Halsschmerzen: Symptome und Ursachen kennen

Der Rachen ist rau und kratzt, beim Schlucken und Sprechen entstehen Schmerzen – das sind typische Symptome bei Halsweh. Erwachsene leiden im Durchschnitt etwa zwei- bis dreimal im Jahr darunter, Kinder oft noch häufiger. Doch welche Ursachen stecken eigentlich hinter den Halsschmerzen? Ist immer eine Erkältung der Auslöser oder gibt es noch weitere?

Bei Halsschmerzen die Ursache finden

Beginnt der Hals langsam zu kratzen und es zeigen sich die ersten Halsschmerzen möchte man häufig gleich die Ursache finden. Allerdings gilt es vor allem die Ruhe zu bewahren. Nicht jeder Halsschmerz ist auch gleich mit einer schweren Erkrankung verbunden. Für den Halsschmerz gibt es die unterschiedlichsten Ursachen, von der einfachen Erkältung über ungünstige Umweltfaktoren bis hin zur tatsächlichen Erkrankung mit Handlungsbedarf.

Typische Symptome bei Halsschmerzen

Halsschmerzen können sich zeigen durch ein:

  • Brennen,
  • Kratzen oder
  • Jucken

im Rachen. Hinzu kommen oft Heiserkeit sowie Schmerzen beim Sprechen oder Schlucken, welche zum Beispiel das Essen und Trinken erschweren. Der raue Rachen wird meist begleitet von weiteren Erkältungssymptomen, wie Schnupfen, Husten, allgemeiner Abgeschlagenheit oder leichtem Fieber.

In der Regel lassen die Beschwerden bei einem grippalen Infekt innerhalb einer Woche wieder von selbst nach. In der Zwischenzeit können verschiedene Medikamente oder Hausmittel die Halsschmerzen lindern.

In der Regel lassen die Beschwerden bei einem <strong>grippalen Infekt</strong> innerhalb einer Woche wieder von selbst nach.  ( Foto: Shutterstock-Studio KIWI )

In der Regel lassen die Beschwerden bei einem grippalen Infekt innerhalb einer Woche wieder von selbst nach. ( Foto: Shutterstock-Studio KIWI )

Halsschmerzen: Welche Ursachen gibt es?

Tatsächlich ist es so, dass Halsschmerzen häufig im Rahmen einer Erkältung auftreten.

Neben einer Erkältung können auch andere Erkrankungen im Hals-/Rachenraum die Ursache für die Halsschmerzen darstellen:

  • Mandelentzündung
  • Kehlkopfentzündung
  • Schilddrüsenentzündung
  • Entzündungen der Speiseröhre
  • Refluxkrankheit (bei dieser fließt Magensäure in die Speiseröhre zurück und bewirkt so ein Brennen im Hals aus)
  • Pfeiffersches Drüsenfieber (Infektionskrankheit ausgelöst durch das Epstein-Barr-Virus)
  • Tumore im Hals-/Rachenraum

Nicht immer handelt es sich um eine Erkrankung des Hals-/Rachenraums. Weitere Ursachen können sein:

  • Allergien (wie Heuschnupfen)
  • Überlastung der Stimme
  • trockene Raumluft
  • Reizstoffe aus der Umwelt (wie Zigarettenrauch oder Chemikalien)
  • Fremdkörper im Hals (zum Beispiel kleine Spielzeugteile bei Kindern)

Im Folgenden werden die häufigsten Halsschmerz-Ursachen genauer erklärt. Sind Sie sich unsicher, was der Auslöser für Ihre Halsweh-Symptome sein könnte, sollten Sie Ihren Hausarzt oder HNO-Arzt zur Abklärung aufsuchen.

Auch bei einer <strong>Mandelentzündung</strong> können Halsschmerzen als Symptome auftreten.   ( Foto: Shutterstock-_GolubaPhoto)

Auch bei einer Mandelentzündung können Halsschmerzen als Symptome auftreten. ( Foto: Shutterstock-_GolubaPhoto)

Erkältung als Ursache für Halsweh

Eine Erkältung (grippaler Infekt) ist ein häufiger Grund für Halsschmerzen. Dabei kommt es zu einer durch Viren ausgelösten Infektion der oberen Atemwege – von welcher auch die Rachenschleimhaut betroffen sein kann. In diesem Fall sind Halsschmerzen die Folge.

Die Erkältungsviren werden von einem Menschen zum anderen entweder per Tröpfcheninfektion (Speicheltropfen, ausgeschieden beim Sprechen, Husten und Niesen) oder über eine Schmierinfektion (Anfassen von kontaminierten Gegenständen) übertragen. Am besten schützen Sie sich vor einer Erkältung – und so ebenfalls vor Halsschmerzen – in dem Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich waschen (mit reichlich Seife für 20 bis 30 Sekunden).

