mittel konsequent anzuwenden, denn wirklich ausrotten können wir die kleinen Krabbeltiere, die den Spinnentieren zuzuordnen sind, nicht. Wir können nur dafür sorgen, dass ihre Population eingedämmt wird und dass die gesundheitlichen Auswirkungen damit verringert werden.

Video: ÖKO-TEST 3/2017: Mittel gegen Hausstaubmilben

Das lieben Milbentiere

Milben lieben es, wenn es eher feucht und warm ist, daher halten sie sich auch am liebsten im Bett auf. Doch leider ist das Umfragen zufolge auch das Lieblingsmöbel der Menschen und so treffen hier zwei Spezies aufeinander, die sich zwar aufeinander eingestellt haben, die aber nicht immer gut miteinander auskommen. Eine Hausstauballergie ist die Folge, denn leider reagieren auch nur die Menschen auf die Milben und nicht umgekehrt. Aus der Vorliebe für dieses Klima folgt, dass sich die Spinnentiere in Matratzen tummeln und dies insbesondere im späten Sommer sowie in Herbst und Winter.

Dann ist die Luftfeuchtigkeit ohnehin vergleichsweise hoch, dazu kommen die in der Nacht schwitzenden Menschen, die unter der Decke für genügend Wärme und für optimale Milbenbedingungen sorgen. Doch auch sehr trockene Luft kann problematisch werden, denn dann sterben viele Milben ab und lassen zahlreiche Allergene zurück. Allergiker haben daher auch im Winter, wenn die Luftfeuchtigkeit eigentlich niedrig wäre, mit den Auswirkungen der Hausstauballergie zu kämpfen. Die Heizperiode macht den natürlichen Rückgang der Allergene zunichte.

Wichtig ist für Menschen, die den Milbenbefall in den Griff bekommen wollen, vor allem, dass sie ausreichend lüften und damit für ein kühleres und trockenes Klima in der Wohnung sorgen. Die Luftfeuchtigkeit darf aber nicht zu weit absinken, damit die Allergene nicht zu stark zunehmen. Außerdem werden in sehr trockener Luft die Atemwege besonders belastet und Milbenallergene haben noch leichteres Spiel.

Des Weiteren ist wichtig, die Wohnung sauber zu halten. Durch regelmäßiges Staubwischen und –saugen wird der Hausstaub reduziert. Wenn Sie bedenken, dass in jedem Gramm Hausstaub viele Tausend Milbentiere enthalten sind, verstehen Sie auch, warum der Staub reduziert werden sollte. Sie müssen auch nicht gleich die chemische Keule einsetzen, sondern können auch mit Hausmitteln wie Essig etwas erreichen. Hier zeigt sich übrigens der Unterschied zur Bekämpfung der Läuse. Diese werden mit den geeigneten Mitteln vom Kopf verbannt, ein Wiederbefall ist aber möglich. Insofern sind Läuse einfacher zu bekämpfen, denn sie lassen sich wirklich und gänzlich entfernen.

Milben lieben es, wenn es eher feucht und warm ist, daher halten sie sich auch am liebsten im Bett auf. Doch leider ist das Umfragen zufolge auch das Lieblingsmöbel der Menschen und so treffen hier zwei Spezies aufeinander, die sich zwar aufeinander eingestellt haben, die aber nicht immer gut miteinander auskommen.

Milben lieben es, wenn es eher feucht und warm ist, daher halten sie sich auch am liebsten im Bett auf. Doch leider ist das Umfragen zufolge auch das Lieblingsmöbel der Menschen und so treffen hier zwei Spezies aufeinander, die sich zwar aufeinander eingestellt haben, die aber nicht immer gut miteinander auskommen. (#02)

Mittel gegen Milben: Das hilft wirklich

Die folgenden Mittel gegen Milben sind erprobt und helfen auf einfache Art. Grundlegend ist immer das ausreichende Maß an Hygiene. Hierbei stehen Bett, Lattenrost und Matratzen im Fokus, denn die kleinen Krabbeltiere fühlen sich dort besonders wohl.

