Hausstauballergie: So wird es trotzdem ein perfekter Urlaub

Wer unter einer Hausstauballergie leidet, sollte bei der Planung der Reise einige Tipps beachten, damit der Urlaub erholsam wird und ohne Beschwerden wie tränende Augen und juckende Haut genossen werden kann.

Urlaub mit Hausstauballergie: Tipps für die Reiseplanung

Eine Hausstauballergie plagt die Betroffenen im Gegensatz zur Pollenallergie das ganze Jahr über. Außerdem ist es so gut wie unmöglich, Hausstaub komplett zu meiden. Tierhaar- oder Nahrungsmittelallergiker können sich vor den unangenehmen Symptomen ihrer Allergie durch Vermeidung des Kontakts mit den betreffenden Allergenen schützen.

Hausstaub befindet sich jedoch überall und auch wenn es gelingt, Hausstaub in den eigenen vier Wänden erfolgreich zu bekämpfen, müssen Allergiker damit rechnen, im Urlaub mit einer erhöhten Belastung konfrontiert zu werden.

Hausstauballergie: Symptome und Behandlung

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Allergien. Eine Studie ergab alarmierende Zahlen, wobei beachtet werden muss, dass Asthmatiker in diesem Zusammenhang nicht zu den Allergikern gezählt wurden. Nicht immer wird Asthma durch eine allergische Reaktion ausgelöst, aber viele Asthmatiker leiden zusätzlich an einer Hausstauballergie.

  • 30 Prozent der 18- bis 79-Jährigen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Allergie
  • bei den Frauen sind es 35,8 Prozent
  • bei den Männern sind es 24,1 Prozent
  • etwa 15 Prozent leiden unter Heuschnupfen
  • 10 bis 15 Prozent leiden unter einer Hausstauballergie

Das Robert-Koch-Institut stuft Allergien mittlerweile als Volkskrankheit ein, welche die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigt.

Video: Hausstauballergie einfach erklärt

Symptome einer Hausstauballergie

Eine Hausstauballergie äußert sich durch die übermäßige Reaktion des Immunsystems auf Eiweiße im Kot der Hausstaubmilben, die überall in unserer Umgebung vorkommen. In den meisten Fällen entwickelt sich die Hausstauballergie bereits während der frühen Kindheit und bleibt unbehandelt lebenslang bestehen.

Typische Symptome einer Hausstauballergie sind:

  • juckende, tränende Augen
  • Husten
  • Fließschnupfen
  • verstopfte Nase
  • Niesreiz
  • Hautausschläge (Nesselsucht)
  • im Extremfall: Atemnot sowie allergisches Asthma

Die Hausstaubmilben, welche für diese Reaktionen des Immunsystems verantwortlich sind, finden sich überall in unserer Umgebung. Ihr Kot vermischt sich mit dem Staub und verteilt sich über die Luft. Besonders viele Hausstaubmilben leben in Matratzen, Polstern, Teppichen, Textilien und Vorhängen, also dort wo sich Hausstaub sammelt und nicht einfach durch Staubwischen entfernt werden kann. Je mehr Staubfänger sich in einem Raum befinden und je seltener dort intensiv Staub geputzt und gesaugt wird, desto mehr leidet der Allergiker.

Behandlung einer Hausstauballergie

Die einzige Möglichkeit, eine Hausstauballergie ursächlich zu behandeln und im besten Fall zu heilen, ist die Hyposensibilisierung, die von einem erfahrenen Allergologen vorgenommen werden sollte. Dabei werden geringe Mengen der Allergene über einen langen Zeitraum (mit steigender Dosierung) immer wieder unter die Haut gespritzt, damit sich das Immunsystem langsam an die Allergene gewöhnt wird und nicht mehr darauf reagiert. Für Kinder gibt es die Möglichkeit, die Allergene in Tropfenform zu verabreichen.

Ansonsten kann man lediglich die Symptome durch Medikamente lindern oder sicherstellen, dass man weitgehend den Kontakt mit Hausstaub meidet. Der Verzicht auf Teppiche und Vorhänge, spezielle Matratzenüberzüge sowie regelmäßiges feuchtes Staubwischen und Aufwischen der Böden tragen dazu bei, die Konzentration der Allergene deutlich zu verringern. Sehr wirkungsvoll zur Vorbeugung allergischer Reaktionen ist außerdem das Anbringen von Pollenschutzgittern an den Fenstern, denn viele Allergiker leiden gleichzeitig an einer Hausstaub- und einer Pollenallergie.

