Brustkrebs (Mammakarzinom): Heilungschancen & Prognose

Brustkrebs stellt mit großem Abstand die häufigste Krebsart dar. Diese Krankheit bringt zwar eine intensive Leidenszeit mit sich, doch sind die Heilungschancen dabei relativ gut.

Brustkrebs: Das häufigste Krebsleiden in Deutschland

Brustkrebs zählt zu den Krankheiten mit der stärksten öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland. Das liegt zum einen daran, dass diese Erkrankung sehr schwer ist. In zahlreichen Fällen führt sie sogar zum Tod. Hinzu kommt, dass sie mit einem starken Leiden verbunden ist. Krebs im Endstadium ruft meistens starke Schmerzen hervor, die sich selbst mit Schmerzmitteln nicht mehr unter Kontrolle bringen lassen. Doch auch wenn die Krankheit nicht ganz so schlimm verläuft, stellt sie für die Betroffenen eine enorme Belastung dar. Das liegt daran, dass die Behandlung häufig starke Nebenwirkungen mit sich bringt, unter denen die Patienten stark leiden.

Zum anderen ist Brustkrebs in der öffentlichen Wahrnehmung so präsent, da diese Erkrankung ausgesprochen häufig auftritt. Erhebungen zu den Brustkrebsfällen haben ergeben, dass rund jede achte Frau mindestens einmal in ihrem Leben an Brustkrebs erkrankt. Daher kennt fast jeder eine Person, die unter diesem Tumor leidet. Wie häufig Brustkrebs – der in der Fachsprache die Bezeichnung Mammakarzinom trägt – auftritt, soll folgende Tabelle verdeutlichen. Diese listet die Krebsfälle in Deutschland im Jahr 2016 auf, die eine stationäre Behandlung notwendig gemacht haben.

Obwohl Brustkrebs beinahe ausschließlich bei Frauen auftritt, steht diese Krebsart mit großem Abstand an erster Stelle:

Vollstationäre Behandlung verschiedener Arten von Krebs in Deutschland (2016)
Gesamt 164 693
Brustdrüse 44 025
Prostata 25 181
Kolon 10 714
Bronchien und Lunge 10 557
Niere 7 117
Rektum 6 134
Harnblase 6 112
Magen 4 233
Ovar 3 387
Corpus uteri 3 337

Wenn der Arzt die Diagnose Brustkrebs stellt, ist eine der wichtigsten Fragen für die Betroffenen, wie hoch die Überlebenschancen bei dieser Krankheit sind.

Wenn der Arzt die Diagnose Brustkrebs stellt, ist eine der wichtigsten Fragen für die Betroffenen, wie hoch die Überlebenschancen bei dieser Krankheit sind. (#01)

Heilungschancen: Wie hoch sind die Überlebenschancen bei der Diagnose Brustkrebs?

Wenn der Arzt die Diagnose Brustkrebs stellt, ist eine der wichtigsten Fragen für die Betroffenen, wie hoch die Überlebenschancen bei dieser Krankheit sind. Dabei spielt es jedoch eine wichtige Rolle, auf welchen Zeitraum man die Frage bezieht. In der Medizin haben sich für die Überlebenswahrscheinlichkeit zwei Werte eingebürgert: Die Fünf-Jahres- und die Zehn-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit. Diese Daten geben an, wie hoch der Prozentsatz der Patienten ist, die nach einer entsprechenden Diagnose fünf beziehungsweise zehn weitere Jahre überleben. Dabei gilt es zu beachten, dass die genaue Todesursache dabei nicht berücksichtigt wird.

Wenn beispielsweise eine Person kurz nach der Brustkrebs-Diagnose einen Herzinfarkt erleidet, zählt dies ebenfalls zur entsprechenden Statistik, obwohl die Todesursache von der eigentlich betrachteten Krankheit unabhängig ist. Dieser Faktor spielt eine wichtige Rolle, da die meisten Brustkrebserkrankungen zwischen dem 60. und dem 70. Lebensjahr diagnostiziert werden. In diesem Alter sind andere mögliche Todesursachen ebenfalls bereits von Bedeutung.

