Staubmilben: Unliebsame Mitbewohner gezielt eindämmen

Staubmilben sind kleine Spinnentiere, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Doch sie können das Immunsystem eines Menschen stark belasten. Und das können Allergiker dagegen tun:

Staubmilben: Fiese Tierchen in jedem Haushalt

Immer mehr Menschen haben mit Staubmilben zu kämpfen und suchen nach Wegen, um sich gegen die fiesen Tierchen zu wehren. Da kommen zum Beispiel moderne Luftreiniger zum Einsatz, die die Raumluft zwischen zwei und fünf Mal in der Stunde filtern und so dafür sorgen, dass der Kot der Staubmilben, der das tatsächliche Allergen ist, sowie Bakterien und anderen Kleinstteilchen aus der Luft gezogen werden.

Die Luft wird sauberer und Allergiesymptome nehmen ab. Dennoch sei an dieser Stelle erwähnt, dass es unmöglich ist, die Vermehrung der Staubmilben gänzlich zu verhindern.

Dazu einige interessante Zahlen:

  • Staubmilben produzieren rund 20 Kügelchen Kot am Tag
  • sie werden zwischen zwei und vier Monate alt
  • die Tiere sind zwischen 0,1 und 0,5 mm groß
  • die im Laufe ihres Lebens ausgeschiedene Kotmenge entspricht dem 200-Fachen ihres Körpergewichts
  • in einem Gramm Staub sind rund 1000 Milben und mehr als 250.000 Kotkugeln enthalten
  • 10 bis 15 Prozent der Menschen reagieren mit einer Hausstaubmilbenallergie

Beeindruckende Zahlen, die ein Allergiker verständlicherweise am liebsten verdrängt. Dabei muss sich jeder mit den Tieren arrangieren, denn auch die besten technischen Möglichkeiten oder Hausmittelchen helfen nicht komplett. Staubmilben ernähren sich von der Mischung aus Schweiß und Hautschuppen, die sich vor allem im Bett ansammelt und dort in der Matratze lagert.

Je stärker ein Mensch schwitzt und desto älter die Matratze ist, desto höher ist die Milbenbelastung. Die kleinen Tierchen fühlen sich dort pudelwohl und trotzdem jeglichem Versuch, sie gänzlich zu verbannen.

Milben sind weltweit zu finden und gehören zur großen Gruppe der Spinnentiere.

Milben sind weltweit zu finden und gehören zur großen Gruppe der Spinnentiere.(#01)

Was ist eine Hausstaubmilbenallergie?

Wie der Name schon vermuten lässt, hängt die Hausstaubmilbenallergie mit Staubmilben zusammen. Doch es ist nicht allein das Vorhandensein dieser Tiere, das einen Allergiker zur Verzweiflung und zum ständigen Schniefen bringen kann. Vielmehr ist es bereits besagter Kot, der nachts im Schlaf eingeatmet wird und die Atemwege in Aufruhr versetzt. In Fachkreisen ist von einer sogenannten inhalativen Allergie die Rede.

Milben sind weltweit zu finden und gehören zur großen Gruppe der Spinnentiere. Sie zählen somit auch acht Beine und sind eigentlich harmlos. Staubmilben beißen oder stechen nicht, sie sind auch keine Überträger von Krankheiten. Sie ernähren sich von Hautschuppen und Schimmelpilzen, auch einzelne Bestandteile aus Mehlprodukten stehen auf ihrem Speiseplan.

Ihr Vorhandensein ist völlig normal und lässt nicht auf eine mangelnde Hygiene schließen. Wer an einer Hausstaubmilbenallergie leidet, kann täglich staubsaugen und wischen, kann Luftreiniger einsetzen und seine Matratzen alle paar Monate wechseln: Los wird er die Tierchen dennoch nicht.

Dabei ist gut zu wissen, dass Staubmilben gern dort sind, wo es etwas feuchter ist, daher sind sie auch in den Matratzen zu finden. Das bedeutet aber auch, dass sie eine hohe Luftfeuchte lieben, die wiederum durch einen Luftbefeuchter ausgelöst wird. Auch schlechtes oder mangelhaftes Lüften lässt die Luftfeuchte im Haus und damit die Milbenpopulation sprunghaft ansteigen.

Nicht jeder Mensch entwickelt eine Hausstaubmilbenallergie, doch bei allen prüft das jeweilige Immunsystem, ob sich körperfremde Substanzen eingeschlichen haben. Normalerweise wird beim Vorhandensein von Milbenkot gemeldet, dass es sich um einen alltäglichen und damit harmlosen Stoff handelt.

Doch manchmal reagiert das Immunsystem über und stuft den Stoff als schädlich ein. Es reagiert wie immer bei der Abwehr von Erregern und will den Störenfried bekämpfen. Schon zeigen sich die ersten Symptome

Ein allergischer Schnupfen, der sich als Fließschnupfen äußert und mit einem häufigen Niesreiz einhergeht, ist üblich.