Mandelentzündung

Auch bei einer Mandelentzündung können Halsschmerzen als Symptome auftreten. Weitere Anzeichen sind allerdings abhängig von der Form der Mandelentzündung. Hierbei gibt es unterschiedliche Viren und Bakterien, die die Erkrankung verursachen.
Bei der Mandelentzündung gehen die Halsschmerzen häufig mit Schluckbeschwerden einher und ziehen bis in die Ohren und den Kiefer. Auch Fieber ist hierbei ein wichtiger Indikator.

Werden die Symptome ignoriert und die Mandelentzündung nicht behandelt, besteht die Gefahr einer Mittelohrentzündung.

Schilddrüsenentzündung

Auslöser für die Halsschmerzen kann auch die Schilddrüse sein. Ist diese entzündet, schwillt sie an. Liegt ein Kropf vor, schmerzt die Schilddrüse bei Berührung. Dabei geht der Halsschmerz ebenfalls mit Symptomen, wie Fieber, Ohrschmerzen oder Kopfschmerzen einher. Das Ausstrahlen der Schmerzen ist sogar bis in die Schulter möglich.

Häufig wird bei der Schilddrüsenentzündung der Halsschmerz als Begleiterscheinung einer Halsentzündung fehlgedeutet.

Halsschmerzen und seine Ursachen zur Sicherheit vom Arzt untersuchen lassen.( Foto: Shutterstock- gpointstudio)

Halsschmerzen und seine Ursachen zur Sicherheit vom Arzt untersuchen lassen.( Foto: Shutterstock- gpointstudio)

Halsschmerzen als Indikator für einen Tumor

Des Weiteren können Halsschmerzen auf einen Tumor hinweisen – zum Beispiel bei Schilddrüsen- oder Speiseröhrenkrebs. Betroffene berichten in diesen Fällen häufig von einem „Kloß im Hals“. Glücklicherweise ist Krebs jedoch nur in wenigen Fällen die Ursache für Halsweh, meist steckt ein harmloserer Grund dahinter.

Trotzdem sollten Sie bei länger anhaltenden Halsschmerzen – mehr als 7 Tage – oder weiteren Symptomen wie Fieber und Atembeschwerden zur Sicherheit einen Mediziner aufsuchen.

Halsschmerzen Symptome durch Allergien

Bei einer Allergie kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems gegen einen eigentlich harmlosen Stoff. Zu den häufigeren Arten zählen Allergien gegen Pflanzenpollen (Heuschnupfen), Hausstaub und Tierhaare. Hierbei zeigt sich die übertriebene Immunreaktion meist durch einen kratzenden Hals, aber auch durch Fließschnupfen, Husten sowie juckende und brennende Augen.

Zudem gibt es Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel, beispielsweise Nüsse oder Steinobst. Neben Halsschmerzen und Jucken im Rachen kann es bei Nahrungsmittelallergien zu Schwellungen im Mund, Rachen und an den Lippen sowie zu Hautausschlägen kommen.

Da Atembeschwerden aufgrund einer Nahrungsmittelallergie ebenfalls möglich sind, ist es für Betroffene besonders wichtig, die Aufnahme von allergieauslösenden Lebensmitteln zu vermeiden.

Übermäßige Belastung der Stimme

Eine weitere denkbare Ursache für Halsschmerzen: Eine Überlastung der Stimmbänder. Vor allem Menschen, die beruflich viel sprechen müssen oder Sänger kennen dieses Problem. Die Halsweh-Symptome werden vor allem dadurch ausgelöst, dass aufgrund des vielen Sprechens die Schleimhäute im Rachen austrocknen, was zu einem Kratzen im Hals führt. Zudem kann es passieren, dass durch die Überbeanspruchung die Stimmbänder anschwellen.

Als Folgen davon sind Heiserkeit bis hin zum Stimmverlust möglich. Doch was hilft Betroffenen?

Wichtig ist es, viel zu trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten. Auch Lutschpastillen können dazu beitragen. Zudem sollte die Stimme unbedingt geschont werden.

Ursache für Halsweh: Fremdkörper im Rachen

Halsschmerzen entstehen zudem möglicherweise durch einen Fremdkörper im Hals. Kleine Fischgräten oder Nüsse können beispielsweise kurzzeitig in der Speiseröhre stecken bleiben und dort ein unangenehmes Brennen verursachen.

Meist lösen sie sich jedoch nach kurzer Zeit wieder und wandern weiter in den Magen. Gelangen Sie jedoch statt in die Speise- in die Luftröhre, kann dies akute Atemnot zur Folge haben und der Rettungsdienst sollte umgehend gerufen werden (112).

Vor allem bei kleinen Kindern passiert es zudem schnell, dass sie kleinteiliges Spielzeug verschlucken. Neben einer drohenden Atemnot können zum Beispiel durch spitze Kanten auch die Rachenschleimhäute verletzt werden. Daher ist es für Eltern ratsam, immer ein Auge auf ihre Sprösslinge zu werfen und ihnen am besten nur Spielzeug zu geben, durch welches keine Gefahr des Verschluckens besteht.