Meist gelingt es Hausstauballergikern recht gut, die Allergiebelastung im eigenen Zuhause durch entsprechende Maßnahmen einzudämmen.

Meist gelingt es Hausstauballergikern recht gut, die Allergiebelastung im eigenen Zuhause durch entsprechende Maßnahmen einzudämmen.(#01)

Welche Tipps sollten Allergiker bei der Reiseplanung beachten?

Meist gelingt es Hausstauballergikern recht gut, die Allergiebelastung im eigenen Zuhause durch entsprechende Maßnahmen einzudämmen. Probleme treten jedoch auf, wenn man während einer Reise in der Ferienwohnung oder im Hotel auf eine hohe Konzentration der allergieauslösenden Stoffe trifft. In diesem Fall tritt statt des erhofften Erholungseffekts eine allergische Reaktion ein, die den Urlaub extrem belastet.

Mit den folgenden Tipps kann ein Hausstauballergiker vermeiden, dass er ausgerechnet im Urlaub stark auf Allergene reagiert:

  • Urlaubsort entsprechend auswählen
  • Bei der Hotelwahl auf Angebote für Allergiker achten
  • Hotelzimmer oder Ferienwohnung selbst reinigen
  • Spezielle Ausstattung mitnehmen
  • An Reiseapotheke und Dokumente denken

Urlaubsort entsprechend auswählen

Die Auswahl des Urlaubsorts ist für Allergiker ganz besonders wichtig. Für Hausstauballergiker sind Urlaubsorte im Hochgebirge besonders empfehlenswert. In einer Höhe zwischen 1.500 und 1.800 Metern ist die Milbenbelastung sehr viel geringer. Teilweise verschwinden Milben sogar komplett, denn sie können in den Bedingungen, die im Hochgebirge herrschen, nicht überleben.

Da viele Hausstauballergiker gleichzeitig unter einer Pollenallergie leiden, ist auch ein Urlaubsort an der Nord- und Ostseeküste oder der Atlantikküste geeignet. Dort gibt es kaum Pollen und viele Hotels sind auf die speziellen Bedürfnisse von Allergikern vorbereitet.

Video: ARD-Buffet – Ach was! Hausstauballergie

Bei der Hotelwahl auf Angebote für Allergiker achten

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei den Allergien um ein Massenphänomen, sodass sich viele Hotels und Eigentümer von Ferienwohnungen darauf eingestellt haben. Die Zimmer sind nur sparsam mit Wohntextilien ausgestattet und auf Staubfänger wird weitgehend verzichtet. Darüber hinaus sorgt eine sorgfältige tägliche Reinigung dafür, die Staubbelastung zu verringern. Bei der Buchung des Hotels sollte man also darauf achten, ob der Roomservice die Zimmer täglich gründlich reinigt.

Eine Alternative zum Urlaub im Hotel oder in der Ferienwohnung ist eine Reise im eigenen Wohnmobil. Das Wohnmobil kann entsprechend ausgestattet werden und bietet die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass ähnliche Bedingungen wie zuhause vorherrschen und man nicht in ein Hotelzimmer kommt, das in keinster Weise den besonderen Ansprüchen des Allergikers genügt.

Hotelzimmer oder Ferienwohnung selbst reinigen

Falls man kein Hotel mit speziellem Angebot für Allergiker findet oder eine Ferienwohnung mieten möchte, muss man wohl oder übel selbst für die nötige tägliche Reinigung sorgen. Leider sind viele Ferienwohnungen nicht mit einem Staubsauger ausgestattet. Feuchtes Aufwischen der Böden und Abwischen der Oberflächen kann den Großteil des Staubs entfernen. Diese Arbeiten sollten jedoch möglichst nicht vom Hausstauballergiker, sondern von anderen Familienmitgliedern erledigt werden. Es ist sogar sinnvoll, dass der Allergiker während der Reinigung das Zimmer oder die Ferienwohnung verlässt, weil beim Staubwischen der Staub zunächst aufgewirbelt wird.

 

Darüber hinaus ist es wichtig, darauf zu achten, dass in der Reiseapotheke alle nötigen Medikamente gegen allergische Beschwerden vorhanden sind und vor Ort eine ausreichende ärztliche Versorgung gewährleistet ist.