Ein allergischer Schnupfen, der sich als Fließschnupfen äußert und mit einem häufigen Niesreiz einhergeht, ist üblich.(#02)

Symptome bei einer Allergie gegen Staubmilben

Eine Allergie gegen Staubmilben kann so weit gehen, dass die Gesundheit tatsächlich stark eingeschränkt wird und sich ein Krankheitsgefühl einstellt.

Die häufigsten Symptome stellen sich wie folgt dar:

  • Nase
    Ein allergischer Schnupfen, der sich als Fließschnupfen äußert und mit einem häufigen Niesreiz einhergeht, ist üblich. Außerdem kann die Nase ständig verstopft sein. Aufgrund der Tatsache, dass die Milben in den Matratzen sitzen, ist der Schnupfen morgens am stärksten ausgeprägt.
  • Augen
    Die Augen können tränen und jucken, auch eine Bindehautentzündung kann sich häufig einstellen.
  • Lunge
    Ein allergischer Husten kann auftreten und wird oft fälschlicherweise mit einem Erkältungshusten verwechselt. Außerdem kann sich eine Bronchitis entwickeln oder es kommt zu akuter Atemnot durch ein allergisches Asthma.
  • Haut
    Juckreiz, Nesselfieber und weiterer Ausschlag sind mögliche Symptome bei einer Allergie gegen Staubmilben.

Gerade im Frühling und Sommer fragen sich Betroffene, ob es nicht doch eher ein Heuschnupfen sein könnte, der ihre Gesundheit so stark beeinträchtigt. Doch dabei treten die Beschwerden mit dem Beginn der Blühperiode auf und sind typischerweise besser oder gar nicht vorhanden, wenn es kühler und feuchter ist oder wenn es gar geregnet hat.

Eine hohe Luftfeuchte wirkt sich hier lindernd aus. Wenn es aber so ist, dass die Nase das ganze Jahr über läuft und auch Regen nicht zur Verbesserung des Allgemeinbefindens beitragen kann, ist eine Allergie gegen Staubmilben die wahrscheinlichere Ursache. Diese wird überdies schlimmer, wenn sich der Betroffene im Haus aufhält, wohingegen ein Heuschnupfen im Haus besser ist.

Teilweise lassen sich die Symptome nicht gut abgrenzen, wenn beispielsweise auch noch Erkältungszeit ist. Andere Erkrankungen können die Allergieanzeichen für längere Zeit überdecken.

Eine Allergie gegen Staubmilben ist aber nicht harmlos, denn sie gehört zu den sogenannten Atopien. Wenn jemand an einer Atopie leidet, können mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Formen aus diesem Kreis auftreten. Wird eine Hausstauballergie nicht behandelt, kann es daher sein, dass die betreffende Person ein Asthma entwickelt. Bei Kindern gehen die Forscher sogar so weit, dass sie behaupten, dass Dreiviertel der kleinen Patienten ein allergisch bedingtes Asthma aufweisen.

Ein dauerhafter Kontakt mit einem Allergen und die ausbleibende Behandlung sorgen dafür, dass sich die Beschwerden verschlimmern und weitere Erkrankungen entstehen. So können auch bei besonders hautempfindlichen Menschen neurodermitische Erkrankungen aus einer anfänglichen Stauballergie entstehen.

Um der Gesundheit etwas Gutes zu tun und die Auswirkungen einer Allergie zu verringern, ist die Vermeidung des Allergens wichtig.

Um der Gesundheit etwas Gutes zu tun und die Auswirkungen einer Allergie zu verringern, ist die Vermeidung des Allergens wichtig.(#04)

Staubmilben bekämpfen: Vorbeugung ist wichtig für die Gesundheit

Um der Gesundheit etwas Gutes zu tun und die Auswirkungen einer Allergie zu verringern, ist die Vermeidung des Allergens wichtig. Dies ist aber angesichts der Tatsache, dass Staubmilben einfach überall sind und sich nicht gänzlich bekämpfen lassen, nicht ganz einfach. Hier muss es darum gehen, sie so gut es geht an der Vermehrung zu hindern. Es gilt daher, deren Population einzudämmen. Die eingangs erwähnten Luftreiniger sind eine Möglichkeit, doch es gibt noch weitaus einfacherer, die in jedem Fall ergänzend zum Luftreiniger angewendet werden sollten.

Von Mai bis August sollte es in Allergikerhaushalten aussehen wie zu Großmutters Zeiten: Decken und Kissen sollten auf dem Fensterbrett oder Balkon lüften dürfen. Sie trocknen damit besser durch und entziehen den Milben einen Teil ihrer Lebensgrundlage. Des Weiteren können Encasings verwendet werden.

