Der jüngste Mensch ist gerade einmal 18 Monate alt. Die Eltern der kleinen Ivy aus dem US-Bundesstaat Minnesota schreit beim ersten Kontakt mit Wasser und sieht aus wie nach einem schweren Sonnenbrand.
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Wasserallergie: Reaktionen des Körpers auf das Lebenselixier
Die Eltern der oben beschriebenen Ivy waren der Meinung, bei der Reaktion ihrer kleinen Tochter handele sich um einen allergischen Ausschlag durch den Badezusatz. Doch auch das Weglassen des Zusatzes brachte keinerlei Linderung und Ivy sah nach jedem Baden aus, als hätte etwas ihre Haut schwer verbrannt. Ärzte brachten dann Licht ins Dunkel und erklärten, dass Ivy unter einer seltenen Form einer Allergie leidet: der „Aquagenen Urtikaria“. Die Wasserallergie ist eher eine Wassernesselsucht und trägt daher den Namen „Urtikaria“.
Sie äußert sich in großen Schmerzen auf der gesamten Haut, mit Quaddelbildung und Juckreiz. Häufig wird angenommen, dass bestimmte Bestandteile im Wasser Auslöser für die Allergie seien und wer den Verdacht hat, kann unter anderem einen Asbest Test mithilfe spezieller Analyseverfahren im akkreditierten Labor durchführen lassen. Doch nicht immer bringt dies das erwartete Ergebnis und die Ursache für die Wasserallergie bleibt im Dunkeln.
Wasserallergien sind lange bekannt (Video)
Bei der Allergie auf Wasser handelt es sich nicht um eine neue Erkrankung, die eben erst erforscht wird. Vielmehr arbeiten die Forscher schon sehr lange daran, eine Ursache und natürlich Behandlungsmöglichkeiten zu finden. Bisher sind sie damit wenig erfolgreich gewesen.
Erstmals wurde die Erkrankung 1964 entdeckt, damals berichteten die US-Mediziner Howard Rawnsley und Walter Shelley darüber. Sie hatten mit einem Menschen zu tun gehabt, der die klassischen Symptome einer Nesselsucht aufwies, wie sie unter anderem nach dem Kontakt mit Brennnesseln auftreten können. Doch dieser Mensch war nur mit Wasser in Kontakt gekommen. Wirklich erklären konnten sich die Mediziner dieses Erscheinungsbild nicht.
Bisher werden rund 100 Fälle weltweit in einer Online-Datenbank aufgelistet, doch es ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl höherliegen dürfte.
Video: Wie ist das möglich?! Mercedés (18) kriegt Ausschlag von Wasser I TRU DOKU
Die üblichen Symptome einer Wasserallergie
Betroffene müssen im Alltag mit schweren Einschränkungen klarkommen. Teilweise sind die Probleme so groß und die Allergie ist so stark ausgeprägt, dass die Erkrankten sogar beim Schwitzen einen juckenden Hautausschlag bekommen.
Meist reagieren alle Wasserallergiker ähnlich auf den Kontakt mit dem kühlen Nass. Sie entwickeln pickelähnliche und weißliche Papeln, oft treten rote und große, runde Quaddeln auf. Es starker Juckreiz stellt sich ein, die Haut schmerzt enorm. Teilweise erinnert die Optik der Haut an eine schwere Verbrennung.
Das Ausmaß der Symptome ist von der Schwere der Allergie abhängig. Wer beispielsweise nur auf Meerwasser reagiert, hat mit keinerlei Einschränkungen zu tun, wenn das Baden in Süßwasser stattfindet.
Wer aber auf jegliche Art von Wasser reagiert, kann nicht einmal durch einen Sommerregen laufen, ohne Beschwerden zu bekommen.
In sehr seltenen Fällen wurde schon von einem allergischen Schock aufgrund des Kontakts mit Wasser berichtet. Interessant dabei ist, dass die Betroffenen in der Regel ganz normal trinken können. Im Inneren des Körpers schadet das Wasser nicht, nur bei Kontakt mit der Haut kommt es zu den starken Beschwerden.
Generell gilt: Typische Symptome einer Wasserallergie gibt es zwar, deren Ausprägung ist aber von Mensch zu Mensch verschieden.
Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Wasserallergie
Die genauen Ursachen der Aquagenen Urtikaria sind nach wie vor nicht bekannt. Breit angelegte Forschungen sind aufgrund der geringen Anzahl an Fällen nur schwer möglich, es können daher keine allgemeingültigen Aussagen getroffen werden. Klar ist nur, dass es beim Kontakt mit Wasser zu einer Überreaktion des Körpers kommt. Dieser erkennt Wasser als Giftstoff, den es fernzuhalten gilt. Nun wird Histamin produziert, um den vermeintlich schädlichen Stoff zu verbannen. Eine klassische Allergie zeigt sich. Allerdings sind inzwischen auch schon Fälle dokumentiert, in denen kein Überschuss an Histamin nachzuweisen war. Damit würde es sich den Experten zufolge auch nicht um eine klassische Allergie handeln. Es ist jedoch nicht ganz klar, was alternativ vorliegen könnte.
