Einnistungsblutung: Anzeichen, Dauer & Zeitpunkt

Woran lässt sich erkennen, ob eine Schwangerschaft besteht? Die Einnistungsblutung gibt oft Aufschluss darüber. Besteht der Kinderwunsch, nimmt so manche Frau ihren Körper genauestens unter die Lupe.

Die Einnistungsblutung als erstes Anzeichen

Frauen spüren teilweise bereits lange vor dem positiven Schwangerschaftstest, ob sie schwanger sind oder nicht. Wer seinen Körper gut kennt, bemerkt rasch auch kleinste Veränderungen und braucht nicht einmal die Einnistungsblutung, um zu wissen, dass sich der Kinderwunsch nun hoffentlich erfüllen wird. Die leichte Blutung ist aber dennoch ein verlässliches Zeichen dafür, dass eine Einnistung der Eizelle stattgefunden hat und dass sich hoffentlich schon bald ein kleiner Mensch entwickeln wird.

Die Einnistungsblutung wird auch als Nidationsblutung bezeichnet und erfolgt am fünften bis sechsten Tag nach der Befruchtung. Die Eizelle wandert nach der Befruchtung durch den Eileiter und befindet sich auf dem Weg zur Gebärmutter. Sie erreicht ihr Ziel ungefähr nach fünf Tagen, die Einnistung findet in der Gebärmutterhöhle statt. Die sogenannte Blastozyste ist gerade einmal so groß wie eine Stecknadel und gräbt sich in die Schleimhaut der Gebärmutter ein. Hierbei entsteht eine kleine Kuhle, über die sich eine dünne Haut bildet. Dieses Häutchen schützt den Keim.

Durch die Einnistung können allerdings winzige Gefäße verletzt werden, was sich als leichte Blutung bemerkbar machen kann. Die Gebärmutter reinigt sich von diesem Blut, welches in winzigen Bestandteilen nach außen gelangt. Die Frau bemerkt dies als kleine Schmierblutung, die sogar noch bis zu drei Wochen nach der Befruchtung stattfinden kann.

Immer wieder ist davon zu hören, dass Frauen schwanger seien, obwohl sie doch ihre Regelblutung gehabt hätten. Doch Mediziner bestreiten diese Aussage, denn das Schwangersein ist bei normaler Periode ein Ding der Unmöglichkeit. Immerhin wird im Rahmen der Regelblutung die Schleimhaut der Gebärmutter abgestoßen, was auch das Ausspülen des Keims zur Folge hätte. Vielmehr dürfte es sich bei den betreffenden Frauen um eine etwas stärkere Einnistungsblutung handeln, die im konkreten Fall dennoch von der Regel zu unterscheiden sein dürfte.

Wichtig: Nach der Einnistungsblutung tritt keine weitere Regelblutung mehr auf, es sei denn, es kommt zur Abstoßung des Keims und damit zu einer frühen Fehlgeburt. (#01)

Wichtig: Nach der Einnistungsblutung tritt keine weitere Regelblutung mehr auf, es sei denn, es kommt zur Abstoßung des Keims und damit zu einer frühen Fehlgeburt. (#01)

Anzeichen der Einnistungsblutung

Die Einnistungsblutung lässt sich konkret von der Regelblutung unterscheiden, was anhand der folgenden Merkmale möglich ist:

