Milben im Bett: Tipps zur Bekämpfung

Milben im Bett sind nach Pollen der zweithäufigste Allergie-Auslöser in Deutschland. Tipps zur Linderung der Allergie-Symptome finden Sie hier.

Milben im Bett: Die Ursache für viele Beschwerden

Laufende Nase, rote Augen, Niesattacken: Bei diesen Symptomen denken viele Betroffene und Ärzte bloß an Pollen als Ursache. Das kommt nicht von ungefähr: Immerhin ist Heuschnupfen in Deutschland die häufigste Allergie. Manchmal ist aber etwas anderes der Grund für diese Symptome. Denn die zweithäufigste Allergie in Deutschland ist die Hausstauballergie.

Anders als der Name zunächst vermuten lässt, ist nicht der Staub an sich für die unzähligen Beschwerden verantwortlich, sondern der Kot der Haustaubmilbe, der sich beim Zerfall mit dem Hausstaub vermischt und so durch das ganze Haus getragen wird.

Die typischen Symptome einer Hausstauballergie sind zum Beispiel:

  • Husten
  • Atemnot, bis hin zu Asthma
  • Niesen, Niesanfälle
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Juckreiz
  • Rote und juckende Augen
  • Kopfschmerzen
  • Unruhiger Schlaf

Milben im Bett sind für die Betroffenen ein echtes Problem, welches die Lebensqualität stark negativ beeinflussen kann. In schweren Fällen können die Patienten kaum schlafen oder entwickeln sogar Asthma.

Bei Milben denken die meisten Menschen an Unordnung und schlechte hygienische Zustände. Das in einem Umfeld Milben vorhanden sind, hat aber rein gar nichts mit der Hygiene zu tun. Milben gehören einfach zu dem Umfeld eines menschlichen Hauses. Sie sind (außer für Allergiker) völlig harmlos und übertragen keinerlei Krankheiten. (#01)

Bei Milben denken die meisten Menschen an Unordnung und schlechte hygienische Zustände. Das in einem Umfeld Milben vorhanden sind, hat aber rein gar nichts mit der Hygiene zu tun. Milben gehören einfach zu dem Umfeld eines menschlichen Hauses. Sie sind (außer für Allergiker) völlig harmlos und übertragen keinerlei Krankheiten. (#01)

Milben im Bett: Die kleinen Mitbewohner der Menschen

Milben finden sich überall in jedem Haus und in jeder Wohnung. Die kleinen Tierchen gehören zur Gattung der Spinnentiere und sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Unterm Mikroskop erkennt man kleine weiße, mit Borsten besetzte Wesen. Milben sind weit kleiner als ein Millimeter und sind eigentlich völlig harmlos. Milben im Bett werden für Allergiker allerdings oft zu einem ernsten Gesundheitsproblem.
Hausstaubmilben haben eine recht niedrige Lebenserwartung.

In der Regel leben sie nur ein bis vier Monate, die Weibchen legen in dieser Zeit allerdings Dutzende Eier. Milben im Bett können dadurch eine hohe Anzahl erreichen. In einem einzigen Kopfkissen zum Beispiel können sich deshalb Hunderttausende der Spinnentierchen tummeln. Waschen kann helfen, aber auch danach beherbergt ein solches Kissen noch tausende Milben. Doch nicht nur in Kissen, auch in Matratzen, Teppichen, Gardinen, Plüschtieren und Polstermöbeln fühlen sich die Milben wohl und vermehren sich rasant.

Wichtig!
Bei Milben denken die meisten Menschen an Unordnung und schlechte hygienische Zustände. Das in einem Umfeld Milben vorhanden sind, hat aber rein gar nichts mit der Hygiene zu tun. Milben gehören einfach zu dem Umfeld eines menschlichen Hauses. Sie sind (außer für Allergiker) völlig harmlos und übertragen keinerlei Krankheiten.

Video: Milbenallergie erkennen und richtig behandeln

Milben im Bett als Allergieauslöser

Milben im Bett sind als Allergieauslöser deshalb ein Problem, weil sie sich kaum komplett beseitigen lassen. Das liegt daran, dass sie in so großen Mengen das Bett, die Bettwäsche, Gardinen, Polstermöbel, Kuscheltiere oder Teppiche bevölkern.

Woran liegt das? Milben im Bett leben unter besonders guten Bedingungen. Das liegt vor allem an zwei Tatsachen: Zum einen finden sie dort ausreichend Nahrung, denn Milben ernähren sich, wie ihr griechischer Name schon sagt, von menschlichen Hautschüppchen. Jeder Mensch verliert davon ein Gramm täglich.

Diese Menge gleicht einem Festessen für die kleinen Spinnentiere: An den Hautschuppen eines Menschen können sich etwa 1,5 Millionen Hausstaubmilben einen ganzen Tag lang sattessen. Zum anderen findet man in den Schlafzimmern oft die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit für die Milben. Die liegt bei etwa 25 Grad und 70 Prozent. Sobald im Winter die Heizperiode beginnt, sinkt die Luftfeuchtigkeit stark und die Milbenpopulation nimmt als Folge dessen ab.

Kurz vor Beginn der Heizperiode sind die Beschwerden von Allergikern dann oft am stärksten, da die Milbenpopulation dann am höchsten ist. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Symptome mit Beginn der Heizperiode einfach verschwinden. Im schlimmsten Fall können die vielen sterblichen Überreste der Milben die Beschwerden noch verschlimmern.