Halsschmerzen entstehen zudem möglicherweise durch einen Fremdkörper im Hals.   ( Foto: Shutterstock- maxim ibragimov )

Halsschmerzen entstehen zudem möglicherweise durch einen Fremdkörper im Hals. ( Foto: Shutterstock- maxim ibragimov )

Übertragungswege

Nicht jeder, der zur Erkältungszeit mit vielen Menschen auf engem Raum zu tun hat, wird auch automatisch krank. Das verdanken wir vor allem unserem körpereigenen Immunsystem. Außerdem gibt es Erreger, die erst bei sehr intensivem Kontakt übertragen werden, andere sind dagegen hochansteckend.

Die Erkrankungen, die für die Halsschmerzen verantwortlich sind, können auf unterschiedlichen Wegen übertragen werden.

Tröpfcheninfektion

Bei der Form der Tröpfcheninfektion handelt es sich um einen sehr häufigen Übertragungsweg zum Beispiel für den grippalen Infekt. Hierbei gelangen die Krankheitserreger, die sich im Atmungstrakt oder Rachenraum befinden, in Form
von winzigen Speichel-Tröpfchen in die Umgebung.

Das passiert häufig beim Niesen, Husten oder Sprechen. Anschließend werden die Tröpfchen mit der Luft von einem anderen Menschen eingeatmet bzw. direkt über die Schleimhäute der oberen Luftwege aufgenommen.

Da die Tröpfchen bei verschiedenen Erkrankungen unterschiedlich groß sind, besteht auch die Gefahr, dass sie sich an Oberflächen absetzen. Das ist vor allem bei größeren Tropfen der Fall. So gelangen die Viren oder Bakterien dann nach Berühren über die Hände in den Körper.

Schmierinfektion

Die Schmier- oder auch Kontaktinfektion kann ein Übertragungsweg für Erkrankungen sein, die mit Halsschmerzen einhergehen. Dabei werden Erreger über eine Kette von Berührungen weitergereicht.

Man unterscheidet zwei mögliche Wege:

  • Von Mensch zu Mensch
  • Von Mensch zu Gegenstand zu Mensch

Im ersten Fall, der Mensch-zu-Mensch-Übertragung, kann der Ausgangspunkt beispielsweise ein Grippe-Patient sein, der sich in die Hand niest. Die Viren haften anschließend auf der Handfläche und können u.a. durch das Händeschütteln übertragen werden. Führt der Gegenüber jetzt die Hände zu Mund, Nase oder Augen kann er sich über die Schleimhäute anstecken.
Viren und Bakterien können auch über einen Gegenstand übertragen werden.

Das beste Beispiel hierfür sind Türklinken oder Armaturen, die von einem Erkranken berührt werden. Hier haften nun ebenfalls die Krankheitserreger und können von gesunden Menschen über die Schleimhäute aufgenommen werden.

Halsschmerzen selbst therapieren

Natürlich sollte bei anhaltenden Halsschmerzen ein Arzt aufgesucht werden, sodass eine schwerwiegendere Krankheit ausgeschlossen und ein professioneller Therapieplan erstellt werden kann.

Allerdings gibt es bei beispielsweise einer Erkältung viele Möglichkeiten das Halsweh selbst in den Griff zu bekommen.

Video: Hausmittel gegen Halsweh und Genickschmerzen: Anleitung Kartoffelwickel

Hausmittel

In den meisten Fällen helfen klassische Hausmittel immer noch am besten. Es kann zum Beispiel auf das Gurgeln von Salzwasser oder Lutschen von Eiswürfeln zurückgegriffen werden. Halswickel schaffen bei Halsschmerzen ebenfalls Abhilfe. Außerdem sollte in jedem Fall genug getrunken werden.

Den Hals schonen

In Verbindung mit anderen Symptomen ist es auch empfehlenswert sich für ein oder zwei Tage einfach zu schonen. Besonders dem Hals tut diese Zeit ohne viel Sprechen oder Rauchen gut. In einer gut befeuchteten Luft können die Schmerzen anschließend schon wieder Vergangenheit sein.

Video: Tipp gegen Halsschmerzen: Gurgeln mit Salbei

Rezeptfreie pflanzliche Mittel

Abwarten und Tee trinken. Das passt auch bei dieser Therapieform sehr gut. In der Apotheke gibt es neben schmerzlindernden Tees auch Gurgellösungen, Tropfen, Säfte oder Lutschpastillen. Die pflanzlichen Inhaltsstoffe fördern die Heilung und belasten den Körper nicht mit chemischen Stoffen.

Bei Bedarf: Schmerzmittel

Sollten die Schmerzen auch nach der Behandlung mit Hausmitteln und pflanzlichen Präparaten nicht besser geworden sein, kann auf ein Schmerzmittel zurückgegriffen werden. Paracetamol beispielweise wirkt außerdem entzündungshemmend. Auch Ibuprofen in tabletten- oder tropenform kann bei Schmerzen eingesetzt werden.

Wichtig ist nur, sich von Arzt oder Apotheker bei der Wahl der Medikamente beraten zu lassen.

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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