Pollen aktuell unterwegs: Pollenkalender für Allergiker

Welche Pollen aktuell unterwegs sind, ist vom Wetter ebenso abhängig wie von der Blütezeit der jeweiligen Pflanze, auf die das Immunsystem des Allergikers überschießend reagiert. Denn nichts anderes als eine Überreaktion ist eine solche Allergie!

Pollen aktuell: Vorhersage über Pollenflug wichtig

Wer unter Heuschnupfen leidet, sollte unbedingt die jeweiligen Allergene kennen, die die lästigen Symptome von laufender Nase über tränende und juckende Augen bis hin zur Atemnot und Kopfschmerzen hervorrufen können. Doch wer weiß, dass er zum Beispiel auf Beifuß allergisch reagiert, muss immer noch die Flugzeiten der Pollen kennen, nur so lässt sich der Kontakt mit dem Allergen auf ein Minimum beschränken.

Leider verschiebt sich durch die Klimaveränderung auch der Pollenflug: Viele Pflanzen und Bäume blühen länger sowie deutlich früher bzw. später im Jahr. In sehr milden Wintern muss ein Allergiker daher damit rechnen, dass er sogar in den Wintermonaten mit seiner Allergie zu kämpfen haben wird, selbst im Dezember und Januar treten dann Pollen auf. Welche das genau sind und wo die Pollen aktuell am stärksten zu erwarten sind, sagt die Pollenflugvorhersage für ganz Deutschland. Wer in Berlin wohnt, muss noch längst nicht so stark geplagt sein wie jemand, der als Heuschnupfengeplagter in München lebt und umgekehrt.

Die Prognose sagt für den jeweiligen Tag sowie für die folgenden drei Tage, wie es um die aktuelle Belastung für Allergiker bestellt ist und welche Allergieauslöser am stärksten vertreten sind.

Video: Pollenallergie – Tipps und Tricks für Allergiker

Pollen aktuell: Wie hilft die Pollenflugvorhersage?

Wenn Allergiker wissen, wann sie sich besonders schützen müssen, können Sie den Kontakt mit dem Allergen einschränken. Meist geht das mit einem stark verkürzten Aufenthalt im Freien einher – wer stark unter einem Heuschnupfen leidet, kann tagsüber oft gar nicht nach draußen und muss seine Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgen- sowie die späten Abendstunden beschränken. Wie hoch die aktuelle Belastung ist, erfahren Allergiker über die Vorhersage. Hierbei ist es möglich, direkt nach der Belastung durch einzelne Pflanzen zu suchen, was aber nur möglich ist, wenn Sie genau wissen, auf welche Pollen Sie allergisch reagieren. Ansonsten können Sie sich auch die allgemeine Belastungsintensität durch Pollen verschiedener Pflanzen und Bäume anzeigen lassen.

Die Pollenflugvorhersage bezieht dabei das Wetter mit ein, daher bieten nahezu alle Wetterdienste auch die Vorhersage über die derzeitige Pollenbelastung. Denn: Regnet es, ist das ein Fest für Allergiker! Die Luft wird praktisch von Pollen gereinigt, endlich ist wieder ein freies Durchatmen möglich. Wo genau der jeweils „verträglichste“ Aufenthaltsort in Deutschland ist und ob sich ein Allergiker besser in Berlin oder in Rostock aufhalten sollte, darüber gibt die Pollenflugvorhersage die beste Auskunft.

Allergiker sollten, wenn die Pollen aktuell besonders intensiv sind, folgende Tipps beherzigen (#01)

Allergiker sollten, wenn die Pollen aktuell besonders intensiv sind, folgende Tipps beherzigen (#01)

Pollen aktuell: Große Belastung vorhergesagt

Steht fest, dass die Pollen aktuell besonders zahlreich und in großer Intensität unterwegs sind, ist die Pollenflugvorhersage das wichtigste Hilfsmittel, um angemessen und möglichst frühzeitig zu reagieren. Nur so lassen sich die schlimmsten Symptome wenigstens eindämmen, wenn auch nicht gänzlich verhindern.

Allergiker sollten, wenn die Pollen aktuell besonders intensiv sind, folgende Tipps beherzigen:

  • Vermeiden sie Aufenthalte im Freien so weit wie möglich.
  • Halten Sie Fenster und Türen geschlossen.
  • Versehen Sie Fenster mit Pollenschutzgittern (teilweise in Kombination mit Insektenschutznetzen erhältlich).
  • Trocknen Sie die Wäsche nicht im Freien.
  • Lüften Sie stoßweise – keinesfalls die Fenster auf Dauer gekippt lassen!
  • Getragene Kleidung sollten Sie außerhalb des Schlafzimmers zum Lüften aufhängen.
  • Waschen Sie die Haare, ehe Sie zu Bett gehen.
  • Statten Sie Ihr Fahrzeug mit Pollenschutzfiltern aus.