Darüber hinaus ist es wichtig, darauf zu achten, dass in der Reiseapotheke alle nötigen Medikamente gegen allergische Beschwerden vorhanden sind und vor Ort eine ausreichende ärztliche Versorgung gewährleistet ist.(#02)

Spezielle Ausstattung mitnehmen

Um sich das Leben zu erleichtern, sollte man außerdem die spezielle Ausstattung, die man in den eigenen vier Wänden verwendet, mit in den Urlaub nehmen. Da sich besonders viele Milben in der Matratze und in den Bettwaren aufhalten, ist es sinnvoll, Matratzenüberzüge und auch milbendichte Überzüge für die Kissen und die Bettdecke (sogenannte Encasings) mitzunehmen.

Es gibt außerdem spezielle Allergiker-Schlafsäcke, die für das Schlafen im Bett geeignet sind und die ebenfalls den Kontakt zu den Allergenen minimieren. Eine weitere Möglichkeit bieten aufblasbare Reisekissen, welche dafür sorgen, dass zumindest der Kopf und somit die Atemwege vor direktem Kontakt mit dem Milbenkot geschützt werden.

Sehr empfehlenswert ist die Mitnahme eines speziellen Milbensaugers, mit dem man täglich die Böden und Polster vom Hausstaub befreien kann. Mit diesen Staubsaugern werden Milben und Milbenkot besonders effektiv entfernt, sodass sich die Anschaffung in einem Haushalt, in dem Allergiker leben, unbedingt lohnt. Auch wenn der Milbensauger Platz im Auto beansprucht, sollte dieses nützliche Equipment auf die Reise mitgenommen werden.

An Reiseapotheke und Dokumente denken

Darüber hinaus ist es wichtig, darauf zu achten, dass in der Reiseapotheke alle nötigen Medikamente gegen allergische Beschwerden vorhanden sind und vor Ort eine ausreichende ärztliche Versorgung gewährleistet ist. Es sollten alle Dokumente, welche im Notfall relevant sind (vor allem der Allergieausweis), mitgenommen werden.

Es wird empfohlen, Medikamente und Dokumente bei Flugreisen im Handgepäck unterzubringen. Feuchte Reinigungstücher bieten die Möglichkeit, Oberflächen schnell und einfach von Staub zu befreien. Es gibt zudem spezielle Luftreiniger, die transportabel sind und auch auf Reisen für milbenfreie Luft im Hotelzimmer oder in der Ferienwohnung sorgen.

Die Auswahl des Urlaubsorts ist für Allergiker ganz besonders wichtig. Für Hausstauballergiker sind Urlaubsorte im Hochgebirge besonders empfehlenswert. In einer Höhe zwischen 1.500 und 1.800 Metern ist die Milbenbelastung sehr viel geringer.

Die Auswahl des Urlaubsorts ist für Allergiker ganz besonders wichtig. Für Hausstauballergiker sind Urlaubsorte im Hochgebirge besonders empfehlenswert. In einer Höhe zwischen 1.500 und 1.800 Metern ist die Milbenbelastung sehr viel geringer.(#03)

Reisen mit Hausstauballergie: Vorbeugung ist alles!

Ziel der Reiseplanung ist es, durch entsprechende Vorbereitung den allergischen Reaktionen vorzubeugen. Deshalb sollte man sich vorab im Hotel oder beim Anbieter des Ferienhauses informieren, ob eine entsprechende Ausstattung vorhanden ist und gegebenenfalls auf eine andere Unterkunft ausweichen.

Viele Anbieter haben sich darauf spezialisiert, Allergikern adäquate Bedingungen zu bieten. Seit 2006 werden allergikerfreundliche touristische Angebote von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) mit einem besonderen Siegel gekennzeichnet. Hotels und sogar ganze Gemeinden erfüllen die strengen Bedingungen (ECARF-zertifizierte Unterkünfte). Wer sich für ein derartiges Angebot entscheidet, stellt sicher, einen erholsamen Urlaub zu genießen.

Generell werden Urlaubsorte im Hochgebirge besonders empfohlen, da bereits ab einer Höhe von 1.500 Metern die Allergiebelastung drastisch sinkt. Ein Urlaub in den Alpen, Pyrenäen oder Dolomiten ist für Hausstauballergiker somit eine Wohltat.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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