Brustkrebs (Mammakarzinom): Ursachen & Risikofaktoren

Brustkrebs stellt die häufigste Krebserkrankung in Deutschland dar. Jedes Jahr werden Tausende Frauen – und auch einige Männer – mit dieser Diagnose konfrontiert. Welche Ursachen sind für das Auftreten der Krankheit verantwortlich und welche Risikofaktoren sollten vermieden werden?

Brustkrebs: Die häufigste Krebserkrankung

In Deutschland erkrankt etwa jede achte Frau mindestens einmal in ihrem Leben an Brustkrebs. Alleine diese Statistik zeigt bereits deutlich, wie häufig das Mammakarzinom – wie der Brustkrebs in der medizinischen Fachsprache bezeichnet wird – ist. Brustkrebs ist mit großem Abstand die häufigste Krebserkrankung in Deutschland – insbesondere bei Frauen.

Das belegt folgende Erhebung des Statistischen Bundesamtes, die die stationäre Behandlung von Krebspatientinnen in Deutschland für das Jahr 2016 erfasst hat:

Insgesamt 89.728
Brustdrüse 43.777
Dickdarmkrebs 5.496
Lungen- und Bronchial­krebs 4.489
Eierstockkrebs 3.387
Gebärmutterkörper 3.337
Niere, ohne Nieren­becken 2.796
Rektum 2.447
Magenkrebs 1.689
Gebärmutterhalskrebs 1.542
Harnblase 1.512

 

Diese Statistik macht deutlich, wie häufig Brustkrebs bei Frauen im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen auftritt. Diese Krebsart macht mit einer Zahl von 43.777 Fällen beinahe die Hälfte der Gesamtzahl von 89.728 Erkrankungen aus. Auch der Unterschied zur zweithäufigsten Krebsart ist beträchtlich. Beim Dickdarmkrebs, der an zweiter Stelle steht, beträgt die Anzahl der Fälle nicht einmal ein Achtel der Erkrankungen durch Brustkrebs.

Selbst in der Statistik für die Gesamtbevölkerung steht Brustkrebs an erster Stelle – obwohl er bei Männern nur ausgesprochen selten auftritt. Hierbei kam es 2016 zu 164.693 stationären Behandlungen aufgrund einer Krebserkrankung. Auch hier seht der Brustkrebs mit 44.025 an erster Stelle – mit deutlichem Abstand vor dem Prostatakrebs, der mit 25.181 Fällen den zweiten Platz einnimmt.

Brustkrebs stellt die häufigste Krebserkrankung in Deutschland dar.

Brustkrebs stellt die häufigste Krebserkrankung in Deutschland dar.(#01)

Diagnose Brustkrebs: Welche Auswirkungen hat das auf das weitere Leben?

Eine Krebserkrankung hat schwere Folgen. Wenn der Arzt diese Diagnose stellt, müssen die Betroffenen sich auf eine schwierige Behandlung mit zahlreichen Nebenwirkungen einstellen. Diese reduziert die Lebensqualität deutlich. Insbesondere die Chemotherapie ist dabei gefürchtet. Sie führt bei den meisten Patienten zu starker Übelkeit, zu Haarausfall und zu vielen weiteren Problemen. Daher leiden sie stark unter diesen Maßnahmen. Die Behandlung ist außerdem nicht immer erfolgreich. In vielen Fällen endet die Krebserkrankung tödlich. Das führt dazu, dass die Betroffenen starke Ängste und Depressionen durchleben. Das stellt eine enorme Belastung dar – auch für die Angehörigen.

Diese Diagnose stellt ohne Zweifel einen schweren Schlag für die Patientinnen dar. Allerdings gibt es gerade beim Brustkrebs auch Anlass für Hoffnung. Der Grund dafür besteht darin, dass die Sterblichkeit bei dieser Krankheit im Vergleich zu anderen Krebsarten gering ist. 88 Prozent der Frauen, bei denen die Diagnose Brustkrebs gestellt wird, überleben mindestens noch fünf weitere Jahre. 82 Prozent der Frauen mit Brustkrebs überleben sogar mindestens zehn weitere Jahre. Nur bei wenige andere Krebsarten ist die Sterblichkeit noch niedriger – beispielsweise beim Hautkrebs, bei dem die Fünf-Jahres-Überlebensrate für Männer bei 91 Prozent und für Frauen bei 94 Prozent liegt.