  • Mittel gegen Milben im Bett
    Matratzen sollten regelmäßig gelüftet werden. Außerdem können Sie diese im Winter bei trockenem Wetter nach draußen stellen – die Milbenbelastung nicht stark ab. Die Tiere vertragen große Kälte nämlich ebenso wenig wie große Hitze. Ebenso wie bei der Bekämpfung anderen Ungetiers (z. B. Läuse) sollten Sie die Matratzen und Kissen bei deutlichen Minusgraden für einige Stunden nach draußen stellen. Bestenfalls herrschen nur – 16 bis – 18 °C, was den Tipp für einige Regionen unbrauchbar werden lässt. Wichtig: Durch den Frost erfrieren nur die Tiere, den Kot können Sie aber bloß durch das Waschen entfernen.
    Nutzen Sie Encasings für die Matratzen. Diese umhüllen die Matratze und lassen keiner Milbe die Chance, sich ins Innere der Matratze zu verkriechen. Da diese Encasings sehr teuer sind, ist es empfehlenswert, die Hausstauballergie vom Arzt bestätigen zu lassen. Dann tragen oft die Krankenkassen die Kosten bzw. beteiligen sich an diesen.
    Verwenden Sie keine Kissen mit echten Federn, denn diese können Sie nicht waschen. Auch tierische Füllmaterialien sind nicht zu empfehlen, denn sie lassen sich ebenfalls nicht bei mindestens 60 °C reinigen. Besser sind Kaltschaum- oder Latexmatratzen.
    Waschen Sie Kissen und Bezüge häufig, denn meist wird bei der Bekämpfung der kleinen Lästlinge mehr Wert auf den Einsatz diverser Mittel gelegt als auf eine einfache Hygiene. Saugen Sie auch den Lattenrost ab, wenn Sie das Bett neu beziehen bzw. nehmen Sie den Lattenrost heraus und saugen Sie unter den Betten, wenn Sie von den Seiten aus nicht herankommen.
  • Lüften als Mittel gegen Milben
    Lüften Sie ausreichend, denn damit haben Sie ein sehr gutes Mittel gegen Milben in der Hand. Schlagen Sie morgens die Betten auf und lassen Sie diese lüften. Nutzen Sie die Stoßlüftung, um im ganzen Haus zu lüften und öffnen Sie mehrmals täglich alle Fenster. So entweichen Feuchtigkeit und stickige Luft. Die Kinder haben eine Kissenschlacht veranstaltet? Auch dann sollten Sie rasch lüften und staubsaugen, denn jetzt sind Unmengen von Milben aufgewirbelt worden.
    Wichtig: Wenn Sie Ihre Kleidung lüften wollen, so sollte diese einen Platz in einem anderen Teil der Wohnung finden und nicht im Schlafzimmer! Denn auch die Kleidung ist mit den Hausstaubmilben belastet und sorgt für eine Verschlechterung Ihres Allergiezustandes.
    Die Luftfeuchtigkeit in den Räumen können Sie mithilfe eines Hygrometers kontrollieren, sie sollte generell unter 50 Prozent liegen. Stellen Sie auch keine Zimmerpflanzen in das Schlafzimmer, wenn Sie unter einer Hausstauballergie leiden! Sie sind das beste Mittel, um feuchte Luft im Raum zu produzieren. Das gilt auch für Aquarien und Luftbefeuchter – bitte nicht im Schlafzimmer aufstellen!
    Stellen Sie keine Ventilatoren oder Klimageräte auf, sie verteilen den Staub gründlich, nachdem sie ihn aufgewirbelt haben.
Lüften Sie ausreichend, denn damit haben Sie ein sehr gutes Mittel gegen Milben in der Hand. (#02)

Lüften Sie ausreichend, denn damit haben Sie ein sehr gutes Mittel gegen Milben in der Hand. (#02)