Niemand kann den Kontakt zu Pollen komplett vermeiden, doch wenigstens sollte er auf ein Minimum beschränkt werden. Somit halten Sie die Symptome in Schach und gönnen Ihrem Immunsystem ein wenig Erholung.

Video: Die sieben besten Tipps: Was tun gegen Pollenallergie?

Hilfe durch den Pollenflugkalender

Nicht nur die Pollenflugvorhersage, über die Sie erfahren, welche Pflanzen gerade an welchem Standort besonders intensiv blühen und wo die Gesundheitsbelastung durch Pollen sehr groß ist, hilft Ihnen als Allergiker. Auch der Pollenkalender sollte Berücksichtigung finden, denn er zeigt die genauen Blühzeiten der Pflanzen detailliert an. Bitte beachten: Nicht jeder Pollenkalender berücksichtigt verlängerte Blühzeiten, die sich beispielsweise durch einen besonders warmen September und Oktober ergeben oder durch einen sehr mild verlaufenden Winter.

Dies erfordert eine regelmäßige Aktualisierung und Anpassung an die jeweiligen Witterungs- und damit an die Blühverhältnisse.
Der Pollenflugkalender sollte zudem nicht nur die Hauptblühzeiten anzeigen, sondern auch die Zeiten, in denen die Belastungsintensität weniger hoch ist. Denn: Viele Allergiker reagieren bereits auf geringe Pollenbelastungen und sollten daher auch darüber informiert werden. Dabei sollten Sie berücksichtigen, dass sich Pollen über viele Kilometer hinweg verbreiten können und somit die Belastung auch dann hoch sein kann, wenn in unmittelbarer Wohnumgebung gerade keine Birke steht oder kein Roggenfeld zu sehen ist.

Dass sich die verschiedenen Blühzeiten auf den Heuschnupfen auswirken, ist logisch. (#02)

Dass sich die verschiedenen Blühzeiten auf den Heuschnupfen auswirken, ist logisch. (#02)

Wie wird der Pollenflugkalender benutzt?

Der Pollenkalender zeigt in Tabellen- oder Grafikform, welche Pollen aktuell unterwegs sind bzw. welche Pflanzen wann im Jahr blühen. Dabei differenziert der Kalender zwischen einer hohen und einer geringeren Belastungsintensität – wer stark allergisch auf eine Pollenart ist, wird auch schon bei geringen Pollenbelastungen mit den Symptomen des Heuschnupfens zu kämpfen haben. Es ist daher gut zu wissen, wann die jeweilige Hauptblühzeit ist, sodass Sie sich schon auf die kommende „Schniefsaison“ vorbereiten können.

Doch nicht nur diejenigen, die bereits wissen, auf welche Pflanzen sie allergisch reagieren, profitieren vom Pollenkalender. Anhand der hier dargestellten Daten ist es auch möglich, überhaupt herauszufinden, welche Pflanzen, Bäume und Sträucher bzw. welche Blüten für die Allergie verantwortlich sein können. Sie sehen im Kalender die Blühzeiten und können diese mit Ihren Symptomen vergleichen. Wann schniefen Sie besonders stark? Wann tränen die Augen weniger, ist die Nase fast in Ordnung?

Treten Ihre Beschwerden bereits sehr zeitig im Jahr auf – teilweise schon Ende Januar/Anfang Februar -, so kommen vor allem Pollen des Haselnussstrauchs oder der Erle in Betracht. Im Spätsommer hingegen sind Beifuß und Nessel bzw. deren Pollen unterwegs. Wer auf Gräser allergisch ist, muss meist die gesamte warme Jahreszeit mit einer hohen Pollenbelastung rechnen, hier ist die Pflanzenart deutlich schwieriger herauszufinden.

Video: Automatische Pollenfluganalyse: Abhilfe für Allergiker (Reportage)

Pollen aktuell: Unterschiede durch Jahreszeit und Region

Dass sich die verschiedenen Blühzeiten auf den Heuschnupfen auswirken, ist logisch. Doch auch das Wetter spielt eine Rolle: Regnet ist, ist die Luft sauber. Lange Trockenzeiten hingegen sind der Horror für jeden Allergiker, dann ist die Luft derart mit Pollen angereichert, dass ein freies Atmen nahezu unmöglich ist. Da ist auch die Zeit, in der Cortisonsprays ihre Hauptsaison haben, denn viele Heuschnupfengeplagte halten sich damit über Wasser bzw. kommen mit dem Spray über den Sommer.

