Hautwucherung: Formen, Ursachen & Behandlung

Pro Jahr erkranken rund 18.000 Menschen an einem invasiven malignen Melanom. Die Fälle von Hautkrebs nehmen zu. Eine schnelle Erkennung hilft bei der Behandlung. Doch wann ist es nur eine Hautwucherung?

Was ist unter einer Hautwucherung zu verstehen?

Hautwucherungen sind bei fast jedem Menschen zu finden. Nicht zu verwechseln sind sie mit einem Pickel oder auch einigen Stellen trockener Haut. Beides verschwindet nach einiger Zeit oder mit Behandlung wieder. Die Hautwucherung jedoch bleibt bestehen und verbreitet Unsicherheit darüber, ob es sich möglicherweise um Hautkrebs handelt.

Die Zahlen an Fällen von Hautkrebs nehmen zu, die Unsicherheit darüber, ob eine bösartige Hauchwucherung vorliegt, ist daher verständlich. Umso wichtiger ist es, sich mit den verschiedenen Formen von Wucherungen zu beschäftigen und sich darüber zu informieren, wann eine Behandlung notwendig ist.

Hautwucherungen sind bei fast jedem Menschen zu finden.  ( Foto: Shutterstock- Ocskay Bence )

Hautwucherungen sind bei fast jedem Menschen zu finden. ( Foto: Shutterstock- Ocskay Bence )

Welche Formen der Hautwucherung gibt es?

Ein Überblick über die verschiedenen Formen der Hautwucherungen ist eine große Hilfe bei einer ersten Einschätzung.

Form Beschreibung
Leberflecken Besonders häufig zeigen sich auf der Haut Leberflecken. Hierbei handelt es sich um Pigmentzellen, die sich an einer Stelle des Körpers sammeln. Leberflecken können verschiedene Brauntöne haben. Wenn sich der Fleck verändert, kann dies auf Hautkrebs hindeuten. Ein Dermatologe kann dies überprüfen. Er führt eine Schichtaufnahme durch und entfernt bei einem Verdacht den Leberfleck, um ihn zu untersuchen.
Fibrom Fibrome werden auch als Stielwarzen bezeichnet und sind gutartige Knoten, die aus Bindegewebe bestehen. Da es sich um erhabene Hautwucherungen handelt, können diese störend wirken. Es ist möglich, sie sich kosmetisch entfernen zu lassen.
Warzen Es gibt verschiedene Formen von Warzen, die überall am Körper auftreten können. Warzen sind normalerweise nicht bösartig, sollten jedoch ebenfalls im Blick behalten werden.
Basaliom Das Basaliom wird auch als „weisser Hautkrebs“ bezeichnet und tritt vor allem an Körperbereichen auf, die stark der Sonne ausgesetzt sind. Häufig zu finden ist es im Nacken, auf der Nase oder auch an der Stirn. Die Bezeichnung ist verwirrend. So ist das Basaliom erst rot und wird später heller. Wird es nicht behandelt, kann sich ein Geschwulst bilden. Hierbei handelt es sich um den Stachelzellenkrebs.
Melanom Der „schwarze Hautkrebs“ ist das Melanom. Das Melanom ist nicht nur an den Körperstellen zu finden, die der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Auch am Bauch oder dem Rücken können die Melanome auftreten. Wird es im Anfangsstadium entdeckt, stehen die Heilungschancen gut. Das Melanom streut sehr schnell und bildet dadurch weitere Geschwulste.

Hinweis: Ab einem Alter von 35 Jahren wird eine Hautkrebs-Vorsorge durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Diese steht Versicherten in einem Zeitraum von zwei Jahren zu. Bei diesem Screening prüft der Hautarzt Wucherungen, die auftreten und sich nicht einschätzen lassen. Er arbeitet mit einem Auflichtmikroskop. Falls es zu einem Verdacht von Hautkrebs kommt, werden weiterführende Behandlungen durch die Krankenkasse ebenfalls übernommen.

Fibrome als häufige Hautwucherung

Das Fibrom ist eigentlich Bindegewebe, das sich neu gebildet hat. Diese Wucherungen setzen sich aus verschiedenen Zellen des Bindegewebes zusammen. Hierbei handelt es sich um Fibrozyten. Interessant zu wissen: Fibrome sind eigentlich Tumore. Allerdings sind sie gutartig. Entwickeln sich bösartige Tumore, wird nicht mehr von Fibromen, sondern von Fibrosarkomen gesprochen.