Wenn man sich nun den konkreten Werten zuwendet, dann stellt man fest, dass von den Frauen, die an Brustkrebs erkranken, 88 Prozent mindestens fünf weitere Jahre und 82 Prozent mindestens zehn weitere Jahre erleben. Dieser hohe Prozentsatz zeigt, dass die Heilungschancen bei dieser Krankheit recht gut sind. Deutlich geringer sind sie jedoch in den seltenen Fällen, in denen ein Mann an Brustkrebs erkrankt. Hierbei liegt die Fünf-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit bei 73 Prozent und die Zehn-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit bei 69 Prozent.

Krebs wird in der Regel als tödliche Krankheit wahrgenommen. Der vorherige Abschnitt hat jedoch gezeigt, dass beim Brustkrebs die Überlebenswahrscheinlichkeit sehr hoch ist.

Krebs wird in der Regel als tödliche Krankheit wahrgenommen. Der vorherige Abschnitt hat jedoch gezeigt, dass beim Brustkrebs die Überlebenswahrscheinlichkeit sehr hoch ist.(#02)

Brustkrebs im Vergleich zu anderen Krebsarten: Die Überlebenswahrscheinlichkeiten

Krebs wird in der Regel als tödliche Krankheit wahrgenommen. Der vorherige Abschnitt hat jedoch gezeigt, dass beim Brustkrebs die Überlebenswahrscheinlichkeit sehr hoch ist. Daher ist es sinnvoll, diese Werte mit anderen Krebsarten zu vergleichen.

Die folgende Tabelle zeigt die jeweiligen Werte auf:

Die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Krebs in Prozent
Fünf-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit Zehn-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit
Männer Frauen Männer Frauen
Krebs gesamt 59 65 55 60
Brustkrebs 73 88 69 82
Darmkrebs 62 63 56 59
Bauchspeicheldrüsenkrebs 9 10 8 8
Gebärmutterhalskrebs 69 65
Hodenkrebs 96 96
Leberkrebs 14 11 10 9
Leukämie 59 58 47 48
Lungenkrebs 15 20 11 16
Magenkrebs 30 33 28 29
Schilddrüsenkrebs 87 94 84 92

Diese Tabelle zeigt deutlich, dass die Heilungschancen beim Brustkrebs deutlich über dem Durchschnitt liegen. Nur bei wenigen anderen Arten sind sie noch etwas besser – beispielsweise beim Hodenkrebs oder beim Schilddrüsenkrebs. Bei den meisten anderen Krebserkrankungen sind sie hingegen deutlich schlechter.

Aus dem vorherigen Abschnitt geht hervor, dass die Heilungschancen bei einem Mammakarzinom nur dann gut sind, solange dieses nur die Brust befällt.

Aus dem vorherigen Abschnitt geht hervor, dass die Heilungschancen bei einem Mammakarzinom nur dann gut sind, solange dieses nur die Brust befällt.(#03)

Brustkrebs Behandlung: Trotz hoher Häufigkeit nur für wenige Todesfälle verantwortlich

Der vorherige Abschnitt hat bereits gezeigt, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Brustkrebs sehr hoch ist. Das zeigt eindeutig, dass die Heilungschancen gut sind. Eine weitere Statistik kann das bestätigen: Die häufigsten Todesursachen in Deutschland. Obwohl wie bereits zu Beginn dieses Artikels geschrieben, etwa jede achte Frau an Brustkrebs erkrankt, steht diese Krankheit bei der Auflistung der häufigsten Todesursachen in Deutschland erst an zehnter Stelle.

Auch das bestätigt, dass die Todesfälle durch Brustkrebs sehr gering sind:

10 häufigste Todesursachen in Deutschland (2015)
Krankheit Absolute Fälle Prozentualer Anteil
Chronische ischämische Herzkrankheit 76 013 8,2
Herzinfarkt 49 210 5,3
Herzinsuffizienz 47 414 5,1
Lungen- und Bronchialkrebs 45 224 4,9
Demenz 31 939 3,5
Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit 31 073 3,4
Hypertensive Herzkrankheit 25 365 2,7
Pneumonie 19 368 2,1
Vorhofflimmern und Vorhofflattern 19 265 2,1
Brustkrebs 18 295 2,0

Heilungschancen bei Brustkrebs: Die Gründe für die guten Überlebenschancen

Um herauszufinden, weshalb die Heilungschancen beim Mammakarzinom so gut sind, ist es sinnvoll, zu betrachten, in welchen Fällen eine Krebserkrankung tödlich verläuft. Diese Krankheit wird durch Zellen mit einem Gendefekt verursacht. Diese wuchern stark und bilden daher Tumore. Diese sind in erster Linie dann bedrohlich, wenn sie ein lebenswichtiges Organ befallen. Durch ihr starkes Wachstum stören sie die Funktion des entsprechenden Organs und führen dazu, dass dieses seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann. Das führt schließlich zum Tod. Das Mammakarzinom befällt jedoch ein Organ, das keine lebenswichtige Funktion hat: Die Brust.