Bereits dieses Wissen kann viel Mut geben, um diese schwierigen Zeiten zu überwinden. Außerdem ist es empfehlenswert, Kontakt zu anderen Betroffenen aufzunehmen. Neue Freundschaften können neuen Lebensmut geben und der Austausch der Erfahrungen mit der Krankheit gibt häufig neue Hoffnung. Wenn Sie Interesse daran haben, mit anderen Patientinnen in Kontakt zu kommen, können Sie sich an einen der zahlreichen Betroffenenverbände wenden.

Sie können beispielsweise Kontakt zu Brustkrebs Deutschland e.V. aufnehmen:

Brustkrebs Deutschland e.V.
Lise-Meitner-Straße 7
85662 Hohenbrunn
Telefon: 08941619800

ie Brust erfährt während verschiedener Lebensphasen ein intensives Wachstum. Dieses tritt in erster Linie während der Pubertät und während der Schwangerschaft ein.

ie Brust erfährt während verschiedener Lebensphasen ein intensives Wachstum. Dieses tritt in erster Linie während der Pubertät und während der Schwangerschaft ein. (#02)

Risikofaktoren & Ursachen für Brustkrebs

Viele Frauen, bei denen ein Mammakarzinom festgestellt wurde, fragen sich, welches die Ursachen für diese Krankheit sind. Dabei ist es wichtig, sich zunächst mit dem Gewebe der Brust auseinanderzusetzen. Die Brust erfährt während verschiedener Lebensphasen ein intensives Wachstum. Dieses tritt in erster Linie während der Pubertät und während der Schwangerschaft ein. Das Wachstum ist möglich, da im Gewebe der Brust viele Stammzellen enthalten sind. Dabei handelt es sich um Zellen, deren Funktion noch nicht fest vorgegeben ist und aus denen sich unterschiedliche Organe bilden können. Das Wachstum wird in erster Linie durch das Hormon Östrogen ausgelöst. Wenn dieses auf die Stammzellen trifft, vermehren sie sich.

Dieser natürliche Prozess kann jedoch zu Problemen führen, wenn es zu einer Genmutation in den Zellen der Brust kommt. Welche genauen Ursachen diesen Prozess auslösen, ist jedoch noch nicht eindeutig geklärt. Wenn dieser Fall auftritt, vermehren sich die Zellen ausgesprochen stark. Das führt dazu, dass sich ein Tumor bildet. Wenn das Geschwür, das dabei entsteht, bösartig ist, handelt es sich bei der Erkrankung um ein Mammakarzinom.

Rauchen und Alkoholkonsum erhöhen allgemein das Krebsrisiko. Das trifft auch auf diese Krebsart zu.

Rauchen und Alkoholkonsum erhöhen allgemein das Krebsrisiko. Das trifft auch auf diese Krebsart zu.(#03)

Risikofaktoren Brustkrebs: Welche Personen sind besonders gefährdet?

Welche Ursachen das Mammakarzinom auslösen, ist noch nicht abschließend geklärt. Allerdings gibt es zahlreiche Risikofaktoren, die das Auftreten dieser Erkrankung deutlich wahrscheinlicher machen. Viele dieser Risiken können die Betroffenen nicht selbst beeinflussen. Manche Faktoren lassen sich durch einen gesünderen Lebensstil jedoch verbessern, um das Krebsrisiko zu verhindern.