Symptome bei einem Fibrom

Ein Fibrom bildet sich auf der Haut und ist damit gut zu erkennen. Abhängig von der Form der Hautwucherung, kann sie an verschiedenen Stellen auftreten. Frauen leiden beispielsweise häufig im Bereich unter den Brüsten unter den Wucherungen. Aber auch an der Leiste, in den Achselhöhlen oder am Hals sind Fibrome zu finden. Es handelt sich dabei in der Regel um weiche Fibrome, die auch als Stielwarzen bezeichnet werden, da sie über einen Steil und einen Kopf verfügen.

Harte Fibrome haben eine eher dunkle Farbe und sinken ein, wenn der Bereich rundherum eingedrückt wird. Dadurch unterscheiden sie sich von klassischen Leberflecken. Auch die Schleimhäute können betroffen sein. In diesem Fall wird von einem Reizfibrom gesprochen.

Fibrome bereiten meist keine Schmerzen. Sie können sich jedoch verfärben oder zu kleinen Blutungen führen, wenn sie verletzt werden.

Abhängig von der Form der Hautwucherung, kann sie an verschiedenen Stellen auftreten.  (Foto: Shutterstock-  Nik Niklz)

Abhängig von der Form der Hautwucherung, kann sie an verschiedenen Stellen auftreten. (Foto: Shutterstock- Nik Niklz)

Die verschiedenen Arten bei einem Fibrom

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie kleine Knoten, meist haben Fibrome jedoch einen schmalen Stiel und sind umgangssprachlich daher als Stielwarzen bekannt. Um eine Behandlung anbieten zu können, wird der Arzt prüfen, um welche Form es sich handelt. Unterschieden wird zwischen den folgenden Arten:

Das weiche Fibrom

Das Fibroma pendulans oder auch Fibroma molle hat die Farbe der Haut und kommt besonders häufig vor. Die kleinen Hautwucherungen bilden sich frühestens in der Pubertät und sind häufig bei Menschen mit Übergewicht zu finden. Die Hautausstülpungen haben einen sehr schmalen Ansatz und werden dann breiter. In der Leistengegend, an den Achseln oder am Hals sind sie häufig zu finden. Es ist möglich, dass sich nur einzelne Stielwarzen bilden oder auch gleich mehrere Fibrome in einem Körperbereich zu finden sind.

Das harte Fibrom

Das Dermatofibrom oder auch Histiozytom wird auch als hartes Fibrom bezeichnet. Am Rumpf, den Armen oder Beinen sind sie besonders oft zu finden. Oft haben sie eine Größe von wenigen Millimetern. Sie sind dunkel- oder hellbraun. Besonders oft betroffen sind junge Frauen.

Das ossifizierende Fibrom

Der Tumor ist gutartig und tritt sehr selten auf. Er bildet sich meist am Unterkiefer.

Das Angiofibrom

Der Tumor ist ausschließlich im Bereich von Nasen- und Rachen-Raum zu finden. Problematisch ist, dass sich bei dieser Form viele Gefäße im Fibrom befinden.

Das Reizfibrom

Hautwucherungen können auch auf der Schleimhaut entstehen. In dem Fall wird von einem Reizfibrom gesprochen. Auf der Mundschleimhaut bilden sich kleine Knoten. Die Ursache für die Entstehung sind ständige Reizungen an denselben Stellen im Mund.

Ursachen dafür, warum sich auf der Haut die Wucherungen bilden, sind nicht wirklich bekannt. Auffällig ist, dass sie gehäuft bei Menschen vorkommen, die unter Fettleibigkeit oder sehr starken Hautfalten leiden.  ( Foto: Shutterstock-pongwit sanongboon)

Ursachen dafür, warum sich auf der Haut die Wucherungen bilden, sind nicht wirklich bekannt. Auffällig ist, dass sie gehäuft bei Menschen vorkommen, die unter Fettleibigkeit oder sehr starken Hautfalten leiden. ( Foto: Shutterstock-pongwit sanongboon)

Ursachen für die Entstehung der Hautwucherungen

Ursachen dafür, warum sich auf der Haut die Wucherungen bilden, sind nicht wirklich bekannt. Auffällig ist, dass sie gehäuft bei Menschen vorkommen, die unter Fettleibigkeit oder sehr starken Hautfalten leiden. Auch eine erbliche Veranlagung wird nicht ausgeschlossen. Abhängig von der Art der Hautwucherung haben sich aber vermehrt einige mögliche Ursachen gemeint. So sind Reizfibrome häufig dort zu finden, wo es zu starken Reizungen im Mund kommt, weil beispielsweise die Zahnkante zu scharf ist oder Zahnspange oder Prothese für eine gereizte Schleimhaut sorgen.