Es entsteht innerhalb der Brustdrüse, die während der Stillzeit für die Milchproduktion verantwortlich ist. Solange der Tumor in der Brust bleibt, ist die Gefahr relativ gering. Von der Brustdrüse breiten sich die Krebszellen jedoch in viele weitere Körperregionen aus: meistens zunächst in die Lymphknoten und später in die Knochen und andere Körperorgane. Diese Tochtergeschwüre werden als Metastasen bezeichnet. Wenn sich eine Metastase an einem lebenswichtigen Organ bildet, kann sie zum Tod führen. Das ist jedoch erst der Fall, wenn das Mammakarzinom weit fortgeschritten ist. Solange keine Metastasen vorhanden sind, führt Brustkrebs in der Regel nicht zu einer akuten Lebensgefahr.

Je früher der Arzt das Krebsgeschwür erkennt und behandelt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es tödliche Folgen hat.

Je früher der Arzt das Krebsgeschwür erkennt und behandelt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es tödliche Folgen hat.(#04)

Früherkennung: Wie erkennt man Brustkebs?

Aus dem vorherigen Abschnitt geht hervor, dass die Heilungschancen bei einem Mammakarzinom nur dann gut sind, solange dieses nur die Brust befällt. Wenn es bereits so weit fortgeschritten ist, dass sich Metastasen in anderen Körperregionen gebildet haben, sind die Überlebenschancen deutlich geringer. Aus diesem Grund spielt hierbei die Früherkennung eine sehr wichtige Rolle. Je früher der Arzt das Krebsgeschwür erkennt und behandelt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es tödliche Folgen hat. Das wichtigste Symptom für das Mammakarzinom sind Knoten und Verhärtungen in der Brust. Daher sollte jede Frau einmal pro Monat ihre Brust abtasten.

Diese Selbstuntersuchung sollte durch eine jährliche gynäkologische Tastuntersuchung ergänzt werden. Dabei tastet der Arzt die Brust und die Lymphknoten ab. Die Krankenkassen bezahlen diese Untersuchung ab einem Alter von 30 Jahren einmal pro Jahr. Besonders zuverlässige Ergebnisse liefert die Mammographie. Dabei handelt es sich um eine Untersuchung mit Röntgenstrahlen. Auf diese Vorsorgeuntersuchung haben Sie jedoch nur im Alter zwischen 50 und 69 Jahren Anspruch – alle zwei Jahre. Um die Heilungschancen beim Mammakarzinom zu verbessern, ist es wichtig, gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen

Neue Therapieformen konnten die Heilungschancen bei Brustkrebs stark verbessern

Die Heilungschancen bei Brustdrüsenkrebs haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Ein Grund dafür besteht darin, dass das Angebot für Vorsorgeuntersuchungen deutlich erweitert wurde. Das führte zu einer besseren Früherkennung. Hinzu kommen neue Therapien, mit denen sich der Krebs besonders effizient bekämpfen lässt. Die klassischen Therapieformen sind hierbei chirurgische Eingriffe, die Strahlentherapie und die Chemotherapie. Bei einem chirurgischen Eingriff schneidet der Arzt den Tumor und das daran angrenzende Gewebe aus der Brust heraus. Solange es sich dabei um ein einzelnes Geschwür handelt, lässt sich die Krankheit auf diese Weise häufig effizient heilen.

Bei einem stärkeren Befall ist es oftmals notwendig, die gesamte Brust zu entfernen. Als Ergänzung dazu – und bei sehr kleinen Tumoren auch als Alternative – kommt die Strahlentherapie zum Einsatz. Krebszellen reagieren sehr empfindlich auf Röntgenstrahlen. Eine intensive Bestrahlung kann sie daher abtöten, während das übrige Gewebe dabei nicht beschädigt wird. Eine weitere Behandlungsform stellt die Chemotherapie dar. Diese besteht darin, den gesamten Körper aggressiven Stoffen auszusetzen, die die Zellen angreifen. Krebszellen haben nur geringe Abwehrkräfte und sterben dadurch ab.