Diejenigen, die am Wasser wohnen und hier speziell an Nord- und Ostsee, können sich glücklich schätzen. Die Pollenbelastung ist hier durch die feuchte und salzige Meerluft deutlich geringer. Interessant sind des Weiteren die regionalen Unterschiede, weshalb eine gute Pollenflugvorhersage immer derartige Aspekte immer mit einbeziehen sollte. Die einzelnen Pflanzenarten sind unterschiedlich stark verbreitet und nicht in allen Regionen Deutschlands in gleichem Maße vertreten. Außerdem spielen regionale Unterschiede bei den Vegetationszyklen eine Rolle – einige Arten blühen in manchen Regionen länger, in anderen Regionen hingegen sind sie durch das wärmere Klima rascher verblüht. Der Pollenkalender sollte daher nur ergänzend zur Pollenvorhersage genutzt werden, denn Letztere ist meist besser auf die individuelle Region zugeschnitten.

Insofern ist der Pollenkalender sogar für die Urlaubsplanung hilfreich: Wer möchte schon gern dort in den Urlaub reisen, wo er weiß, dass hier die Pollenbelastung besonders hoch ist? Der Pollenkalender und die Pollenflugvorhersage zeigen für jeden Ort in Deutschland genau an, wo die Belastung hoch ist – der Sommerurlaub sollte daher lieber in die Berge oder ans Meer führen, wenn ein Allergiker eine möglichst geringe Pollenintensität braucht. Wer seine Ferien im Ausland verbringen möchte, muss sich einen entsprechenden Kalender für das jeweilige Land besorgen, was jedoch nicht immer ganz einfach ist. Nicht für jedes Land sind derartige Hilfsmittel für Allergiker erhältlich, da ein solcher Service nicht von allen Wetterdiensten im Ausland angeboten wird.

Eine gänzliche Vermeidung des Allergens ist leider meist nicht möglich, denn geringe Belastungsintensitäten finden sich selbst nachts oder nach einem Regenschauer. (#03)

Eine gänzliche Vermeidung des Allergens ist leider meist nicht möglich, denn geringe Belastungsintensitäten finden sich selbst nachts oder nach einem Regenschauer. (#03)

Fazit: Wann ist der Pollenflugkalender sinnvoll?

Wer wissen möchte, welche Pollen aktuell unterwegs sind und die eigene Gesundheit beeinträchtigen können, kommt um die Nutzung des Pollenflugkalenders sowie der Pollenvorhersage nicht herum. Der Kalender hilft dabei, die Allergene zu vermeiden und kann sogar dazu dienen, eine Allergie vorläufig zu identifizieren. Wer immer wieder mit laufender Nase und tränenden Augen zu tun hat, wenn bestimmte Pflanzen ihre Hauptblühphase haben, ist aller Wahrscheinlichkeit nicht erkältet oder anderweitig erkrankt.

Der Pollenflugkalender kann somit ein Allergen zumindest grob eingrenzen und therapeutische und diagnostische Maßnahmen sinnvoll unterstützen. Außerdem hilft er Allergikern dabei, ihren Alltag zu planen, sodass dieser möglichst wenig Kontakt mit dem Allergen zulässt. Eine gänzliche Vermeidung des Allergens ist leider meist nicht möglich, denn geringe Belastungsintensitäten finden sich selbst nachts oder nach einem Regenschauer. Allerdings reagiert die Mehrzahl der Allergiker nicht so stark auf derart geringe Intensitäten, dass sie mit schweren Allergiesymptomen zu kämpfen haben.

Video: Pollenallergie: Alternative Heilmethoden im Check

Ein Tipp

Besonders hilfreich ist auch die Pollenflug-App: Sie zeigt genau, welche Pollen aktuell unterwegs sind und wird ständig aktualisiert. Das heißt, dass sich hier Neuerungen im Laufe eines Tages zeigen können, was bei einem festen Kalender, der einmal täglich überarbeitet wird, nicht der Fall ist. Somit sind Heuschnupfengeplagte auch unterwegs ständig darüber informiert, wie sich die Pollenbelastung momentan gestaltet und können ihre Aktivitäten entsprechend anpassen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Patrizia Tilly  -#01:  mkrberlin  -#02: Serhiy Kobyakov – #03: Africa Studio

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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