Bei harten Fibromen hat sich gezeigt, dass kleine Entzündungen im Bindegewebe ein möglicher Auslöser sein können. Dies sind beispielsweise:

  • Verletzungen des Bindegewebes
  • Insektenstiche
  • Follikulitis
  • Unter der Follikulitis ist eine Entzündung an einem Haarbalg zu verstehen. Hier kann es zu starken Reizungen der Haut kommen.

    Fibrome, die sich als nicht bösartig herausstellen, brauchen normalerweise keine spezielle Behandlung. ( Foto: Shutterstock- Casa nayafana )

    Fibrome, die sich als nicht bösartig herausstellen, brauchen normalerweise keine spezielle Behandlung. ( Foto: Shutterstock- Casa nayafana )

    Die Behandlung der Fibrome

    Fibrome, die sich als nicht bösartig herausstellen, brauchen normalerweise keine spezielle Behandlung. Wachsen sie weiter oder nehmen die Knoten auf der Haut zu, können sie dennoch entfernt werden. Hier sind eigentlich keine Komplikationen zu erwarten. Abhängig davon, wo sich das Fibrom befindet und welche Größe es hat, wird der Dermatologe möglicherweise eine örtliche Betäubung vornehmen.

    Zudem kann es sein, dass eine kleine Naht gesetzt werden muss. Abzuraten ist davon, dass die Fibrome selbst entfernt werden. Hier kann es zu starken Infektionen und Folgeerkrankungen kommen.

    Hautkrebs oder Hautwucherungen: Anzeichen für Hautkrebs erkennen

    Wenn Hautwucherungen auftreten, kommt immer auch der Gedanke auf, dass es sich möglicherweise um einen Hautkrebs handeln kann. Es ist daher nicht verkehrt, auffällige Wucherungen von einem Dermatologen prüfen zu lassen. Dies gilt vor allem für Neubildungen und ungewöhnliche Veränderungen, die einem Betroffenen auffallen.

    Es gibt einige Anzeichen, die darauf hindeuten, dass die Hautwucherungen möglicherweise bösartig sind. Fransen Leberflecke aus oder wirken verwaschen, ändern sie ihre Form und werden schnell größer, ist dies ein möglicher Hinweis auf die Entwicklung von einem schwarzen Melanom. Es kann sich aber auch um Alterswarzen handeln. Dies kann nur der Dermatologe erkennen.

    Pickel und Knoten, die immer wieder auftreten oder gar nicht erst heilen und sogar bluten oder jucken, sind ein möglicher Hinweis auf ein Basalzellkarzinom. Hierbei handelt es sich um eine Art des hellen Hautkrebses. Eine Entfernung ist notwendig.

    Hautwucherungen, die besonders für Unsicherheit sorgen, sind Warzen. ( Foto: Shutterstock- SURKED )

    Hautwucherungen, die besonders für Unsicherheit sorgen, sind Warzen. ( Foto: Shutterstock- SURKED )

    Warzen verbreiten Unsicherheit

    Hautwucherungen, die besonders für Unsicherheit sorgen, sind Warzen. Da sie meist spontan auftreten und auch Schmerzen verursachen können, ist ein Besuch beim Dermatologen zu empfehlen. Die Wucherungen sind normalerweise nicht gefährlich, können jedoch zu einem kosmetischen Problem werden. Die häufigsten Arten sind:

    Stachelwarzen

    Die Verrucae vulgares werden auch als gewöhnliche Warzen bezeichnet. Sie sind fleischfarben und vor allem an Händen und Füßen zu finden. Vor allem Kinder und auch Jugendliche sind betroffen.

    Dornwarzen

    An der Fußsohle sind oft Dornwarzen zu finden. Erkennbar sind sie meist daran, dass sie einen dunklen Punkt in der Mitte haben. Dabei handelt es sich um Einblutungen. Dornwarzen können starke Schmerzen verursachen.

    Dellwarzen

    Dellwarzen werden durch einen Virus übertragen und sind sehr klein. Sie haben eine hellrote Färbung und die Form von Knoten.

    Flachwarzen

    Die juvenilen Flachwarzen sind flach und glatt und vor allem an Unterarmen und Händen zu finden. Normalerweise verschwinden sie recht schnell wieder, können aber einen unangenehmen Juckreiz mitbringen. Oft sind sie bei Jugendlichen zu finden.

    Feigwarzen

    Feigwarzen sind vor allem an den Schleimhäuten oder in Hautfalten zu finden. Sie wachsen in einem feuchten und warmen Milieu.

    Fazit: Hautwucherungen lieber kontrollieren lassen

    Hautwucherungen können einen Hinweis auf eine Form von Hautkrebs sein. Aber auch gutartige Wucherungen treten häufig auf. Eine Kontrolle durch den Dermatologen ist jedoch immer zu empfehlen.

    Über Rebecca Liebig

    Rebecca Liebig

    Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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