Dabei handelt es sich um milbendichte Bettlaken, die verhindern, dass Milben in die Matratzen krabbeln können. Sie bekommen damit einen Teil ihrer Nahrungsquelle und ihres Lebensraums entzogen. Außerdem ist es ratsam, die Kissen- und Deckenbezügen spätestens nach 14 Tagen bei mindestens 60 °C zu waschen, wobei die Häufigkeit des Waschens vom Schwitzen abhängig ist. Wer im Sommer Staubmilben bekämpfen und an ihrer Vermehrung hindern möchte, muss sein Bettzeug deutlich häufiger waschen.

Generell wird das Lüften immer noch unterschätzt. Täglich mehrfaches Stoßlüften sorgt dafür, dass die Luftfeuchte im Haus geringer wird, was Milben gar nicht gefällt. Sie müssen Wärme und Feuchtigkeit entzogen bekommen, das ist die beste Vorbeugung gegen einen zu starken Milbenbefall.

Dicke Teppiche sind ebenfalls tabu, doch auch kurzfaserige Teppiche sind eine gute Wahl. Sie halten Staub fest, während er bei Laminat oder Parkett bei jedem Schritt aufgewirbelt wird. Bei glatten Fußböden gilt daher: Besser alle zwei Tage feucht wischen!
Für Kinder wichtig: Plüschtiere müssen ebenfalls einer Waschkur unterzogen werden.

Sie sollten bei 60 °C in die Waschmaschine und dies regelmäßig! Da das aber nur bei wenigen Plüschfreunden möglich ist, sollten sie wenigstens zwischendurch für mindestens 24 Stunden in den Froster. Dann sterben die Milben ab. Ihr Kot bleibt allerdings haften, daher ist das nur die zweitbeste Lösung nach dem heißen Waschen.

Besser ist es, auf langfellige Plüschtiere zu verzichten. Generell sollten sich in der Wohnung eines Allergikers keine Staubfänger befinden. Deko ja, aber nur das, was gut abgewischt werden kann! Ansonsten sollten die Gegenstände besser in verschlossenen Vitrinen als in offenen Regalen gelagert werden, das dämmt die Staubgefahr ein wenig ein.

Die genannten Maßnahmen zur Vorbeugung sind so wirksam, dass sie bei konsequentem Anwenden erreichen können, dass der betreffende Allergiker keine Medikamente braucht. (#03)

Die genannten Maßnahmen zur Vorbeugung sind so wirksam, dass sie bei konsequentem Anwenden erreichen können, dass der betreffende Allergiker keine Medikamente braucht. (#03)

Behandlung der Allergie ist möglich

Die genannten Maßnahmen zur Vorbeugung sind so wirksam, dass sie bei konsequentem Anwenden erreichen können, dass der betreffende Allergiker keine Medikamente braucht. Das gilt zumindest für rund 40 Prozent aller Hausstauballergiker. Ist die Vorbeugung aber nicht ausreichend, muss eventuell eine medikamentöse Therapie angewendet werden.

Hier kommen Antihistaminika zur Anwendung, die die Allergiesymptome dämpfen. Sie unterdrücken die Reaktion des Körpers auf das Allergen und dämmen die Produktion der Histamine ein. Dieses sind die allergieauslösenden Stoffe, die zu den typischen Beschwerden führen.

Das Immunsystem bleibt aber dennoch überempfindlich und kann wieder äußerst gereizt reagieren, sobald die Medikamente abgesetzt werden. Eine Hyposensibilisierung kann daher sinnvoll sein. Diese wird für Kinder ab sechs Jahren empfohlen. Außerdem sollte nur eine Allergie gegen möglichst wenig Allergene bestehen und die Allergie darf sich noch nicht verfestigt haben. Das Ziel ist es, mit ständigen Reizen das Immunsystem zu trainieren und es schrittweise an die dauerhafte Belastung heranzuführen.

Im besten Fall reagiert der Körper dann nicht mehr auf das Allergen, allerdings müssen dafür einige Jahre (bis zu drei) der Behandlung eingeplant werden. Für Kinder oder empfindliche Patienten empfiehlt sich die Hyposensibilisierung per Tropfen, alle anderen Patienten bekommen normalerweise sich wiederholende Spritzen.

Nach Abschluss der Therapie können die Medikamente zur Behandlung der Allergie in den meisten Fällen verringert oder sogar gänzlich weggelassen werden. Die Hyposensibilisierung bringt dabei noch einen weiteren Vorteil mit sich: Dank ihr weitere sich die Allergie oft nicht auf andere Allergene aus und es findet auch kein sogenannter Etagenwechsel statt (zum Beispiel von der Hausstauballergie auf ein allergisches Asthma).


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:   tommaso79 -#01:  phugunfire-#02: _Ann in the uk -#03: Africa Studio -#04: Denis Simonov

Über Sabrina Müller

Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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