  • Das Alter:
    Einer der wesentlichen Risikofaktoren für das Mammakarzinom stellt das Alter dar. Die meisten Patientinnen erkranken zwischen dem 60. und dem 70. Lebensjahr. Die höchste Wahrscheinlichkeit besteht im Alter von 64 Jahren. Während dieser Lebensphase ist es daher besonders wichtig, eine regelmäßige Untersuchung der Brüste vorzunehmen.
  • Zeitraum zwischen erster und letzter Regelblutung:
    Während der Regelblutung treten starke hormonelle Schwankungen auf. Da die weiblichen Geschlechtshormone jedoch zu den Ursachen für das Mammakarzinom zählen, erhöht jede Periode die Wahrscheinlichkeit für diese Erkrankung. Besonders gefährdet sind daher Frauen, bei denen die erste Regelblutung sehr früh einsetzte oder die letzte Regelblutung sehr spät erfolgte.
  • Kinderlosigkeit:
    Bei Frauen, die ein Kind bekommen haben, ist die Wahrscheinlichkeit für das Mammakarzinom deutlich geringer als bei Frauen, die kinderlos bleiben. Insbesondere wenn die Geburt vor dem 30. Lebensjahr erfolgte, reduziert das das Brustkrebsrisiko deutlich.
  • Geringe oder keine Stillzeit:
    Stillen beugt Brustkrebs vor. Frauen, die ihre Kinder überhaupt nicht oder nur sehr kurz gestillt haben, leiden häufiger am Mammakarzinom als Frauen, die insgesamt mindestens eineinhalb bis zwei Jahre gestillt haben.
  • Hormontherapie in den Wechseljahren:
    Hormone zählen zu den Ursachen für die Brustkrebserkrankung. Viele Ärzte verschreiben in den Wechseljahren jedoch Hormonpräparate, da sich während dieser Phase häufig ein hormonelles Ungleichgewicht einstellt. Diese erhöhen das Risiko für das Mammakarzinom allerdings deutlich.#

Video: 5 Warnsignale die auf Brustkrebs hindeuten können und daher nicht ignoriert werden sollten!

  • Rauchen und Alkoholkonsum:
    Rauchen und Alkoholkonsum erhöhen allgemein das Krebsrisiko. Das trifft auch auf diese Krebsart zu.
  • Übergewicht und ungesunde Ernährung:
    Übergewicht zählt ebenfalls zu den Ursachen für eine Krebserkrankung. Um das Brustkrebsrisiko zu reduzieren, sind daher eine gesunde Ernährung und viel Bewegung wichtig.
  • Diabetes mellitus:
    Die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus erhöht das Brustkrebsrisiko ebenfalls. Um diese zu vermeiden, ist es wichtig, den Blutzuckerspiegel regelmäßig zu messen und falls notwendig Gegenmaßnahmen einzuleiten.
  • Krebsfälle in der Familie:
    Wenn in Ihrer Familie viele Krebsfälle auftraten, dann besteht auch für Sie ein erhöhtes Krebsrisiko. In diesem Fall sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, ob ein Gentest sinnvoll ist. Dieser schafft Klarheit darüber, ob bei Ihnen sogenannte Brustkrebsgene vorhanden sind, die zu den Ursachen für diese Krankheit gehören.
  • Kontakt zu krebsauslösenden Chemikalien und Strahlen:
    Röntgenstrahlen, Schimmelpilzgifte, Autoabgase und Schadstoffe, die beim Grillen entstehen, erhöhen das Krebsrisiko. Wenn Sie häufig in Kontakt zu diesen Stoffen standen, ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung besonders wichtig.
  • Dichte der Brustdrüse:
    Je mehr Fettgewebe die Brust enthält, desto geringer ist das Krebsrisiko. Besteht sie hingegen vornehmlich aus Bindegewebe und Drüsen, steigt die Wahrscheinlichkeit für das Mammakarzinom. Eine gynäkologische Brustuntersuchung kann Klarheit über die Zusammensetzung liefern.
Röntgenstrahlen, Schimmelpilzgifte, Autoabgase und Schadstoffe, die beim Grillen entstehen, erhöhen das Krebsrisiko.

Röntgenstrahlen, Schimmelpilzgifte, Autoabgase und Schadstoffe, die beim Grillen entstehen, erhöhen das Krebsrisiko.(#04)

Früherkennung Brustkrebs: Wichtig für eine erfolgreiche Behandlung

Todesfälle durch Krebs treten in erster Linie dann auf, wenn der Tumor ein lebenswichtiges Organ befällt und dessen Funktion stört. Die Brust ist jedoch nicht lebenswichtig, sodass ein Tumor, der sich nur auf diesen Bereich erstreckt, in der Regel keine schwerwiegenden Auswirkungen hat. Wenn dieser jedoch stark anwächst, lösen sich häufig Krebszellen und wandern zu anderen Organen. Das wird als Metastasenbildung bezeichnet. Fast immer sind es die Metastasen, die für die Todesfälle durch Brustkrebs verantwortlich sind. Wenn die Behandlung jedoch bereits vor der Metastasenbildung einsetzt, sind die Heilungschancen sehr gut. Daher ist eine zuverlässige Früherkennung sehr wichtig.