Gesunde Zellen überleben diesen Angriff jedoch meistens. Diese Therapie ist zwar sehr wirksam, doch hat sie hohe Nebenwirkungen. Daher kommt sie in der Regel nur dann zum Einsatz, wenn das Mammakarzinom bereits weit fortgeschritten ist. Neben diesen klassischen Therapieformen gibt es jedoch auch einige neue Möglichkeiten, die vergleichsweise schonend sind. Diese versuchen, das Wachstum der Krebszellen gezielt zu verhindern. Das ist beispielsweise möglich, indem Präparate verschrieben werden, die die Östrogenproduktion unterbinden. Auch bestimmte Antikörper können hierbei wirksam sein.

Diese Therapieformen verhindern allerdings nur eine weitere Ausbreitung der Krebszellen. Ein bereits vorhandenes Geschwür bekämpfen sie hingegen nicht. Daher sind sie nur als Ergänzung zu den klassischen Behandlungsformen sinnvoll. Sie können deren Wirksamkeit jedoch deutlich steigern.

Um den Krebs zu besiegen, ist nach der akuten Therapie eine sorgfältige Nachsorge notwendig. Bei Patientinnen, bei denen bereits einmal ein Mammakarzinom auftrat, ist während des gesamten weiteren Lebens das Risiko erhöht, dass der Brustdrüsenkrebs erneut ausbricht. Um dies zu verhindern, sind Nachsorgemaßnahmen sehr wichtig.

Um den Krebs zu besiegen, ist nach der akuten Therapie eine sorgfältige Nachsorge notwendig. Bei Patientinnen, bei denen bereits einmal ein Mammakarzinom auftrat, ist während des gesamten weiteren Lebens das Risiko erhöht, dass der Brustdrüsenkrebs erneut ausbricht. Um dies zu verhindern, sind Nachsorgemaßnahmen sehr wichtig.

Eine sorgfältige Nachsorge ist für die Heilungschancen wichtig

Um den Krebs zu besiegen, ist nach der akuten Therapie eine sorgfältige Nachsorge notwendig. Bei Patientinnen, bei denen bereits einmal ein Mammakarzinom auftrat, ist während des gesamten weiteren Lebens das Risiko erhöht, dass der Brustdrüsenkrebs erneut ausbricht. Um dies zu verhindern, sind Nachsorgemaßnahmen sehr wichtig. Zum einen ist es möglich, krebshemmende Medikamente als Vorsorge einzunehmen.

Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, gibt es einige Arzneimittel, die das Wachstum der Krebszellen effektiv einschränken. Über die Möglichkeiten für derartige Maßnahmen informiert Sie Ihr behandelnder Arzt gerne. Darüber hinaus ist es wichtig, regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen durchzuführen. So können Sie bei einem erneuten Auftreten den Tumor sofort im Anfangsstadium bekämpfen. Schließlich ist eine gesunde Lebensweise sehr wichtig. Dazu gibt Ihnen nicht nur Ihr Arzt Auskunft.

Sie können sich auch an einen Betroffenenverband wenden:

Brustkrebs Deutschland e.V.
Lise-Meitner-Straße 7
85662 Hohenbrunn

Prognose bei Brustkrebs: Hängt von individuellem Befund ab

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Heilungschancen bei Brustkrebs recht gut sind. Mehr als 80 Prozent der Patientinnen leben noch mindestens zehn weitere Jahre. Dennoch ist es nicht möglich, dieses Ergebnis zu verallgemeinern. Ob die Prognose positiv oder negativ ausfällt, hängt stark davon ab, wie weit sich die Krankheit bereits ausgebreitet hat. Daher sollten Sie diesen Aspekt stets mit Ihrem Arzt besprechen, da dieser über Ihre Befunde verfügt und daher eine zuverlässige Aussage treffen kann.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: ESB Professional -#01: _ABO PHOTOGRAPHY  -#02: _ABO PHOTOGRAPHY  -#03:_ABO PHOTOGRAPHY  -#04: Serhii Bobyk -#05: _wavebreakmedia

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

Leave A Reply