Milben finden sich überall in jedem Haus und in jeder Wohnung. Die kleinen Tierchen gehören zur Gattung der Spinnentiere und sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. (#02)

Milben finden sich überall in jedem Haus und in jeder Wohnung. Die kleinen Tierchen gehören zur Gattung der Spinnentiere und sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. (#02)

Milben im Bett: Symptome lindern

Für jeden Allergiker gilt eine Grundregel: Das Allergen, als den Auslöser, vermeiden. Bei Milben im Bett ist das nicht ganz einfach, es gibt aber ein paar Möglichkeiten, ihre Anzahl gering zu halten. Im Laufe ihres Lebens produzieren Milben das 200-fache ihres Körpergewichts an Kot. Da dieser Kot die Allergie auslöst, ist es wichtig für Allergiker, die Milbenpopulation möglichst klein zu halten.

Dabei können ein paar Mittel hilfreich sein:

  • Neemöl
    Sprays mit Neemöl sind laut einigen Studien besonders effektiv darin, das Wachstum der Milben zu behindern und so den Entwicklungsprozess der Milben von der Larve zum erwachsenen Tier zu hemmen. Diese Sprays lassen sich ohne Probleme auf Matratzen benutzen und können dabei helfen, die Allergie-Symptome besonders in der Nacht zu mindern. Sprays mit Neemöl gibt es in Apotheken, ein Rezept benötigt man dafür nicht.

 

  • Margosa-Extrakt
    Margosa-Extrakt (auch als Mahalin bekannt) wird aus den Samen des Neembaumes, der in Indien und Pakistan wächst, gewonnen und eignet sich, genau wie Neemöl selbst, zur Bekämpfung der Milben. Es wird vermutet, dass die abschreckende Wirkung des Neemöls gegenüber Milben an der hohen Konzentration von Bitterstoffen in dem Extrakt liegt.

 

  • Benzylbenzoat
    Mittel mit diesem Inhaltsstoff sind ebenfalls rezeptfrei in fast jeder Apotheke zu haben. Die Substanz Benzylbenzoat wirkt akarizid, tötet die Milben also ab. Leider haben diese Mittel einen gewaltigen Hacken: Sie können Nebenwirkungen verursachen wie zum Beispiel Juckreiz oder Hautreizungen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer allergischen Reaktion auf das chemische Repellent kommen.

 

  • Milbendichte Matratzenbezüge
    Solche Bezüge werden Encasings genannt und galten eine sehr lange Zeit als ein gutes und wirksames Mittel gegen die Symptome einer Hausstauballergie, da sie die Milben theoretisch gesehen von ihrer Nahrungsquelle, den Hautschuppen, abschneidet. Die Encasings sind spezielle, sehr dicht gewebte und somit beinahe luftdichte sowie allergenundurchlässige Bezüge für die Matratze, welche die Milben praktisch in die Matratze einsperren sollen. So sollen Allergiker vor dem Kontakt mit deren Ausscheidungen und Überresten geschützt werden.

Eine Studie zeigte kürzlich, dass diese gute Idee in der Praxis kaum funktioniert. Für Allergiker eigenen sich Encasings zur Linderung der Symptome kaum. Warum das so ist, konnte die Studie nicht ganz beantworten. Eventuell könnte es daran liegen, dass man die Bezüge kaum waschen darf, was wiederum dazu führt, dass sich auf der Oberseite Milben sammeln und vermehren können. Eventuell kann es aber auch sein, dass die Befragten in ihrem Haushalt unabhängig von der Matratze unter einer hohen Milbenbelastung leiden und der Überzug deshalb wenig hilft. Eine Kombination von Encasings und Milben-Sprays kann allerdings sinnvoll sein und die Symptome der Allergie mildern.

Video: Hausstauballergie – 10 Tipps

Hausmittel

Neben solchen sehr speziellen Hilfsmitteln können Allergiker gegen Milben im Bett auch ganz einfach zu einer Reihe physikalischer und mechanischer Maßnahmen greifen. Dazu gehören:

  1. Raum- und Lufttemperatur niedrig halten
    Milben mögen eine hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Deshalb hilft es, wenn man beides in seinem Schlafzimmer möglichst niedrig hält. Zudem ist es wichtig, seine Wohnung beziehungsweise sein Haus einmal am Tag gründlich durchlüften.
  2. Staubfänger aus dem Schlafzimmer entfernen
    Da Milben sich in Staub wohl fühlen, sollte man möglichst alle Staubfänger aus seinem Schlafzimmer verbannen wie etwa Gardinen, Teppiche, Kuscheltiere und Pflanzen.
  3. Bettwäsche wechseln
    Da sich die Milben im Bett auch auf der Bettwäsche und dem Bettbezug aufhalten, sollten Allergiker ihre Bezüge regelmäßiger wechseln als sie dies normalerweise tun würden. Die benutzte Bettwäsche sollte bei mindesten 60 Grad gewaschen werden. Auch die Matratze zu reinigen kann Symptome lindern.
  4. Haustiere nicht ins Schlafzimmer lassen
    Wer als Hausstauballergiker ein Haustier besitzt, sollte es konsequent aus seinem Schlafzimmer verbannen. In schweren Allergiefällen sollte man komplett auf Haustiere verzichten.
  5. Auf Sauberkeit achten
    Die Symptome einer Hausstauballergie zu linder funktioniert auch, indem man seinen Wohnraum sauber hält. Wer den Milbenkot mit dem Staub beseitigt, hat weniger Auslöser in seinem Umfeld.

BIldnachweis:©Shutterstock-Titelbild: phugunfire  -#01: phugunfire  -#02: phugunfire

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Über Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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