  • Mittel gegen Milben: Die passende Einrichtung
    Vorhänge und Wandteppiche sind schön, aber leider nur sehr gute Staubfänger. Das gilt auch für offene Regale: Wählen Sie lieber geschlossene Vitrinen als Unterbringungsmöglichkeit für Ihre Deko-Ideen. Generell sollten diese nur hinter verschlossenen Glastüren stehen und nicht als Staubfänger in der Wohnung.
    Die Böden hingegen sollten mit einem kurzflorigen Teppichboden bedeckt sein. Dieser hat den Vorteil, dass er täglich abgesaugt werden kann. Einen Laminat- oder Parkettboden müssen Sie täglich wischen. Ansonsten wird der Staub, der sich darauf niederlässt, bei jedem Laufen aufgewirbelt. Teppiche hingegen halten den Staub fest, müssen aber regelmäßig gereinigt werden. Keine hochflorigen Teppiche verwenden!
  • Putzen als Mittel gegen Milben
    Glatte Böden sollten Sie täglich wischen, mindestens alle zwei Tage sind sie aber fällig. Das gilt auch für Teppichböden, die gesaugt werden können. Fußabtreter gehören zum Trocknen nach draußen und müssen ebenfalls täglich abgeschüttelt werden. Wischen Sie nur feucht Staub und nutzen Sie einen Spritzer Teebaumöl oder Kokosöl. Die Aromastoffe sind bei Milbentieren nicht besonders beliebt und so zeigen sich Teebaumöl und Kokosöl ebenso wie Essig im Kampf gegen unerwünschte Mitbewohner als durchaus effektiv. Sie können auch eine kleine Schale mit Wasser im Schlafzimmer aufstellen und dort einige Tropfen Kokosöl oder Teebaumöl hineingeben. Diese wirken dann auch gleich gegen Mücken und andere Tiere, die Sie nicht in Ihrer Nähe haben wollen. Auch ein Spray mit diesen Wirkstoffen ist hilfreich, lässt es doch die Milbennahrung, nämlich menschliche Hautschuppen, ungenießbar werden. Generell sind viele selbstgemachte Hausmittel durchaus effektiv, hier sollten Sie allerdings probieren, was am besten wirkt. Um chemische Mittel kommen Sie zumindest in schweren Allergiefällen aber nicht herum.
  • Mittel gegen Milben: Schönen Urlaub!
    Sie können nicht in den Urlaub reisen und erst einmal mit einer großen Putzaktion im Hotel starten. Schauen Sie aber auf das Siegel der Allergikerfreundlichkeit. Dieses vergibt die Europäische Stiftung für Allergieforschung und bietet Allergikern einen Anhaltspunkt für gesunde Ferientage.
    Erkundigen Sie sich vorab nach der Art der Böden und der Wandverkleidung sowie nach den vorhandenen Textilien bzw. fragen Sie explizit nach, was in puncto Allergiefreundlichkeit getan wird. Bitten Sie um Encasings für die Betten. Notfalls nehmen Sie Folien von zu Hause mit und wickeln Kissen und Decken darin ein. Gemütlich ist etwas anderes, aber immer noch besser, als mit schweren Allergiesymptomen die freien Tage verbringen zu müssen.
    Nehmen Sie unbedingt Allergiemittel mit in den Urlaub: Nasenspray und Augentropfen gehören zur Notfallapotheke. Tipp: In den Gebirgen ab 1.500 m halten sich nur wenige Plagegeister. Ein Mittel gegen Milben besteht daher darin, vorrangig dort in den Urlaub zu fahren! Das gilt auch für heiße und trockene Wüstenregionen, dort fühlen sich die Tiere auch nicht wohl.

Video: Krätze erkennen und behandeln | Visite | NDR

Wichtig für Allergiker

Beim Putzen werden jede Menge Staubpartikel aufgewirbelt. Ein gutes Mittel gegen Milben ist daher auch, andere putzen zu lassen! Das wirkt zwar nicht direkt gegen die lästigen Kleintiere, doch es hilft einem Allergiegeplagten, nicht noch mehr zu leiden. Das Staubsaugen sollte ein Familienmitglied übernehmen oder eine Putzfee, den Staubsaugerbeutel sollten Sie keinesfalls selbst leeren. Außerdem sollte der Staubsauger einen HEPA-Filter besitzen, denn damit wird der Staub im Inneren gehalten und nicht postwendend wieder in die Luft geblasen.

Wer sich gar nicht vor dem Putzdienst drücken kann, sollte einen Mund-Nasenschutz tragen, der die Allergene filtert. Waschen Sie Textilien, die längere Zeit eingelagert wurden, vor dem ersten Tragen. Das gilt beispielsweise für die Winterkleidung, die nach dem Ende der warmen Monate wieder aus ihrem Sommerversteck geholt wird.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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