  • Intensität der Blutung
    Die Einnistungsblutung kann zwar theoretisch mit der Regel verwechselt werden, das aber auch nur bei den Frauen, die meist eine eher schwach ausgeprägte Regelblutung haben. Denn normalerweise ist die Einnistungsblutung deutlich schwächer als die Periode. Letztere beginnt mit einer geringen Blutungsstärke, wird am zweiten bis dritten Tag stärker und klingt danach wieder ab. Die Nidationsblutung hingegen ist nicht durchgehend, sondern es kann eine kleine Pause eintreten. Sie ist viel schwächer und tritt auch nicht in verschiedenen Intensitäten auf.
  • Kurze Dauer
    Die Regelblutung dauert bei den meisten Frauen zwischen fünf und sieben Tage, auch längere Intensitäten von bis zu zehn Tagen sind möglich. Die Einnistungsblutung hingegen dauert nur zwei bis vier Tage, teilweise ist sie nach dem ersten Tag auch schon wieder verschwunden. Es gibt sogar Fälle, bei denen sie nur für wenige Stunden vorhanden war. Liegt eine Mehrlingsschwangerschaft vor, sieht das allerdings anders aus. Hierbei werden bei der Einnistung mehr und größere Blutgefäße verletzt, was einer länger dauernde Blutung nach sich ziehen kann. Dennoch erreicht auch diese meist keine Regelstärke und bleibt, selbst wenn sie sich über viele Tag hinzieht, konsequent mit schwacher Blutungsstärke vorhanden.
  • Schmerzen
    Leider kennen viele Frauen das Problem der Regelschmerzen zur Genüge. Sie winden sich in Krämpfen, sind teilweise sogar arbeitsunfähig und verbringen die ersten Tage der Periode mit einer Wärmflasche oder dem Körnerkissen auf dem Bauch auf dem Sofa. Auch bei der Einnistungsblutung ist es möglich, dass ein Ziehen durch den Unterleib geht, allerdings ist die Intensität dieses Schmerzes nicht mit dem des Regelschmerzes vergleichbar. Nur in wenigen Fällen kommt es zu Krämpfen, die dennoch nicht so stark ausfallen, wie es viele Frauen von der Regel gewöhnt sind. Das Ziehen im Unterleib kommt bei der Nidationsblutung vom Einnisten des Eis und den damit verbundenen Beschädigungen der Blutgefäße.
  • Farbe
    Auch die Farbe der Einnistungsblutung ist ein sicheres Indiz, dass es sich nicht um die Regel handelt. Letztere ist meist durch dunkelrotes Blut gekennzeichnet, welches teilweise sogar in Klumpen abgegeben wird. Bei der Nidationsblutung hingegen ist die Farbe des Blutes eher hellrot bis leicht bräunlich. Es finden sich kleine Fäden, die als Gewebereste zu identifizieren sind, darin. Keine Klumpen oder Blutstücke!

    Neben den genannten Zeichen gibt es noch weitere Hinweise auf eine Einnistungsblutung, wobei sich diese Zeichen bereits auf die bestehende Schwangerschaft beziehen. Die Symptome werden meist fortgeführt und begleiten viele Frauen bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats oder sogar noch länger. Die Zeichen treten auf, weil sich der Hormonhaushalt der Frau nun rasant ändert, was Auswirkungen auf das gesamte System des Körpers hat. Durchfall und Harndrang können ebenso auftreten wie eine starke Müdigkeit oder ein großes Hungergefühl.

    Viele Frauen klagen bereits in den ersten Tagen nach dem Einnisten über schmerzende und spannende Brüste, über eine enorme Empfindlichkeit bestimmten Gerüchen gegenüber und über eine andauernde Übelkeit, die bis zum Erbrechen führen kann. Treten diese Symptome auf, wissen die meisten Frauen allerdings bereits instinktiv, dass sie schwanger sind. Das Zeichen der Nidationsblutung wird dann gar nicht mehr benötigt, sondern ist eher eine Bestätigung des eigenen Wissens.

Dauer und Zeitpunkt der Einnistungsblutung

Die Einnistungsblutung tritt frühestens am vierten Tag nach der Befruchtung auf und hält nur in Ausnahmefällen bis zu sieben Tage an.

Hierzu gibt es eine Berechnungsmöglichkeit:
Tag des letzten Geschlechtsverkehrs + 24 Stunden = Zeitpunkt der Befruchtung
Zeitpunkt der Befruchtung + 4 Tage = Beginn der Nidationsblutung

Bei dieser Formel handelt es sich aber nur um eine grobe Berechnung, die sämtliche Individualitäten der einzelnen Frau außer Acht lässt. (#02)

Bei dieser Formel handelt es sich aber nur um eine grobe Berechnung, die sämtliche Individualitäten der einzelnen Frau außer Acht lässt. (#02)

Außerdem muss die Befruchtung nicht 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr stattfinden, denn die Spermien sind bis zu vier Tage in der Scheide der Frau überlebensfähig. Auf ihrem Weg zur Eizelle kann somit einige Zeit vergehen! Vereinfacht gesagt: Langsame Spermien können zwar zur Befruchtung führen, bringen aber die genannte Formel durcheinander. Diese ist daher nur als grober Anhaltspunkt zu verstehen.