Hierzu bietet es sich an, eine gynäkologische Vorsorgeuntersuchung durchzuführen. Dabei tastet der Arzt das Brustgewebe und die Lymphknoten unter den Achseln ab, um Knoten zu finden. Noch besser lässt sich der Krebs im Frühstadium durch eine Mammografie erkennen. Daher ist es insbesondere ab dem 50. Lebensjahr wichtig, diese Untersuchung regelmäßig durchzuführen. Wenn besondere Risikofaktoren vorliegen, ist es sogar sinnvoll, diese Untersuchung in jüngeren Jahren vorzunehmen.

Laut der Deutschen Krebsgesellschaft sollten Sie eine Früherkennungsuntersuchung vornehmen, wenn zwei oder mehr der folgenden Faktoren vorliegen:

  • Erste Regelblutung vor dem 11. Lebensjahr
  • Letzte Regelblutung in einem Alter von über 54 Jahren
  • Kinderlosigkeit
  • Erstes Kind in einem Alter von über 30 Jahren
  • Geringe Stillzeit
  • Übergewicht
  • Wenig Bewegung
  • Hoher Alkoholkonsum
  • Einnahme von Hormonpräparaten gegen Beschwerden der Wechseljahre über mindestens 5 Jahre hinweg

Video: Planet Wissen – Diagnose: Brustkrebs

Darüber hinaus gibt es noch besonders starke Risikofaktoren. Bei der folgenden Liste ist eine Früherkennungsuntersuchung zu empfehlen, wenn nur einer der Punkte auf Sie zutrifft:

  • Vorherige Brustkrebserkrankung
  • Eierstock-, Gebärmutter- oder Dickdarmkrebs innerhalb der letzten fünf Jahre
  • Ausgeprägte Mastopathie (Knoten und Zysten in den Brustdrüsen)
  • Entnahme von Gewebeproben aus der Brust aufgrund eines unklaren Befunds
  • Mehr als eine nahe Verwandte hatte Brust- oder Eierstockkrebs

Für weitere Informationen zu dieser Checkliste können Sie sich auch direkt an die Deutsche Krebsgesellschaft wenden:

Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
Kuno-Fischer-Straße 8
14057 Berlin
Tel: 030 32293290

Nur in besonders schweren Fällen ist es notwendig, die gesamte Brust zu entfernen. Das trifft auch auf die Chemotherapie zu. Diese Therapieform ist mit starken Nebenwirkungen verbunden und wird nur dann eingesetzt, wenn alle anderen Mittel keinen Erfolg bringen.

Nur in besonders schweren Fällen ist es notwendig, die gesamte Brust zu entfernen. Das trifft auch auf die Chemotherapie zu. Diese Therapieform ist mit starken Nebenwirkungen verbunden und wird nur dann eingesetzt, wenn alle anderen Mittel keinen Erfolg bringen. (#05)

Brustkrebs Behandlung: Die Therapiemöglichkeiten bei Brustkrebs

Wenn Brustkrebs auftritt, ist es wichtig, so schnell wie möglich eine Therapie einzuleiten. Diese besteht zum einen aus zielgerichteten Brustkrebspräparaten, die das Wachstum der Krebszellen hemmen. Zusätzlich kommt meistens die Strahlentherapie zum Einsatz. Die Strahlung zerstört die Krebszellen, während das gesunde Gewebe davon nicht beeinträchtigt wird. Bei kleinen Geschwüren ist das oftmals ausreichend. Bei größeren Tumoren ist hingegen eine Operation notwendig.

Dabei entfernt der Arzt den Tumor und entnimmt in der Regel außerdem die Lymphknoten. Deren Analyse gibt Aufschluss darüber, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Nur in besonders schweren Fällen ist es notwendig, die gesamte Brust zu entfernen. Das trifft auch auf die Chemotherapie zu. Diese Therapieform ist mit starken Nebenwirkungen verbunden und wird nur dann eingesetzt, wenn alle anderen Mittel keinen Erfolg bringen.

Wenn sich ein Heilungserfolg eingestellt hat, ist auch eine sorgfältige Nachsorge sehr wichtig. Dabei müssen Sie regelmäßige Untersuchungen durchführen, um zu überprüfen, ob sich nicht erneut Tumore gebildet haben. Die Nachsorge macht es möglich, ein erneutes Auftreten der Krebserkrankung schnell zu erkennen und sofort zu behandeln.

 


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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