Ist die Wasserallergie erblich?
In Zwillingsstudien wurde nachgewiesen, dass die Anlage zur Wassernesselsucht durchaus in den Genen verankert ist. Die Krankheit ist damit praktisch angeboren oder wird vererbt.
Das heißt aber nicht, dass sie zwingend zum Ausbruch kommen muss. Die Aussage hinter der Feststellung, dass die Auqagene Urtikaria vererbt wird, ist nur, dass die Anlage dazu bei den betroffenen Menschen vorhanden ist.
Dies erklärt auch, warum der Verlauf nicht typisch ist. Bei den einen bricht die Krankheit schon im Kindesalter aus, bei den anderen erst später, wenn sie schon lange erwachsen sind.
Ebenso kann es sein, dass die Erkrankung irgendwann von ganz allein zum Stillstand kommt. Sie kann auch weiter wüten und den Betroffenen in eine schwere Depression stürzen.
Denn eines ist sicher: Egal, ob Kind oder Erwachsener: Die Betroffenen leiden sehr unter ihrer Erkrankung und können sich noch nicht einmal damit trösten, dass es so vielen ähnlich ergeht.
Immerhin gibt es nicht viele Menschen, die ein vergleichbares gesundheitliches Problem haben!
Daher ist es für gesunde Menschen auch schwer nachzuvollziehen, wie es ist, mit einer Wasserallergie zu leben.
So wird die Diagnose gestellt
So ist es möglich, dass durch das Wasser allergieauslösende Stoffe herausgelöst werden, die im trockenen Zustand keinerlei Reaktion des Körpers hervorrufen. Die Untersuchung von Wasserproben, die oben bereits angesprochen wurde, ist dann der erste Schritt.
Video: Allergisch gegen Wasser – Wenn waschen zur Qual wird! | Galileo | ProSieben
Enthalten sein können unter anderem:
- Chlor
- Bakterien
- Pilze
- Mikroben
- andere Keime
Wie auch bei einem Asbest Test sollte eine Wasserprobe zu einem akkreditierten Labor geschickt werden. Liegt das Ergebnis vor, kann entsprechend reagiert werden.
Bei einem Verdacht auf eine klassische Wasserallergie, legt der Arzt lediglich ein mit Wasser getränktes Tuch auf die Haut. Zeigen sich dann die typischen Symptome, gilt die Diagnose als sicher.
Welche Heilmittel und Behandlungen gibt es gegen die Wassernesselsucht?
Leider ist die Aquagene Urtikaria bislang nicht heilbar, auch wenn sich ihre Symptome gut behandeln lassen. Mittel der Wahl sind in der Regel Antihistaminika, die eingenommen werden können und die Überreaktion des Körpers eindämmen oder sogar ganz verhindern.
Bei weniger stark ausgeprägten Symptomen kann eine Art Training der Haut stattfinden, indem diese absichtlich mit destilliertem Wasser in Kontakt gebracht wird.
Dies sollte jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht passieren, sodass bei einer starken allergischen Reaktion sofort eingeschritten werden kann.
Ebenso hilfreich ist die UV-Licht-Bestrahlung. Mit ihrer Hilfe soll die Haut dicker werden, damit das Wasser von außen nicht mehr mit den Mastzellen in der Haut in Kontakt kommt.
Diese sind es, die für die Ausschüttung der Histamine verantwortlich sind. Sie sind auch nachweislich verantwortlich dafür, wenn eine Wasserallergie mit den typischen Symptomen diagnostiziert wird, aber keine zusätzlichen Histamine nachweisbar sind.
Zeigt ein Patient sehr starke Reaktionen, sollte der Kontakt mit Wasser vermieden werden. Duschen und Baden sind tabu, Betroffene sollten sich eher mit einem Lappen reinigen.
Auch Feuchttücher können verwendet werden. Beim Trinken ist darauf zu achten, dass möglichst kein Wasser an den Mund gelangt.

Wie auch bei einem Asbest Test sollte eine Wasserprobe zu einem akkreditierten Labor geschickt werden. ( Foto: Adobe Stock- ryanking999 )
Wichtig ist auch, das Wetter im Blick zu behalten: Betroffene können einen allergischen Schock erleiden, wenn sie unversehens in einen Platzregen geraten. Der Regenschirm sowie eine Regenjacke gehören daher immer zur üblichen Ausstattung, wenn bei entsprechender Witterung das Haus verlassen wird.‘