Wichtig: Die Einnistungsblutung ist kein sicheres Zeichen für eine Schwangerschaft! Auch andere Faktoren können dazu führen, dass eine leichte Blutung auftritt. Vor allem sehr empfindliche Frauen reagieren bei Stress mit Schmierblutungen. Teilweise können diese auch die echte Regelblutung ersetzen, was vor allem bei einer Mangelernährung und Stress der Fall ist.

Unterscheidungsmöglichkeiten: Einnistungsblutung oder Regelblutung?

Anhand der der folgenden Unterscheidungsmöglichkeiten zur Einnistungsblutung oder Periode lässt sich bestimmen, welche Blutungsart vorliegt. Wichtig: Auch das Bauchgefühl der Frau ist hier ausschlaggebend! Die meisten Frauen wissen instinktiv, dass sie schwanger sind, weil neben der Nidationsblutung noch weitere Anzeichen (siehe oben) auftreten.

Doch hier die mögliche Unterscheidung anhand einiger Merkmale:

  • Beginn: Die Regelblutung setzt 14 Tage nach dem Eisprung ein, frühere Blutungen sind daher meist ein Anzeichen auf die Einnistungsblutung
  • Stärke: Die Regelblutung ist deutlich stärker als die Nidationsblutung, Letztere verstärkt sich auch im Verlauf nicht
  • Dauer: Nidationsblutungen sind sehr kurz und dauern oft nur wenige Stunden
  • Schmerzen: Vor allem Frauen, die normalerweise starke Regelschmerzen haben, empfinden die Einnistungsblutung als fast schmerzfrei
  • Farbe: Die Nidationsblutung ist deutlich heller als die Regelblutung

Damit stellen sich die Unterscheidungsmerkmale der Einnistungsblutung und der Regelblutung als gleichbedeutend mit den Anzeichen der Nidationsblutung dar.

Fachärzte gehen davon aus, dass diese Merkmale auch für medizinische Laien völlig ausreichend sind, um eine Unterscheidung zu treffen. (#03)

Fachärzte gehen davon aus, dass diese Merkmale auch für medizinische Laien völlig ausreichend sind, um eine Unterscheidung zu treffen. (#03)

Steht nun fest, dass es sich um eine Einnistungsblutung handelt, führt der Weg der meisten Frauen, direkt zur nächsten Apotheke: Sie brauchen einen Schwangerschaftstest! Dieser ist zu einem so frühen Zeitpunkt allerdings noch nicht aussagekräftig und zeigt oft ein falsch-negatives Ergebnis an. Der Grund: Der Test misst die Hormonkonzentration im Urin. Sind zu diesem Zeitpunkt aber noch keine Schwangerschaftshormone in ausreichender Konzentration nachweisbar, wird der Test negativ ausfallen, obwohl bereits eine Schwangerschaft besteht.

Es empfiehlt sich daher, unbedingt zwei Tests zu kaufen. Die Alternative ist, zum Zeitpunkt des Fälligwerdens der Regel zum Gynäkologen zu gehen und einen Bluttest durchführen zu lassen. Dieser Test ist früher aussagekräftig und kann am Tag der erwarteten Periode durchgeführt werden. Die Schwangerschaftshormone sind im Blut früher in stärkerer Konzentration nachweisbar als im Urin. Ansonsten sollte spätestens nach dem positiven Heimschwangerschaftstest der Termin beim Frauenarzt ausgemacht werden, um die Schwangerschaft bestätigen zu lassen und den ersten Vorsorgetermin festzulegen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Kamil Macniak, #01: LightField Studios, #02: Daniel M Ernst, #03: PM production

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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